Freitag, 19. Juni 2015

Lunch im Chill

Freitag, 19. Juni 2015, Port Vila, Vanuatu. Lunch im Chill

Noch ein ausgedehnter Erkundungsgang durchs Städtle. Bei Digicel kaufe ich eine weitere SIM Karte, weil die monatlichen Daten-Raten etwas günstiger sind, als bei tvl, und die Abdeckung vielleicht etwas besser ist. Christine leistet sich drei neue Blusen und zu Mittag kehren wir im Chill ein, einem Restaurant im ersten Stock direkt am Wasser, das uns gestern von Marie-Luce und Didier empfohlen wurde. Das Restaurant ist piekfein mit weißen Tischdecken und Stoff-Servietten. Das Lunchmenu beeinhaltet einen Hauptgang und ein Getränk. Ich bestelle Fettuccine an Roquefortsauce, mit Broccoli und Parmesan. Nouvelle Cuisine vom Feinsten, dazu einen kühlen, trockenen Chardonnay. Komplettpreis zu Mittag: umgerechnet 11 Euro. Sagenhaft. Abends ist es um Längen teurer.

Am Nachmittag etwas Adminstration am Computer. Sundowner im Waterfront-Restaurant der Marina mit den Felices und Hana Itis. Morgen früh werden wir zum Landdiving nach Pentecost fliegen. Wir freuen uns schon.

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die sind übrigens echt und lebendig …

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Mittagessen im Chill

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Dinner auf Hana Iti

Donnerstag, 18. Juni 2015, Port Vila, Vanuatu. Ausgedehnter Stadtbummel. Sundowner und Dinner auf der Hana Iti

Nach 11 Tagen Pause kann ich mich heute endlich mal wieder zum Yoga aufraffen. Es gäbe nun auch keine Entschuldigung mehr, denn das Boot liegt schön ruhig und das Wetter ist trocken. Viel Wind hat es auch nicht, denn das ist immer lästig, weil er oftmals die Yogamatte anhebt und wegbläst. Die lange Pause hat aber keinen Schaden angerichtet, denn interessanterweise erlebe ich wieder mal ein paar Fortschritte. Insbesondere bei der Brücke habe ich das Gefühl, so weit hoch zu kommen, wie bisher noch nie. Den Kopfstand mache ich heute mit Füßen am Mast und halte diesen sogar die vorgesehenen 25 Atemzüge.

Am Vormittag begeben wir uns zu einem ausgedehnten Bummel in die Stadt und kommen diesmal auch ans Ende der Hauptstraße in den nördlichen Bereich. Hatten uns bisher schon Supermärkte und Zahnärzte in Staunen versetzt, so geht es heute mit den Boutiquen weiter, von denen es einige mit sehr schönem Design und tollen Klamotten gibt (sagt Christine). Auch einige Duty-free Geschäfte könnte man so am Frankfurter Flughafen finden. Und dann geht man vor die Tür und sieht 15 Schiffswracks am Ufer liegen und ist sich im Klaren, dass die in 10 Jahren wahrscheinlich auch noch dort liegen werden.

Zu Mittag landen wir im Numbawan (number one), trinken Cappuccino und essen eine Pizza. Hingegangen sind wir wegen des freien WLAN, was auch gut funktioniert. Der Nachteil ist nur, dass die Tische mehr oder weniger im Freien stehen mit einem netzartigen Sonnendach, durch das es hindurchregnet, was leider heute ein paar Mal vorkommt. Also bleiben wir dann doch nicht so lange, wie geplant. Die SIM-Karten, die wir in den Telefonen haben, funktionieren zwar, aber das Internet ist nicht besonders schnell und etwa 5 mal so teuer, wie in Fiji. Außerdem sind die Datenpläne der Betreiber so aufgesetzt, dass man das meiste Volumen fürs Geld dann bekommt, wenn man einen Plan mit nur 100 MB wählt, den man innerhalb von 7 Tagen verbrauchen muss. Die sind natürlich ruckzuck weg und müssen ständig nachgeladen werden. Ein Monatsplan mit 1 GB ist pro MB doppelt so teuer. Diese Geschäftspolitik verstehe, wer will. Freies Wifi haben wir bisher, außer im Numbawan und in einem Tai-Massage-Salon (die dafür vorm Geschäft werben), noch nicht gefunden. Da fragt man sich doch, was man mit freiem Internet bei einer Massage anfangen soll? Christines SIM Karte haben wir dann doch gestern noch ans Laufen gebracht, denn plötzlich funktionierte auch die Telefon-Funktion, ohne dass ich irgendwelche Einstellungen geändert hätte. Allerdings war dann plötzlich das gesamte Guthaben verbraucht, obwohl ich zuvor nur 25 Prozent davon für einen Datenplan freigegeben hatte. Fluch der Technik.

