Dienstag, 7. Juli 2015

Von Epi nach Awai

Dienstag, 07. Juli 2015, von Epi nach Awai Island, Maskelynes, Vanuatu, 25 sm.

Um Acht geht’s los, vorm Wind unter Genua bei bewölktem Himmel. Das Wetter will einfach nicht mehr schön werden. 5 Stunden später liegen wir in einer total geschützten Bucht hinter der kleinen Insel Awai im Süden der größeren Insel Malekula vor Anker. Als wir ankommen, liegt eine ältere amerikanische Yacht mitten in der Bucht. Der Platz ist unglaublich idyllisch. Klares Wasser, rings um uns herum nur grüne Landschaft, ein kleiner Sandstrand, kein fest installiertes Zeichen von Zivilisation ist zu sehen, nur ein paar Männer, die in ihren Kanus fischen.

Ein Mann in einem Auslegerkanu kommt zu uns hergepaddelt, um sich zu unterhalten. Er heißt Sofren und ist der Chief des Mini-Dorfs auf der kleinen Insel Awai. Dorf kann man das eigentlich gar nicht nennen, denn dort wohnt nur seine erweiterte Familie, insgesamt 15 Personen. Die sind hier wirklich ab vom Schuss. Falls sie mal etwas in einem Laden einkaufen wollen, müssen sie 3 Stunden mit dem Kanu fahren. Fahren, das heißt paddeln. Ein Versorgungsschiff kommt nicht hierher, das würde sich wohl für die wenigen people nicht lohnen. Wir sind sicher, dass wir hier mit einigen Geschenken aus dem großen Fundus der Admetus große Freude bereiten und das Leben vielleicht ein kleines bisschen erleichtern können. Morgen werden wir der Siedlung einen Besuch abstatten und Weihnachtsmann spielen.

Eigentlich hatten wir vorgehabt, morgen Nachmittag, an Christines Geburtstag, die Felices und Hana Itis zu Kaffee und Kuchen einzuladen. Aber damit kommen uns Marie-Luce und Didier zuvor. Einladungen soll man ja nicht ablehnen. Also disponieren wir kurzerhand um und feiern Christines Geburtstag zum zweiten Mal vor, indem wir heute zu einem Sundowner bei uns an Bord einladen.

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Wieder im Dreierpack unterwegs.

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Vulai Island, links davon liegt die Südwest Passage in die Maskelynes, durch die wir hindurchfahren. Gegenüber von Vulai liegt Awai, hinter der wir heute vor Anker gehen

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Sofren besucht uns. Er ist der Chef der 15 köpfigen Großfamilie auf Awai. Sonstige Bewohner gibt es auf dieser kleinen Insel nicht.

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Diese drei Hunde hatten keinen Platz mehr auf den Kanus (oder sie sollen ein Sportprogramm verpasst bekommen). Jedenfalls werden sie am Strand zurückgelassen. Nachdem sie eine halbe Stunde dort herumgeheult haben, gehen sie gemeinsam ins Wasser und schwimmen nach Awai hinüber, immerhin eine Strecke von etwa 500 Metern. Sie sind relativ flott unterwegs.

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Anmarsch zum Sundowner

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Montag, 6. Juli 2015

Lamen Bay

Montag, 06. Juli 2015, Lamen Bay, Epi, Vanuatu. Landgang ins Village

Windige Nacht, aber wenig Schwell. Gestern Abend lagen wir schon um Halb acht im Bett. Um die Zeit stehen wir auch heute Morgen auf, haben also 12 Stunden in den Federn gelegen.

Nach ein paar kleineren Jobs fahren wir um 11 Uhr an Land. Das Wetter ist leider immer noch ungemütlich mit Nieselregen. Wir parken die Dinghies an einer ziemlich ramponierten Betonpier und gehen gemütlich durchs etwa 300 Einwohner zählende Dorf. Hier gibt es sogar eine Highschool mit Internatcharakter. Viele Schüler kommen von anderen, auch weiter entfernten Inseln und können nur dreimal im Jahr während der zweiwöchentlichen Ferien zu ihren Eltern nach Hause. Während der Besuch der primary school gratis ist, muss man für die Highschool bezahlen. Oftmals werden die Mittel dafür in der erweiterten Familie oder durch ganze Dorfgemeinschaften aufgebracht.

