Sonntag, 26. Juli 2015

Blue Hole

Samstag, 25. Juli 2015, Peterson Bay, Santo, Vanuato. Phantastische Dinghytour zum Blue Hole über den Matavulu River

Pünktlich um Zehn schwingen wir uns in unser Gummiboot und fahren zusammen mit den Felices in den Matavulu River, der 200 Meter neben unserem Ankerplatz mündet. Über ihn soll man zum Blue Hole kommen, einem blau schimmernden Wassertümpel mit klarem Wasser, in dem man auch schön schwimmen können soll. Es empfiehlt sich, zur Hochwasserzeit zu fahren, denn das Wasser im Fluss ist meistens nicht sehr tief und an der Mündung gibt es eine Barre, auf der vielleicht 1 Meter Wasser steht.

Die Fahrt ist gleich von Beginn an traumhaft schön. So toll hatten wir uns das beileibe nicht vorgestellt. Die Natur sieht vollkommen unberührt aus und das Wasser ist glasklar. Zu beiden Seiten stehen hohe Bäume mit dicken Wurzeln. Hin und wieder liegt auch ein Baum quer im Wasser und manchmal müssen wir um das Geäst herumkurven. Dichtes Grünzeug wächst auf der Wasseroberlfäche und man würde meinen, dass man darauf spazieren können müsste, wenn man nicht von unten sähe, dass das ganze Geflecht nur schwimmt. Nach etwa 20 Minuten oder einer halben Stunde kommen wir am Blue Hole an, dem Ende des Rivers, wo es ein ein kleines Haus gibt und wir ca. 5 Euro Eintritt p.P. bezahlen müssen.

Dieses Blue Hole scheint also eine Quelle zu sein; in der Mitte ist das Wasser bestimmt 10 Meter tief, aber man kann leicht auf den Grund sehen. Das Wasser muss hier aus dem Boden kommen, ähnlich wie bei den Pupu Springs im Norden der südlichen Neuseelandinsel, an die mich das hier erinnert. Deshalb ist es wohl auch sehr gut gefiltert und so ausgesprochen sauber. Je klarer und je tiefer ein Gewässer ist, umso blauer ist es auch. Wir füllen einen 20 l Kanister und einen großen Eimer mit dem Süßwasser (braucht der Wassermacher nicht zu arbeiten), bevor wir hineinspringen.

Für Kurzweil sorgt eine dicke Leine, die in vielleicht 10 Meter Höhe an einem Ast angebracht ist. Auf einer Leiter kann man an einem Baum hinaufsteigen und steht schließlich auf einer kleinen Plattform, etwa 5 Meter über dem Wasser. Wenn man das Seil mitnimmt, kann man schön in einem großen Bogen schwingen, auf der anderen Seite auch wieder 5 Meter hoch. Das ganze macht viel Spaß, so dass ich die Pendelnummer sicher fünfmal durchziehe, bis mir meine Hände, die ohnehin immer noch von der „Korallenkrätze“ (Achtung, eigene Wortschöpfung. Nicht dass das jemand für eine Tropenkrankheit hält) arg in Mitleidenschaft gezogen sind, ziemlich schmerzen. Der Abgang von so einem Seil ist übrigens eine ziemlich unkontrollierbare Angelegenheit, jedenfalls, wenn man das in einiger Höhe macht und nicht geübt darin ist. Aber Gaudi hamma ...

Nach zwei Stunden sind wir wieder am Ankerplatz, wo mittlerweile auch die Hana Iti eingetrudelt ist, die ebenfalls nur 20 cm Wasser unterm Kiel hatte beim Einlaufen. Da die Felice ihren ursprünglichen Plan, morgen Vanuatu zu verlassen und nach Papua Neuguinea aufzubrechen wegen ungünstiger Wetterprognosen noch mal verschoben hat, werden wir die nächsten Tage wohl noch etwas Spaß im Dreiländereck haben.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA 

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Mit dem Dinghy fahren wir den Matavulu River hinauf, …

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

… der glasklares Wasser führt

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

In dieser Luftwurzel könnte man glatt schaukeln

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

DSCN5880

Hier bezahlen wir das Eintrittsgeld fürs Blue Hole

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Das Blue Hole trägt seinen Namen zu recht, wie man sieht