Am Abend sind wir und die Felices auf der Hana Iti eingeladen. Die Amel Santorin ist eigentlich das gleiche Schiff wie die Odin, nur als Ketsch getakelt. Marie Luce und Didier haben sich mächtig ins Zeug gelegt, denn als Aperitif gibt es u.a. Rumpunsch und als Dinner ein ausgesprochen gut gelungenes Chicken-Ingwer-Curry mit Reis. Wir sitzen gemütlich unter Deck im großen Salon, wo wir trotz langer Hose nicht zu warm gekleidet sind. Wieder mal ein wunderschöner Abend.

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Wracks vor Irikiri Island im Hafen von Port Vila, nur 50 bis 100 Meter von unserem Liegeplatz entfernt. Bevor wir an Land fahren, drehen wir eine Runde mit dem Dinghy und schauen uns die gestrandeten Boote aus der Nähe an.

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Hauptstraße und Boutique in Port Vila

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Zum Sundowner (die Sonne ist heute allerdings nicht zu sehen, es regnet sogar zeitweilig) und Dinner sind wir auf der Hana Iti bei Marie-Luce und Didier eingeladen

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Mittwoch, 17. Juni 2015

Wieder zum Zahnarzt

Mittwoch, 17. Juni 2015, Port Vila, Vanuatu. Zahnarztbesuch, Stadtbummel, iPhone-Ärger

Eigentlich hatte ich heute mal wieder Yoga machen wollen, aber der Wille war nicht stark genug, um das schwache Fleisch in die Gänge zu bringen. Lieber noch eine Stunde länger schlafen.

Um Viertel vor neun habe ich einen Termin bei Novodental, einer hypermodernen Zahnarztpraxis direkt am Wasser. Dr. Marcel Cruz ist ein relativ junger Arzt aus Brasilien. Seine Visitenkarte weist ihn als Implantationsspezialisten aus. Es geht darum, eine optimale Lösung für das nun zum dritten Mal herausgefallene Inlay zu finden. Die Empfehlung lautet: Keramikfüllung. Eigentlich sei das Loch für ein In- oder Onlay etwas zu klein (das Ding hat da aber immerhin 37 Jahre dringesessen). Ja, das hatte ich mir eh auch so vorgestellt, obschon die hier sogar einen Scanner haben und Inlays oder Kronen in nullkommanichts selbst herstellen können. Die Behandlung ist absolut state of the art. Marcel nimmt sich 40 Minuten Zeit für die Arbeit. Christine und ich sind überrascht, hier einen derart hohen Standard der Zahnheilkunde anzutreffen. Ich bezahle 150 Euro und bin froh, dass ich nun wieder herzhaft zubeißen kann.

Die Überraschungen hinsichtlich des hohen Standards hier in Port Vila gehen weiter, als wir anschließend zum Bon Marché pilgern. Dieser etwa 1500 qm große Supermarkt lässt sich fast mit einem Merkur oder Interspar in Österreich vergleichen. In Fiji jedenfalls haben wir nicht diesen tollen Standard an Sortimentsvielfalt vorgefunden. Viele Dinge sind außerdem deutlich günstiger und wir ärgern uns etwas, das wir in Nadi so viel eingekauft hatten. Wir sind unter anderem auch deshalb so überrascht, weil wir von Vanuatu-Inseln kommen, wo es so gut wie gar nichts gibt und die Menschen, zumindest derzeit noch, vom allernötigsten leben müssen.