Wir kommen auch am Yachtclub vorbei, in dem wir vor zwei Wochen, als wir mit dem Flugzeug hier waren, zu Mittag gegessen hatten, der aber heute unbewirtschaftet ist. Wir können also keinen Frühschoppen abhalten. Der kleine Laden im Ort ist offen, aber die Regale sind ziemlich leer. Am anderen Ende des Dorfs gibt es eine Bäckerei und wir machen uns dorthin auf den Weg. Als wir ankommen, bekommen wir aber mitgeteilt, dass es derzeit wegen Mehlmangels kein Brot gebe. Er habe nur noch 20 kg und obwohl der Bäcker das nicht näher ausführt, nehmen wir an, dass dieser Restbestand entweder für seine Familie oder zumindest für bestimmte Zwecke aufgehoben werden soll. Nun, uns macht das nichts, denn wir können schließlich selbst backen, was Christine dann am Nachmittag auch tut. Der Bäcker erzählt uns außerdem, dass Cyclone Pam die gesamte Ernte zerstört habe. Wir sehen einen Baum, der schon wieder, allerdings noch unreife, Pampelmusen trägt, aber die Kokospalmen sind allesamt ohne Nüsse. Der Bäcker zeigt auf seine großen, 30jährigen Palmen und erklärt, dass es drei Jahre dauere, bis diese wieder abgeerntet werden können. Bananen gibt es nirgendwo, denn auch diese Pflanze braucht sehr lange, um nachzuwachsen. Überall hören wir, dass die Regierung und Hilfsorganisationen mit Reislieferungen geholfen haben. Nicht, dass die Menschen unzufrieden damit wären, aber viele erwähnen doch, dass Reis in ihrer normalen Küche so gut wie nicht vorkommt und es macht den Eindruck, als ob sie Reis bald nicht mehr sehen könnten. Während wir in Blogs anderer Segler, die in den Vorjahren hier gewesen sind, davon lesen, dass man Gemüse und Obst habe einkaufen können, ist der Marktplatz nun verwaist, weil es einfach kein Angebot gibt.

Hier in der Bucht gibt es ein Dugong, also eine Seekuh (könnte auch ein Bulle sein). Gestern habe ich das Tier kurz beim Auftauchen gesehen, dann aber nicht mehr. Die Tiere sind wohl die meiste Zeit unter Wasser damit beschäftigt, dass Seegras am Boden abzuernten. Heute erfahren wir von den Felices, dass die 5 köpfige australische Familie, die mit ihrem Kat hier ankert, gestern mehr Glück hatte. Wir waren schon erstaunt, dass plötzlich die gesamte family mit Taucherbrille im Wasser herumspaddelte. Bei dem kühlen Wetter eher unverständlich. Dabei war das Dugong in der Nähe des Kats aufgetaucht und alle haben dieses große Säugetier unter Wasser beobachten können. Wäre ja schön, wenn uns das auch noch gelingen würde. Dafür spränge ich auch glatt ins Wasser.

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Diese Pier hat sicher schon mal bessere Zeiten gesehen. Hier machen wir die Dinghies fest. Das “Dreiländereck” sieht man links im Bild, außerdem liegt hier noch ein australischer Kat vor Anker.

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In diesem Baum hat sich ein Hirsch versteckt. Wer findet ihn?

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Vor der Highschool wird ausgelassen Volleyball gespielt

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Der Pastor des Ortes erzählt uns etwas über sein Dorf

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Der Yachtclub ist heute geschlossen

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Mörtel scheint wohl knapp zu sein, also steckt man Stangen in die Steine. Sieht wie eine Bar aus, aber zu trinken gibt es nichts (jedenfalls nicht um die Mittagszeit)

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Überall sind noch die Auswirkungen von Pam zu sehen.