OLYMPUS DIGITAL CAMERA 

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

DSCN5887  DSCN5890  OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

… ein bisschen Spaß muss sein …

OLYMPUS DIGITAL CAMERA   OLYMPUS DIGITAL CAMERA 

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA 

DSCN5915

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

DSCN5919

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Auch die Rindviecher gehen hier gern baden

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Hier vor dem Oyster Resort kommt auch mal wieder die Hängematte zum Einsatz

P7257670

Links Oyster Island mit dem Oyster Resort, in der Bildmitte ist die Durchfahrt von Peterson Nord nach Peterson Süd zu sehen

Freitag, 24. Juli 2015

Nervenprobe: Die berühmte Handbreit …

Freitag, 24. Juli 2015, von Palikulo Bay in die Peterson Bay, Santo, Vanuatu, 8 sm. Nervenprobe im Pass mit 20 cm Wasser unterm Kiel. Und wir treffen noch einmal die Felice

Wir wollen heute weiterfahren zu einem schönen Ankerplatz vor Oyster Island in der Peterson Bay, nur wenig nördlich von der Palikulo Bay, wo wir die letzen drei Tage waren. Unser Aufbruch orientiert sich an der Hochwasserzeit, denn wir brauchen möglichst viel Wasser, um über die flachen Stellen zu kommen, die der sehr geschützten Bucht vorgelagert sind, die auch als Hurricane Hole und sicherstes Schlupfloch ganz Vanuatus gilt. Aus Guidebooks und von der Felice, mit der wir in den letzten Tagen in Funkverbindung standen, wissen wir, dass es sehr knapp werden kann, denn zu allem Überfluss haben wir derzeit auch noch eine Nipptide (Halbmond), bei der Hoch- und Niedrigwasser moderat ausfallen, also selbst bei High Tide nicht besonders viel Wasser aufläuft.

Woher bekommt man nun die Tidenzeiten? In der Navionics App gibt es einen Tidenreferenzort in Luganville, also nicht weit von hier. Dort ist das HW für heute Morgen mit 0918 angegeben, aber schon eine Stunde vorher steigt das Wasser kaum noch. Differenz gerade mal 5 cm. Wir brauchen viel Wasser, aber idealerweise noch etwas auflaufend, damit, wenn wir uns festfahren sollten, der steigende Wasserspiegel mithelfen kann, das Boot wieder frei zu bekommen. Im Nav-Guide sind Wegpunkte angegeben, die ich sowohl in openCPN, wie auch auf dem iPad in Navionics eingegeben habe. Bräuchte man eigentlich nur auf der Route entlangzufahren. Mit Wind im Nacken ist das aber gar nicht so einfach, wenn man nämlich besonders langsam fahren möchte.

Um 0820 fahren wir durch den äußeren Pass, der unkritisch ist, erstens, weil es Markierungen gibt, die mit der Route übereinstimmen und zweitens, weil wir wissen, dass es hier noch tief genug sein sollte, was es auch ist. Es bleiben immer gut 3m Wasser unterm Kiel. Der innere Pass wird haariger, zumal die 3 Marker-Paare (schön in rot an Backbord und grün an Steuerbord, wie es sich gehört), überhaupt nicht dort stehen, wo der Nav-Guide zu fahren empfiehlt. Außerdem sieht es überall verdammt flach aus, wie schon aus den Google Earth Bildern ersichtlich ist, die zwar eine relativ gute Auflösung haben, aber dennoch keinerlei Aussage darüber zulassen, wo es nun vielleicht gerade den halben Meter tiefer ist, den wir brauchen.