Dann gehen wir unseren Ausflug nach Pentecost bezahlen. Am Samstag wollen wir zu dieser Insel im Norden von Efate fliegen, um uns dort das „landdiving“ anzuschauen, wie hier das Springen von 30 Meter hohen Gerüsten genannt wird, bei dem die Akrobaten nur von Lianen kurz vor dem Boden abgebremst werden (sozusagen das Original-Bungee-Springen). Es erscheint uns zu mühsam, mit dem Boot hinzusegeln, wobei weniger die Hin-, als vielmehr die Rückreise nach Süden das Problem darstellt. Und es gibt schließlich nur noch zwei Termine, nämlich diesen und den kommenden Samstag, an denen diese Aktion überhaupt stattfindet. Bei TVL kaufen wir für Christines iPhone noch eine SIM-Karte, genießen einen Cappuccino in einem tollen Café mit ausgesprochen lecker aussehenden Mehlspeisen und machen uns dann wieder auf zum Boot.

Der Frust beginnt, als ich versuche, die SIM-Karte in Christines iPhone ans Laufen zu bringen. Sollte eigentlich sofort funktionieren, denn die Lady bei TVL hatte die Karte schon aktiviert und Guthaben aufgeladen. Aber das iPhone will die PIN nicht erkennen, sonder vermeldet nur, „... bitte warten ...“. Man kann aber bis zum St. Nimmerleinstag warten, denn es geht nichts weiter. Auch die „alten“ Karten erkennt das Smartphone nun nicht mehr. Ich fange an zu googlen und kriege spitz, dass so was schon mal passiert, wenn der Akku total leer ist, was er tatsächlich war. Die diversen Tipps helfen aber nicht weiter, bis ich schließlich die PIN Funktion der Karte abschalte, indem ich diese in mein uraltes Nokia stecke, in der die PIN klaglos akzeptiert wird. Dann haben wir im iPhone plötzlich auch Internetzugang. Toll, denke ich schon, aber es gibt ein weiteres Problem. Nun funktionieren zwar die Daten, aber das Telefon lässt sich nicht benutzen. Das ist insofern blöd, weil die Auswahl eines Datenpakets für die Internetnutzung nur über ein Menü zugänglich ist, dass per Nummernkombination und Anruf vom Telefon aus angesteuert werden muss. Nach zwei Stunden gebe ich auf.

Um 17 Uhr treffen wir uns mit Conny und Wolfgang zur Happy Hour an der Marina-Bar, heute in langen Hosen und mit Pullover. Die Temperaturen sind ausgesprochen angenehm zurzeit, wenn man sich am Abend etwas wärmer anzieht. Dafür muss man tagsüber und in der Nacht nicht schwitzen, was wir durchaus genießen.

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Top-moderne Zahnarztpraxis in Port Vila, in der drei Zahnärzte tätig sind. Dr. Marcus Cruz nimmt sich meiner an

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Wir zählen 13 Boote, die Pam an Land gespült hat. Offenbar ist das größere Schiff auf Drift gegangen und hat viele kleinere “abgeräumt”

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Bon Marché Supermarkt. Ziemlich groß, mit tollem Sortiment

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Hotelterrasse vor dem Mooringfeld. In diesem Hotel gibt es ein Spielcasino, und das ist nicht einmal das einzige in der Stadt

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Dienstag, 16. Juni 2015

Ankunft in Port Vila

Dienstag, 16. Juni 2015, von Tanna, Port Resolution, nach Efate, Port Vila, 63 sm