Sonntag, 5. Juli 2015

Von Emae nach Epi

Sonntag, 05. Juli 2015, von Emae nach Epi, Lamen Bay (Vanuatu), 33 sm.

Die Nacht brachte viel Wind, aber kaum Schwell, so dass es zwar zeitweilig laut wurde, das Boot aber relativ ruhig im Wasser lag. Kurz vor acht gehen wir ankerauf, wobei wir heute das Schlusslicht bilden, um ggfls. der Hana Iti Beistand leisten zu können, deren Anker unter einem Korallenblock hängt. Aber es geht alles klar und wir erleben eine schnelle Überfahrt mit fast achterlichem Wind. Unter ausgebaumter Genua laufen wir zeitweilig bis zu 8 kn durchs Wasser. Der Wind bläst wieder mit 25 Knoten und es nieselt oft. Obwohl die Wellen bis zu 2 m hoch sind, sind die Schiffsbewegungen heute angenehmer, als gestern, so dass Christine heute gut klar kommt, auch ohne Pillen. Auf der Ostseite von Epi kommt uns der Strom zunächst entgegen und die Wellen werden plötzlich steil und kurz, etwas später wieder lang und hoch. Und kurz vor unserem heutigen Ankerplatz in der Lamen Bay, wo wir vor zwei Wochen schon einmal mit dem Flugzeug waren, schiebt uns die Strömung plötzlich mit 2,5 Knoten. Um 1320 fällt unser Anker auf Sand und Seegras in 7,5 m Wassertiefe. Hana Iti ankert unmittelbar hinter uns, die Felice etwas später vor uns. Außer unserem Dreiländereck liegt nur noch ein australischer Katamaran in der Bucht.

Wir trinken erstmal Kaffee und machen dann das Dinghy klar. Aber mehr als eine kleine Runde zu den beiden anderen Booten findet heute nicht mehr statt. Die Felices hatten unterwegs einen Barracuda gefangen, den sie an Land abgeben. Die Einheimischen werden wissen, ob man den gefahrlos essen kann. Barracudas gelten gemeinhin als hochgradig gefährlich, Ciguatera-Überträger zu sein. Ob der Fisch tatsächlich davon befallen ist, lässt sich nicht feststellen. Man kann das Problem auch nicht „wegkochen“, so dass man es erst weiß, wenn man Krankheitssymptome feststellt, die in Abhängigkeit von der Toxizität und der Menge Fisch, die man zu sich nimmt, schlimmer oder weniger stark ausfallen können. Man kann auch daran sterben. Also macht es auf jeden Fall Sinn, so ein Viech erst gar nicht in die Pfanne zu schmeißen.

Für diejenigen, die es genau wissen wollen. Wikipedia schreibt zu Ciguatera: Verantwortlich sind das Cigua- und Maitotoxin, die zu den stärksten bekannten Giftstoffen zählen. Sie entstammen Dinoflagellaten – bestimmten Geißeltierchen wie Gambierdiscus toxicus – die auf Algen und Tang des Korallenriffs epiphytisch leben. Ciguatoxin wirkt auf die spannungsabhängigen Natriumkanäle der Nervenzellen, Maitotoxin auf die Calciumkanäle; sie verhindern die Weiterleitung der elektrischen Signale im Nervensystem. Da sie in der Nahrungskette angereichert werden, sind besonders Raubfische wie Barrakudas, Zackenbarsche und Muränen belastet, seltener korallenpolypenfressende Papageifische und Pflanzenfresser. Die hitzebeständigen Gifte schaden den Fischen nicht, die Letalität bei Menschen, die an Ciguatera erkranken, liegt bei etwa 7%. Nach 1–24 Stunden (meist fünf bis sechs Stunden) entwickeln sich Hautausschläge, Taubheitsgefühl in Lippen- und Mundschleimhaut, Diarrhöe, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Die Beschwerden, teilweise mit charakteristischen neurologischen Symptomen, wie der Umkehr des Kalt-Warm-Empfindens, können oft über Wochen anhalten.