Christine steht vorn am Bug, über die Micky-Mäuse sind wir in Funkkontakt. Ich fahre, so langsam ich kann. Weil der Wind schiebt, heißt das Leerlauf, manchmal bremse ich sogar mit dem Rückwärtsgang. Allerdings muss man aufpassen, dabei nicht den Kurs zu verlieren. Zwischen dem ersten und zweiten Bakenpaar sind einzelne Korallenköpfe zu erkennen, um die wir mit Hartruderlagen herumkurven. Hier haben wir noch 1 m Wasser unterm Kiel, aber vor den dritten Markern wird es immer flacher. Ich starre gebannt auf das Echolot. 80 cm, 70 cm, 60 cm, es wird immer flacher. Es gibt nun gar keinen Sand mehr unter uns, sondern nur noch Korallen. 50 cm, 40 cm, der Boden unter uns ist braun und Christine hat keine Chance, noch flachere Spots zu identifizieren. Wir kriechen mit 0,5 Knoten dahin. 30 cm, 20 cm. Ich habe die Hand am Schalthebel und bin kurz davor, die Aktion abzubrechen und rückwärts wieder rauszufahren. Wenn die Anzeige auf 10 cm gehen sollte, mache ich das. Aber nach endlos langen Sekunden springt das Display wieder auf 30, 40, 50 cm. Geschafft. Letztlich braucht man nur eine Handbreit unterm Kiel, aber so genau wird das nicht angezeigt und Korallenböden sind nicht so schön eben, wie Sandfächen.

Noch ein paar Minuten durch das südliche Becken, dann wird es noch einmal flach vorm Oyster Resort in der schmalen Durchfahrt zum nördlichen Becken der Peterson Bay. Die Felices heißen uns willkommen und wir ankern hinter ihnen auf 13 m Wasser. Jetzt ist erst mal frühstücken angesagt, dann kommt Wolfgang vorbei und macht uns mit einigen Besonderheiten des Ankerplatzes vertraut.

Etwas später fahren wir mit dem Dinghy, bewaffnet mit iPad und Handecholot noch einmal zur Einfahrt. Ich möchte die Route abfahren, die der Tusker Guide empfohlen hat und dort die Tiefe messen. Es scheint so, dass dort vielleicht 20 cm mehr Tiefe ist, aber es gibt keinerlei Orientierung. Und da man sich bei langsamen Geschwindigkeiten schwer tut, exakt auf einer Kurslinie zu bleiben, scheint es doch wohl am besten zu sein, durch den Tonnenstrich zu fahren. Das teilen wir über Funk dann auch der Hana Iti mit, die morgen nachkommen wollen.

Am Abend begeben wir uns zu Happy Hour und anschließendem Dinner ins Oyster Resort, zusammen mit Conny und Wolfgang. Wir sitzen 4 Stunden gemütlich beisammen und essen ganz ausgezeichnet.

Peterson Bay anchorage

Haarige Einfahrt in den südlichen Teil der Peterson Bay. Die rote Linie ist unser Track, so sind wir gefahren. Dort, wo der rote Pfeil hinzeigt, ist es heute gerade mal 2,3 m tief, wir haben noch kleine 20 cm Wasser unter dem Kiel. Die blaue Linie verbindet die Wegpunkte und ergibt die Route aus dem Tusker-Guide, die wir gefahren wären, wenn es keine Markierungsstangen gehabt hätte. In der Navionics-Karte auf dem iPad, die ich oben im Cockpit vor mir habe, fahren wir ohnehin schon wieder über Land, was auch nicht zur Beruhigung beiträgt.

P7247651

Felice vorm Oyster Resort (auf Oyster Island)

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Hier geht der Blick 180 Grad in die andere Richtung

P7247656

Aperitif vorm Dinner im Oyster Resort

Donnerstag, 23. Juli 2015

Willy’s Nüsse

Donnerstag, 23. Juli 2015, Palikulo Bay, Santo, Vanuatu. Besuch von Willy

Am Morgen ist meine Hand noch stärker geschwollen, als gestern. Man soll einfach nicht zu fest auf Leinen greifen, die von Korallen bewachsen sind, auch wenn man diese kaum sieht (vorgestern, die Mooringleine, die wir mit der Ankerkette raufgeholt hatten). Die Haut juckt und brennt und ich kann die Finger kaum noch krümmen, weil sie so dick geworden sind. Ich hoffe sehr, dass das bald mal wieder besser wird. Auch die rechte Hand ist nun leicht befallen, weil ich auch mit dieser, allerdings nur kurz, die Leine angefasst hatte.