Um Mitternacht haben wir die Hana Iti noch an Steuerbord, etwas vorlicher, als querab, in 3 sm Abstand in Sicht. Die Felice liegt achteraus und ist nicht mehr zu sehen. Im Lee von Erromango geht der Wind auf 15 kn zurück und die Speed auf unter 5 kn. Als es hell wird, frischt der Wind aber wieder ordentlich auf und geht auf über 20 kn. In unserer Funkrunde um 0600 stellt sich heraus, dass die Hana Iti etwa 6 Meilen voraus und die Felice 8 Meilen hinter uns liegt. Um 0030 löst Christine mich ab. Um 0530 übernehme ich dann wieder. Der Capitana geht es auf dieser Überfahrt relativ gut, obwohl doch ziemlich viel Bewegung im Schiff ist, insbesondere in der zweiten Nachthälfte wird es ruppig.

Um zwanzig nach zwölf liegen wir an einer der 35 Moorings von Yachting World im großen Hafen von Port Vila, nachdem es bei der Einfahrt noch etwas spannend wurde, weil die Wassertiefe zweimal auf unter 3 Meter sank. Sinnigerweise laufen wir gerade bei Niedrigwasser ein, was uns andererseitsa aber hilft bei der Unterquerung einer Hochspannungsleitung, deren lichte Höhe mit 19 m angegeben ist. Unser Mast ohne Antenne ist 17,5 m hoch, also haben wir oben und unten nicht mehr gerade viel Platz. An unserer Nachbarboje liegen Brian und Sue von der englischen Darramy, die wir in Vanua Balavu kennen gelernt hatten.

Am Nachmittag erledigen wir die Zollformalitäten, wofür wir einen langen Dinghyritt machen müssen, bei dem wir ziemlich nass werden. Anschließend erkunden wir das Städtchen, das uns auf Anhieb gefällt. Es geht schon mit der Yachting World Marina los. Die Menschen sind freundlich, die Preise ok, und es gibt ein Restaurant im Marinagelände, in dem sich zur Happy Hour zwischen 4 und 6 die Yachties treffen. Das Sortiment der Supermärkte ist besser, als in Fiji und die Zahnklinik, bei der ich für morgen einen Termin gemacht habe, scheint State of the Art zu sein. Außerdem sind wir hellauf begeistert, als wir auf dem Markt ein großes Angebot frischer Pampelmusen entdecken. Wir hatten nicht mit so hohem Standard gerechnet. Hier in der Stadt fallen uns auch keine Auswirkungen von Pam auf.

Um 17 Uhr treffen wir uns mit Felices, Hana Itis und Darramys zur Happy Hour, die aber relativ kurz ausfällt (nur ein Bier), weil wir nicht warm genug angezogen sind. In kurzer Hose und kurzem Hemd ist es um 17 Uhr einfach schon zu kalt. Schließlich beginnt hier in 5 Tagen der Winter. Nach dem rolligen und lauten Ankerplatz in Tanna und der sehr bewegten Nacht auf See haben wir hier eine sehr ruhige Nacht vor uns.

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Es gibt in Port Vila auch Liegeplätze an der Pier, aber wir nehmen hier eine Boje. Ankern kann man nicht gut, denn im geschützten Bereich ist es 35 Meter tief und dort, wo die Wassertiefe passt, ist der Boden ungeeignet, so dass der Anker nicht gut hält

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Während an den Häusern kaum Schäden zu erkennen sind, hat es viele Schiffe beim Durchzug von Pam erwischt.

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Endlich bekommen wir mal wieder unsere heiß geliebten Pampelmusen zu kaufen

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Erdnüsse samt Stil

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Happy Hour im Marinagelände. Neu im Kreis sind Brian und Sue von der Darramy