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Unterwegs von Emae nach Epi, Lamen Bay. Das Foto macht die Felice, …

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… die wir hier an unserer Backbordseite haben. Rechts davon und etwas weiter entfernt die Hana Iti

Samstag, 4. Juli 2015

Zwischenstop in Emae

Samstag, 04. Juli 2015. Von Port Havannah (Efate) zum Zwischenstop nach Emae, 38 sm. Windige Überfahrt

Ankerauf um 0735, zusammen mit Felice und Hana Iti. Im Binnenrevier von Port Havannah pfeifen uns Fallböen mit bis zu 35 kn um die Ohren. Wir haben praktischerweise noch kein Segel oben, weil der Wassermacher laufen und wir Strom machen müssen. Also Maschine. Um Halb neun sind wir im Purumea Channel (Durchfahrt zwischen den Inseln Lelepa und Moso), kurz danach setzen wir die Genua und können auf unseren Kurs 011 gehen. Im Lee von Efate und Moso schläft der Wind fast ein, so dass die Speed auf 1 kn runtergeht. Also wieder eine halbe Stunde Motor.

Aber dann fängt es richtig an zu blasen. Statt 18 kn hat es permanent um die 25. Wir machen 7 kn durchs Wasser und noch etwas mehr über Grund, weil der Strom mitläuft. Da der Schwell noch aus NE, der Wind aber aus SE kommt, haben wir eine unangenehme Kreuzsee von zunächst 1,5, später 2 Meter. Wegen der Kürze dieses Schlages hat Christine darauf verzichtet, Medikamente gegen Seekrankheit zu nehmen. Sie verbringt dann 2 Stunden in der Koje, wo es ihr nicht so gut geht. Das Wetter ist auch nicht dazu angetan, die Stimmung zu heben. Alles grau in grau und hin und wieder etwas Regen. Der Wind pfeift in der Takelage.

Um 1330 kommen wir ins Lee von Emae und der Seegang wird moderat. Um 1420 fällt der Anker auf einem Sandflecken, der allerdings so klein ist, dass die Kette über Korallenblöcke läuft. Das ist an diesem Ankerplatz nicht zu verhindern. Die Hana Iti und Felice, die 30 Minuten nach uns ankommen, finden noch schlechtere Bedingungen vor, weil wir den einzigen größeren sandpatch belegt haben. Ich gehe schnorcheln, um mir die Situation unter Wasser anzusehen, aber große Lust dazu habe ich nicht. Es ist kalt und das Wasser ist auch nicht besonders warm (und furchtbar nass, natürlich). Die Korallen sind aber schön, das Wasser klar und es gibt viele bunte Fische. Als ich wieder rauskomme, ist mir kalt. So oft wie derzeit haben wir auf der ganzen Reise noch nicht den Salon frequentiert. Selbst auf der Fahrt hierher habe ich es vorgezogen, unter Deck zu lesen, anstatt im Cockpit an der frischen Luft.

Da wir morgen schon weiterziehen wollen, hat niemand Lust, das Dinghy klar zu machen und an Land zu fahren. Vielleicht kommen wir ja auf dem Rückweg nochmal hier vorbei. Wir sind erstaunt, dass es eine Internetverbindung gibt, wenn auch nur ein E-Netz, das sehr langsam ist.

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Kein schönes Wetter, aber eine schnelle Überfahrt. 25 kn Wind, Kreuzsee, etwas Regen

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Emae haben wir schon seit 25 Meilen in Sicht. Wir ankern etwas später auf der anderen Seite im Lee der Insel. Obwohl die Insel nicht groß ist, gibt es am Ankerplatz wenig Schwell. Dafür aber kräftige Böen, die den Kahn ganz schön durchschütteln

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Da ich gerade im Wasser bin, versuche ich, der Hana Iti einen Sandflecken zum Ankern zu zeigen. Der Anker landet auch zunächst darin, doch dann verhakt sich die Kette im Kettenkasten und das Geschirr wird über Grund gezogen und bleibt dann doch in einem Korallenblock hängen. Hält gut, aber beim aufholen des Ankers kann es etwas schwierig werden, ihn frei zu bekommen.