Am Vormittag nähert sich uns ein kleines Auslegerkanu. Der Paddler stellt sich als Willy vor und fragt, ob wir grüne Kokosnüsse und Papayas wollten. Natürlich möchten wir. Er will erst noch zu einem Freund am Ufer paddeln, dann quer über die Bucht zurück zum Village, um dort die Nüsse und das Obst zu holen und dann zu uns zurückkommen. Anderthalb Stunden später ist er wieder da. Zwar bringt er keine Papayas, weil er keine reifen gefunden hat, dafür aber einen Bund Bananen und sechs Coconuts. Er fragt, ob er an Bord kommen könne und wir laden ihn zu einer Bootsbesichtigung ein. Er ist ganz begeistert und erzählt, dass er zum ersten Mal auf einer Yacht sei und er davon ganz stolz im Dorf berichten werde. Dieser Ankerplatz wird offenbar nicht häufig von Blauwasserseglern besucht. In diesem Jahr sei vor uns überhaupt erst ein einziges Boot hier gewesen. Auch zu den Wracks und der Umgebung erfahren wir einige interessante Dinge. Er selbst outet sich als Anhänger der deutschen Fußballmannschaft. Während der WM letztes Jahr haben bei ihm – als einem der drei Besitzer eines Fernsehers im Ort – nur diejenigen mitschauen dürfen, die ebenfalls für Deutschland waren. Er erzählt das lachend. Ob’s wirklich stimmt, können wir nicht beurteilen. Ist aber auch egal. Jedenfalls haben wir Spaß miteinander. Wir schenken ihm eine Machete und eine Wanderhose aus dem Fundus der Admetus sowie unsere letzte Yagona (Kava-Wurzeln) aus Fiji, die wir immer noch unter unserem Geräteträger durch die Gegend gefahren haben. Mit Saft und Keksen sitzen wir mindestens eine Stunde im Cockpit und plaudern ganz ungezwungen.

Später, als die Sonne rauskommt, gehen wir noch eine halbe Stunde schnorcheln und zum Sundowner haben wir die Hana Itis zu Gast.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Willy paddelt eine lange Strecke zum Dorf und zurück, um für uns Bananen und Kokosnüsse zu holen. Wir revanchieren uns mit einer Machete und einer Wanderhose, sowie einer Bootsbesichtigung mit Kaffeeklatsch (auch wenn’s nur Saft ist)

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Mittwoch, 22. Juli 2015

Am Strand der Palikulo Bay

Mittwoch, 22. Juli 2015, Palikulo Bay, Santo, Vanuatu. Strandwanderung

Endlich mal wieder eine Yoga Runde. In den letzten Tagen hatte ich immer wieder Entschuldigungen parat: Zu viel Wind, Regen, wackeliges Schiff, Ankerauf, usw. ... Aber auch heute hat es viel Wind und es macht überhaupt keinen Sinn, die Yogamatte mit aufs Vorschiff zu nehmen. Die würde sofort wegfliegen. Die meisten Übungen gehen ja auch ohne, aber bei allen Positionen, bei denen man über den Rücken abrollt, ist das Bootsdeck dann doch ziemlich hart für die Wirbelsäule.

Am Nachmittag fahren wir mit den Hana Itis an Land und treffen dort auf die beiden anderen Bootsbesatzungen (Kea und Cassiopee). Wir gehen eine Weile am Strand entlang und landen dann auf der Straße, die nach Luganville führt. Es handelt sich um eine alte Betonstraße, deren Decke nur noch rudimentär vorhanden ist. Vermutlich wurde die im 2. Weltkrieg von den Amis gebaut und seither nicht mehr instand gesetzt. Am Ufer der Bucht gibt es einige große Grundstücke mit Steinhäusern. Hier scheinen etwas betuchtere Leute zu wohnen, von denen wir aber niemand zu Gesicht bekommen.

Abends sitzen wir mit Marie-Luce und Didier auf der Hana Iti und lassen es uns beim Sundowner gut gehen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Cassiopee, Hana Iti, Gipsy IIII und Kea in der Palikulo Bay

P7227631

Vom festen Anfassen der Mooringleine,die ich gestern beim Ankeraufgehen durchschneiden musste, brennt seither meine linke Hand, mit der ich die Leine gehalten hatte, während ich in der rechten das Messer führte. Die Hand ist geschwollen und fühlt sich bei Bewegungen an, als hätte die Haut einen starken Sonnenbrand. Auf der Mooringleine waren Korallen angewachsen, und in die sollte man besser nicht reingreifen. Man weiß es eigentlich, versäumt dann aber dennoch, Handschuhe anzuziehen. Von diesen Sanddollars (Seeigelart) gibt es reichlich am Strand