Von Tanna nach Port Vila

Montag, 15. Juni 2015, von Tanna nach Port Vila, Efate. 72 sm

Die Nacht ist wieder mal schaukelig. Ganz besonders nervt ein Geräsuch, das wir nicht lokalisieren können, weil es nur alle paar Minuten auftritt, wenn das Boot stärker überholt. Um fünf Uhr morgens habe ich die Faxen dicke und gehe ernsthaft auf die Suche. Zunächst habe ich die Gasflaschen im Verdacht, denn eine der beiden ist nicht mehr richtig festgekeilt. Aber als ich wieder im Bett liege, ist das Geräusch immer noch da. Schließlich stellt sich heraus, dass es ein kleiner, quarderförmiger Blechkanister mit Verdünnung in der Backskiste ist. Der war aus einer größeren Kiste herausgefallen und lag nun flach am Boden; d.h., nicht ganz flach, sondern fast mittig auf einem Kabel, über das er nun kippen konnte. Wenn das blöde Ding nur 3 cm weiter gerutscht wäre, hätte es kein Generve gegeben. Aber nun ist auch Ruhe und wir können noch 2 Stunden schlafen.

Gestern hatten wir diskutiert, ob wir heute oder morgen nach Port Vila aufbrechen sollten. Abhängig vom Wetter. Da gestern Abend kein Wetterbericht zur Verfügung stand (wahrscheinlich war der NOAA-Server ausgefallen, denn auch Wetterwelt aus Kiel lieferte keinen forecast), hatten wir die Entscheidung auf heute vertagt. Weil das Wetter heute etwas sanfter aussieht, beschließen wir, mittags gemeinsam im Dreierpack aufzubrechen. Vorher kommt Stanley noch in seinem Auslegerkanu vorbei. Wir laden ihn zum Frühstück ein, denn wir sind heute spät dran damit, weil wir auf das frische Brot aus dem Ofen warten.

Um 1120 haben wir den Anker aus dem Grund. Draußen gibt es eine 2,5 m hohe Welle und 18 kn Wind aus 130 Grad. Wir packen die Genua aus, setzen etwas später den Spibaum und rauschen mit 6 kn dahin. Als wir die Nordostecke Tannas hinter uns gelassen haben und der Vulkan langsam außer Sicht kommt, müssen wir auf einen Vormwindkurs abfallen und setzen die Kutterfock hinzu. Nach 15 Meilen sind die Felice, Hana Iti und Gipsy IIII immer noch relativ dicht beieinander. Mit dieser Besegelung (Felice unter gerefftem Groß und Genua Schmetterling, Hana Iti unter ausgebaumter Genua und Besan) sind die Boote offenbar gleich schnell. Wir empfinden die Fahrt als ausgesprochen interessant, denn so oft haben wir das ja nicht, dass wir in Sichtweite mit bekannten Seglern unterwegs sind. Die Insel Erromango lassen wir an Steuerbord liegen. Wir passieren sie zwischen 17 und 23 Uhr. Wenn es so weiter läuft, werden wir morgen Vormittag in der Hauptstadt Vanuatus ankommen. Vor Erromango empfange ich langsames Internet. Mal sehen, ob es gelingt, dieses posting samt Fotos abzusetzen.

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Wir laden Stanley spontan zum Frühstück ein und geben ihm dann noch ein Paket Butter und eine Salami mit, die ihm so sehr geschmeckt hat

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Kurz nachdem wir Port Resolution verlassen haben: Blick auf den Vulkan, diesmal von der anderen Seite

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Für zwei Stunden setzen wir auch die kleine Kutterfock und fahren Schmetterling. Bergrunter zeigt das Log zeitweilig 9 Knoten an. Dann müssen wir den Kurs nach Steuerbord korrigieren und deshalb das kleine Segel wieder einnehmen.

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Da die Hydrovane für das Schmetterlingsegeln zu ungenau steuert, stellen wir uns für zwei Stunden selbst ans Ruder (was wir so lange noch nie gemacht haben)

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Felice vor uns, ebenfalls Schmetterling

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Ein kleiner Rest der Felice. Die Wellenhöhe liegt bei 2,5 m, manche erreichen auch drei Meter.