Freitag, 3. Juli 2015

Esema Bay

Freitag, 03. Juli 2015. Port Havannah, Esema Bay, Efate. Dorfbesuch und kleine Wanderung

Am Vormittag ist es noch trocken, windstill, aber zu 100 Prozent bewölkt. Das Boot liegt ruhig, fast wie an Land und insofern habe ich ideale Bedingungen für meine Yoga-Übungen auf dem Vorschiff.

Um 10 Uhr fahren wir mit drei Dinghies an Land, um dem kleinen Village einen Besuch abzustatten und einige der nützlichen Dinge zu übergeben, die wir an Bord mitführen. Die meisten sind von der Admetus, aber einiges hatten wir selbst auch noch in Fiji eingekauft. Die Menschen freuen sich über Kleidung und andere Nützlichkeiten, wie eine per Kurbel angetriebene Taschenlampe. Dreht man daran, wird ein Kondensator aufgeladen, der auch dann noch Licht erzeugt, wenn man nicht mehr kurbelt. Wir sprechen mit dem Dorf-Chief und anderen Männern, auch hier wieder über Pam. Nach dem Cyklon, der an dieser Stelle von 19 Uhr bis 4 Uhr in der Früh wütete, habe es kein einziges Blatt mehr auf Bäumen oder Sträuchern gegeben. Alles sei kahl gewesen. Man habe eine Woche gebraucht, um abgerissene Äste, umgestürzte Bäume und die Reste zerstörter Hütten überhaupt so weit wegzuräumen, dass wieder ein Durchkommen möglich gewesen sei. Das Haus von Frank ist immer noch nicht wieder hergestellt. Schutz hat man in dem einzigen Steingebäude des Dorfes gefunden.

Es führt ein Weg zu diesem Dorf, der landeinwärts nach Port Vila und auf der anderen Seite zum Ufer führt. In dieser Richtung wandern wir eine Weile lang bis zu der Stelle, wo die im Westen liegende Insel und Efate dicht zusammenrücken. Die schmale Durchfahrt, die es nach Norden hin gibt, ist für Kielboote nicht passierbar, weil zu flach. Sonst könnten wir Morgen auf dem Weg nach Emae dort hindurch, was uns sicher 8 Meilen sparen würde.

Mittags sind wir wieder an Bord zurück und dann fängt es an zu regnen, wie prognostiziert. Um 1630 sind wir und die Hana Itis auf der Felice zum Sundowner eingeladen, wo wir sicher die neueste Wetterentwicklung diskutieren werden. Bisher sah es so aus, dass für Morgen ein Südostwind angesagt war. Nun scheint es aber ein Nordost mit Regen zu werden, weshalb wir die Abfahrt wahrscheinlich um einen Tag verschieben werden.

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Dieses Mini-Dorf hat immerhin einen Schwimmsteg, wo man bei Hochwasser anlanden kann. Auf dem Rückweg müssen wir die Boote allerdings 50 m weit schieben, bevor wir einsteigen können.

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Wir verteilen einige der Geschenke, die wir an Bord haben. Hier führt Christine gerade die Funktionsweise der Taschenlampe vor, deren Kondensator man per Kurbel aufladen kann. Licht ist ein kostbares Gut hier und oftmals nicht verfügbar.