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Auch das Harpunenfischen kann mühsam sein, wie man hier sieht. Die Ausbeute eines mehrstündigen Schnorchelausflugs ist nicht gerade groß

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Christine und Marie-Luce

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Mal wieder ein Sundowner auf der Hana Iti

Dienstag, 21. Juli 2015

Palikulo Bay

Dienstag, 21. Juli 2015, von Luganville nach Palikulo Bay, Santo, Vanuatu, 11 sm.

Zusammen mit Hana Iti und Cassiopee brechen wir um 0930 vom Ankerplatz vor dem Beach Front Resort auf. Beim Ankeraufgehen haben wir plötzlich eine kleine, von Korallen überwucherte Boje an der Ankerkette hängen. Interessanterweise hat die Boje an beiden Enden dicke Leinen. Und unsere Kette läuft genau zwischendurch. Weil der Wind relativ stark ist und ich das Gewusel nicht am Anker hängen mag, wenn der einmal ausgebrochen ist, entscheiden wir uns, die Leine durchzuschneiden, nachdem wir sie mit dem Bootshaken an Bord geholt haben. Das Ding wird eh keiner mehr benutzt haben, wenn es in 10 m Tiefe am Grund liegt.

Wir sind nun in Begleitung zweier Amels (Santorin und Super Maramu). Zunächst müssen wir gegen Wind und Wellen den Channel, der nach Luganville führt, unter Maschine rausfahren. Erst nach anderthalb Stunden setzen wir die Kutterfock für etwa eine Stunde, bis wir kurz vor unserem Ankerplatz wieder auf Maschine umschalten. Die Einfahrt ist etwas tricky, denn die anchorage ist von einem Riff umgeben und wir müssen die Passage treffen. Wir tasten uns langsam voran und kommen gut rein in die Lagune, wo wir schließlich den Anker in 13 m fallen lassen. Später, beim Schnorcheln, stellen wir fest, dass er sich wunderbar in festen, feinen Sand eingegraben hat. Das Wetter ist leider nicht so schön, überwiegend bewölkt und gerade, als wir das Ankermanöver beginnen, fängt es an zu regnen.

Nach dem Schnorchelausflug machen wir das Dinghy klar und drehen eine Runde durch die Bucht. Vom Boot aus sind keine Häuser zu sehen, aber die Tatsache, dass einige Einheimische auf oder am Wasser zum Fischen unterwegs sind, deutet darauf hin, dass es hinter den Bäumen zumindest ein Dorf geben muss. Ansonsten gibt es hier einige Relikte aus dem zweiten Weltkrieg, während dessen es hier eine amerikanische Bomberbase gegeben hat. Im Westen und Osten der Bucht liegen zwei große Wracks in Strandnähe, die schon ziemlich zerfallen aussehen. Am Nachmittag läuft dann noch die Kea ein, ein französischer Kat, deren Besatzung wir auf Ambrym kennengelernt hatten. Nun haben wir drei französisch sprechende Crews um uns herum. Wäre ja mal eine Gelegenheit, wieder etwas französisch zu praktizieren.

Die Felice liegt übrigens nur etwa 5 Meilen nördlich von uns in einer anderen, sehr schönen Bucht vor dem Oyster Resort und wartet dort auf weniger Wind für die Weiterfahrt Richtung Papua Neuguinea. Deren Ankerplatz ist aber so schwierig anzulaufen, dass es dafür Hochwasser braucht und das gibt es derzeit morgens um Sieben. Wahrscheinlich werden wir am Donnerstag hinfahren und Conny und Wolfgang vielleicht doch noch mal sehen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Wrack auf der Westseite der Palikulo Bay. Im Hintergrund links die Hana Iti, Gipsy IIII und Cassiopee

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Am Nachmittag in der Palikulo Bay

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Montag, 20. Juli 2015

Einkauf in Luganville

Montag, 20. Juli 2015, Luganville, Santo, Vanuatu. Einkaufen in der Stadt, upload der letzten postings mit Bildern und Videos

Um 9 Uhr treffen wir uns mit den Hana Itis und Claudine und Gerard von der französischen Cassiopée, die schon seit längerem mit Marie-Luce und Didier bekannt sind und schon eine Woche hier vor Anker liegen, weshalb sie sich anbieten, uns im Schnelldurchgang mit allen facilities hier bekannt zu machen.