Sonntag, 14. Juni 2015

Lunch bei Serah

Sonntag, 14. Juni 2015, Port Resolution, Tanna, Vanuatu. Dorfbesuch mit Lunch in Serah’s Restaurant

Um kurz vor Elf fahren wir wieder gemeinsam mit den beiden anderen Crews an Land. Wir streunen etwas durchs Dorf und kommen gerade zur Kirche, als der Gottesdienst beendet ist. Es scheint so, als ob alle Leute mit uns sprechen wollten, und wir stehen eine ganze Weile am großen Dorfplatz und plaudern mit den Einheimischen. Außerdem übergeben wir an Stanley einen großen Beutel mit allerlei Dingen, die die Leute hier hoffentlich gebrauchen könnnen, von Angelschnur und –haken über ein paar T-Shirts, Schulhefte und Buntstifte bis zu Nähutensilien.

Um 12 begeben wir uns zu Serah’s behelfsmäßigem Restaurant. Selbstredend sind wir die einzigen Gäste. Mehr hätten auch gar nicht Platz unter dem provisorischen Dach. Der Tisch ist schon gedeckt und kurze Zeit später wird aufgetragen. Es gibt Fisch (die Hälfte von einem kleinen), dazu zweierlei Gemüse und Maniok. Brunnenwasser als Getränk. Wir sind überrascht, wie gut es schmeckt. Als Dessert Zuckerrohr und danach Mini-Kokosnuss, die zuerst ausgetrunken, und dann ausgelöffelt wird. So junge coconuts haber wir noch nie gegessen. Die Copraschicht innen ist höchstens 3, eher 2 Millimeter dick und noch sehr sehr weich. Schmeckt aber ausgezeichnet. Alles für 700 Vatu, also etwa 6,5 Euro. Obwohl Christine mir heute Morgen erneut Cavit in mein vom herausgefallenen Inlay hinterlassenes Zahnloch geschmiert hat, ist nach dem Essen nichts mehr davon drin. Uns scheint, dass die Konsistenz dieses provisorischen Zements nach nunmehr 2 oder 3 Jahren doch schon etwas zu trocken ist.

Zum Kaffee fahren wir wieder an Bord zurück und verbringen den restlichen Tag zu Hause. Der Wind hat etwas gedreht und wir liegen nun quer zum Schwell, was uns übles Geschaukel beschert.

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Auf der Felice wird im Mast gearbeitet

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Sit-in vor der Kirche

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Christine verteilt Bonbons an die Kinder

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Bei Serah gibt es ein gutes Mittagessen …

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… mit Zuckerrohr und Mini-Kokosnuss als Dessert

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Serah mit Tochter

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Mittagspause am Sonntag unter der Krone eines riesigen Baumes

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Den ganzen Tag über sind Fischer mit 8 kleinen Auslegerkanus in der Bucht unterwegs und werfen Netze aus. Die Arbeit ist mühsam, weil nur kleine Fische gefangen werden. Hier trägt einer die Ausbeute mehrerer Stunden ins Dorf

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Diesen Gegensatz finden wir immer interessant: Einerseits wird auf traditionelle Art in ausgehöhlten Baumstämmen gefischt, aber ein Handy haben hier auch schon viele und telefonieren, wie dieser junge Mann in der Mitte, sogar beim Anlanden des Kanus

Samstag, 13. Juni 2015

Auf dem Vulkan

Samstag, 13. Juni 2015, Port Resolution, Tanna, Vanuatu. Besuch des Dorfes und des Mount Yasur (aktiver Vulkan)

Wir sind rechtzeitig am Yachtclub. Auch Stanley ist pünktlich um 16 Uhr vor Ort, aber sein Bruder mit dem Pickup erscheint erst eine halbe Stunde später. Alles aufsitzen. Die Mädels können im Innenraum Platz nehmen, die Jungs müssen auf die Ladefläche, was sich als nicht besonders komfortabel herausstellt, denn die Straße ist nichts anderes als ein Feldweg, zeitweilig der übelsten Sorte. Wir fahren 45 Minuten und die meiste Zeit stehe ich, mit Blick nach vorn, hinterm Fahrerhaus. Auf den ersten Kilometern nimmt der Fahrer noch zusätzliche Passagiere auf, so dass wir uns zeitweilig zu Elft auf der Pritsche zusammendrängen müssen. Es rüttelt und schaukelt und manchmal ist zu befürchten, dass der Wagen wegen zu starker Krängung umkippt. Ein Auto hat schließlich keinen Kiel, wie eine Yacht. Oft müssen wir den Kopf einziehen wegen Ästen oder Zweigen, die über den Weg ragen. Wir sind erstaunt, wie viele Einheimische zu Fuß auf dieser „Straße“ unterwegs sind.