Mit dem Dinghy müssen wir am Strand anlanden und diese dann so weit hochtragen, dass sie vom Wasser nicht weggespült werden. Im Beach Front Resort, deren Strand wir nutzen, melden wir uns bei der Reception an und können auch unseren Müll abgeben gegen eine Gebühr von 300 VAT pro Sack. Der Weg in die Stadt dauert etwa 20 Minuten. Es gibt eine Hauptstraße, an der die meisten Geschäfte liegen. Der Ort strahlt kein besonderes Flair aus, ist aber zum Einkaufen gut geeignet, denn Gemüse- und Supermarkt sind sehr gut sortiert, vielleicht einmal abgesehen davon, dass die Joghurts ausverkauft sind. Besonders der offene Markt, der 24 Stunden am Tag geöffnet hat, bietet viel, sogar mehr, als derjenige in der Hauptstadt Port Vila, denn hier, weiter im Norden, hat Pam nicht ganz so arg getobt. Es gibt sogar Bananen, die wir bisher in Vanuatu gar nicht kriegen konnten. Bei Digicel lade ich wieder einmal 40 Euro Guthaben nach, denn die Mega- und Gigabytes werden hier schnell verbraucht.

Gemeinsam mit den beiden anderen Crews essen wir zu Mittag in einem open air Restaurant, was eigentlich mehr eine kleine Küche in einer ganzen Zeile ebensolcher Kochstuben mit davorstehendem Tisch ist (ja genau: ein Tisch mit Platz für 6 Personen). Anschließend fahren wir schwer bepackt (allein die Pampelmusen wiegen etwa 6 kg) mit einem Taxi zurück zum Resort.

Nachdem alles an Bord verstaut ist, fahren wir, mit Laptop und iPhones bewaffnet, wieder zum Resort, um dort das gratis WIFI zu nutzen. Wir trinken Cappuccino (der grauslich schmeckt) und später noch ein Bier. Das Hochladen des ROM-dance postings dauert fast zwei Stunden und gerade, als das letzte Kilobyte im Netz ist, macht der Akku Feuer aus. Schwein gehabt. Das Hotel-Internet ist übrigens um nichts schneller, als 3G, nur billiger. Jedenfalls, wenn man die Kaffees und Biere nicht rechnet ... Die postings sind jetzt also wieder up to date, inclusive Fotos.

Später an Bord muss ich dann doch noch einige Hundert MB der Digicel-Karte verbraten beim Hochladen von Videos. Wer mag, kann sich nun auch das Video vom Landdiving in Pentecost ansehen. Hier ist der Link http://youtu.be/VwcAzTI2Tp4

Am Funk berichtet Didier von einer etwas unerfreulichen Geschichte. Als sie, etwas später als wir, aus der Stadt zurückkamen, mussten sie feststellen, dass jemand ihren Dinghy-Anker geklaut hatte. Den braucht man zwar nicht so oft, meistens, wenn man mit dem Beiboot zum Schnorcheln fährt, aber ohne möchte man auch nicht sein. Didier begibt sich also gleich wieder nach Luganville, um einen neuen Anker zu kaufen. Auf dem Weg schaut er in einer Polizeistation vorbei, um den Diebstahl anzuzeigen. Dort wird er nach dem Namen des Diebes gefragt. Ohne Name keine Anzeige, bekommt er zu hören. Andere Länder, andere Sitten. Bei einem nicht so teuren Gegenstand wie diesem Dinghyanker, für den es sich nicht lohnt, die Versicherung zu bemühen, ist das ja nun eher witzig, als tragisch. Wäre aber interessant zu wissen, was passiert, wenn das komplette Dinghy gestohlen wird, wobei es dann um mehrere tausend Euro geht. Die Versicherungen wollen in jedem Fall die Anzeige bei der Polizei sehen. Aber wo kriegt man dann den Namen des Diebes her? Hahaha.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Mittagessen neben dem Markt. Man sitzt direkt vor der Küche und kann mit der Köchin plaudern