Irgendwann kommen wir zum Kassenhäuschen, wo wir unseren Eintritt von 33 Euro pro Person berappen müssen. 2500 Vatu (25 Euro) Taxigeld p.P. haben wir schon an Stanley bezahlt. Schließlich parken wir knapp unterhalb des Kraterrandes. Es ist mittlerweile 1715 und schon fast dunkel. Wir müssen noch etwas bergan und erreichen eine Viertelstunde später eine Position am Kraterrand, wo wir direkt in 2 glühende Magmabrodel hineinschauen können. Mittlerweile ist es dunkel. Etwa alle Viertelstunde gibt es eine größere Eruption, die mit gewaltigem Getöse daherkommt. Rotglühendes Gestein fliegt durch die Gegend. Ich schätze, dass der Auswurf etwa 150 Meter unter uns liegt. Bei den stärkeren Hustern fliegt die Lava etwa bis auf unsere Höhe, meistens spielt sich das ganze aber unter uns ab. Das Spektakel ist jedenfalls hochgradig beeindruckend und faszinierend (auf dem Niveau von Grand Canyon, würde ich sagen), vor allem die Kombination aus dem optischen Schauspiel und dem gewaltigen Donner, der damit verbunden ist. Die Dramatik der Situation wird noch dadurch unterstrichen, dass es ringsum stockdunkel ist und ein sehr starker Wind bläst. Selbst mein schweres, dreibeiniges Stativ, das ich extra mitgeschleppt habe, darf ich keinesfalls loslassen, weil es sonst umgeblasen würde.

Nach einer dreiviertel Stunde bläst Stanley zum Aufbruch. Schade eigentlich, ich hätte es noch etwas ausgehalten. Der Rückweg über den schrägen, steilen und staubigen Vulkanhang bis zum Auto ist abenteuerlich und wäre ohne Führer vermutlich schwierig zu finden. Aber wir haben Stirnlampen dabei und so kommen wir wohlbehalten am Parkplatz an. Um Viertel nach sieben sind wir wieder am Yachtclub und tragen unsere Dinghies vom Strand ins Wasser. Wir fahren sehr langsam und behutsam, um kein Riff zu streifen, aber diesmal geht alles gut. Um Halb acht sind wir wieder an Bord und genehmigen uns erst mal einen vespäteten Sundowner (Rotwein mit Käse).

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Die richtigen Klamotten für den Vulkankrater: Lange Hosen, feste Schuhe, Pullover und/oder Jacke

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Am Yachtclub warten wir auf das Taxi, das sich etwas verspätet

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Mit so einem Pickup fahren hier bis zu 20 Personen

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Was hier noch ganz lustig aussieht, wird auf der Buckelpiste ein ganz schön hartes Vergnügen, zumal …

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… wir uns die Ladefläche streckenweise noch mit 8 weiteren Personen teilen müssen

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Bezahlstop am Kassenhäuschen. Ab hier geht es bergauf. Noch 15 Minuten mit dem Auto, …

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… und dann noch 15 Minuten zu Fuß. Nur die ersten 5 Minuten sind so schön gepflastert. Dann wird es unwegsam

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Hier hätte man sogar noch Post aufgeben können, aber wir haben keine dabei

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Als wir auf dem Kraterrand stehen, ist es schon fast dunkel

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Auf dem Rückweg haben wir die Ladefläche für uns allein und können es uns “bequem” machen