P7207587

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Dachdecker bei der Arbeit im Beach Front Resort, vor dem unsere Boote vor Anker liegen

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Sonntag, 19. Juli 2015

Auf nach Luganville

Samstag, 18. Juli 2015, Ranon, Ambrym, Vanuatu. Foto- und Videobearbeitung

Wir bleiben den ganzen Tag an Bord. Schon in der Früh verlassen 5 Yachten den Ankerplatz, so dass mittags nur noch 2 andere Boote außer der Hana Iti und uns hier liegen. Am Vormittag erstelle ich das Blog-Posting inclusive einer größeren Anzahl Fotos des gestrigen Tages (50 MB), damit ich später, wenn die Internet-Verbindung wieder besser ist, die Beiträge nur noch ins Netz schießen muss. Am Nachmittag nehme ich mir die Videos von gestern und vorgestern vor und schnipsele daran herum und vertone sie schließlich. Vielleicht ergibt sich ja bald einmal die Möglichkeit, sie in youtube zu posten.

Die Wahoo-Portion, die wir gestern geschenkt bekommen hatten, ist so groß, dass wir die Hälfte an die Hani Itis abtreten und den Rest am Abend nicht einmal ganz essen können. Wir gehen früh zu Bett, denn morgen haben wir 68 Seemeilen vor uns, zu denen wir sehr früh aufbrechen wollen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Am Strand wird hier gerade ein Auto auf das Landungsboot gefahren. Geht ganz schnell und schmerzlos

 

Sonntag, 19. Juli 2015, von Ambrym nach Luganville, Espiritu Santo, Vanuatu, 68 sm

Weil eine lange Strecke vor uns liegt und wir möglichst im Hellen in Luganville ankommen wollen, starten wir bereits um 0330. Da wir vor offener Küste und im Windschatten der Insel liegen, kann Christine im Bett bleiben und ich nehme den Anker allein hoch und fahre los. Kaum sind wir vom Ankerplatz weg, blasen uns kräftige Fallböen mit bis zu 28 kn um die Ohren, aber da sie raumschots einfallen, macht das nichts und wir fahren unter Genua mit 7 Knoten flott dahin. Bis zur Dämmerung, die um etwa Halb sechs beginnt, sind die von der Lava rot angestrahlten Wolken über den beiden Vulkanen schön zu sehen.

Im Laufe des Vormittags schläft der Wind aber leider ein. Statt angesagter 12 Knoten sind es schließlich nur noch 8, und das ist zu wenig für eine Backstagsbrise, denn obwohl der Schwell nur etwa einen Meter hoch ist, schlagen die Segel ständig und die Speed geht auf unter 3 kn runter. Also müssen wir leider den größten Teil der Strecke motoren, was überhaupt nicht vorgesehen war. Den ganzen Tag scheint die Sonne und es ist richtig warm. Unter Deck 35 Grad und auch im Cockpit können wir schon seit Sonnenaufgang ohne T-Shirt sitzen.

Als wir uns Luganville, der zweitgrößten Stadt Vanuatus, nähern, gibt es endlich wieder ein 3G Internet und während der letzten 5 Meilen bis zum Ankerplatz beginne ich, die postings mit Bildern hochzuladen. Wer also die Fotos zu den Berichten der letzten Wochen anschauen möchte, muss bis zum 5. Juli zurückblättern. Die Bilder zum Dance Festival in Ambrym kann ich heute noch nicht einstellen, weil mein Internet-Guthaben dafür nicht mehr ausreicht. Die 50 MB des postings von Freitag allein verbrauchen hier bei Digicel 250 MB Datenvolumen. Warum das so ist, weiß der Geier. So ein posting hochzuladen, ist also relativ teuer. Bei dem Datenpaket, das ich gekauft hatte, etwa 7 Euro. So gesehen, war Fiji ein Paradies (und eigentlich auch sonst).

Um 1645 ankern wir vor Luganville. Dieser Platz ist normalerweise den Passatwinden aus Südost ausgesetzt und soll dann sehr rollig sein. Heute Abend herrscht aber fast Windstille und so werden wir wohl hoffentlich eine ruhige Nacht bekommen.