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Auch die beiden anderen Crews haben Geschenke mitgebracht, über die man sich sehr freut (auch wenn der Bursche links auf diesem Foto gerade etwas mürrisch dreinschaut)

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Der 9-jährige Richy, den wir schon im Dorf getroffen hatten, kommt uns mit seinem Fahrrad nachgefahren

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Diese große Ketsch, schätzungsweise 30 Meter lang, hatte versucht, den Zyklon Pam in diesem natürlichen Hafen vor Anker abzuwettern. Ob die Ankerkette gebrochen oder der Anker auf Drift gegangen ist, können wir nicht eruieren, aber das Ergebnis ist deutlich zu sehen. Die Yacht liegt so hoch am Strand, dass sie wohl schwerlich abgeborgen werden kann. Wir fragen uns, welche Mittel und Wege das Dorf hätte, wenn dieses “Strandgut” sie stören und sie eine Beseitigung durchsetzen wollten. Das Schiff scheint nicht einmal leckgeschlagen zu sein, aber wenn sich nicht eine Versicherung bereit erklärt, lieber eine Bergung als einen Totalschaden zu bezahlen, werden die Überreste vermutlich auch in 20 Jahren noch hier liegen.

Donnerstag, 2. Juli 2015

Port Havannah

Donnerstag, 02. Juli 2015, von Port Vila nach Port Havannah, Esema Bay, Efate, 25 sm.

Um Sechs sind wir unterwegs, zunächst noch bei ganz wenig Wind, aber um 0640 können wir den Motor abstellen und die Genua setzen. Am Devil’s Point, wo es manchmal sehr unangenehme Wellen geben soll, kommen wir heute, bei 18 kn Wind aus 110 Grad und 3 h nach Hochwasser, ungeschoren davon. Keine besonderen Vorkommnisse. Im Lee von Efate geht es dann wieder nordwärts, und zwar auf ganz ruhigem Wasser, was das Segeln auch für Christine angenehm macht. Wir laufen gleichzeitig mit Felice und Hana Iti aus, aber heute sind wir mit Abstand die schnellsten, selbst als die Hana Iti Vollzeug aufzieht, kommt sie uns nicht näher. Es ist interessant, zu beobachten, wie unterschiedlich schnell die Boote sind, je nachdem, unter welchen Bedingungen gesegelt wird. Auf dem letzten Schlag von Tanna nach Port Vila ist uns die Amel noch davongesegelt.

Um 1105 fällt unser Anker auf 12 m Wassertiefe in der Esema Bay im Norden von Port Havannah, der einem Binnenrevier gleichkommt. Eine halbe Stunde später kommt die Hana Iti und kurz darauf auch die Felice. Heute bleiben wir an Bord, bekommen aber Besuch von einem kleinen Auslegerkanu mit Linda und Frank, die etwas plaudern wollen. Sie berichten davon, wie sie durch Pam ihr komplettes Haus/Hütte verloren haben und immer noch nur unter einem Zeltdach wohnen. Sie machen aber keinen zerknirschten oder betrübten Eindruck, sondern lachen viel und scheinen mit der Situation gut umgehen zu können. Morgen wollen wir dem kleinen Village hier, in dem nur 30 Menschen wohnen, einen Besuch abstatten.

Am Abend diskutiere ich mit Didier am Funk das Wetter der nächsten Tage. Das zirkulare Tief im Nordwesten von uns scheint sich nun doch länger zu halten und stärker zu werden. Offenbar hat man auch schon einen Namen dafür kreiert. Wir hoffen, dass uns das Ding nicht zu nahe kommt und sich rechtzeitig auflöst. Wir müssen es jedenfalls im Auge behalten und uns rechtzeitig auf die Socken machen, um gegebenenfalls einen sicheren Ankerplatz zu finden.

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Bald nach dem Auslaufen von Port Vila kommt uns die Pacific Jewel entgegen. Hana Iti und Felice folgen uns. Obwohl es hier noch gar nicht so aussieht, bekommen wir einen wunderschönen Segeltag mit 10 bis 18 kn Wind und meistens Null Welle

Havannah Harbour

Der letzte Teil unserer heutigen Strecke. Vor dem Hilliard Channel müssen wir zwei Wenden fahren. Auf den letzten 3 Meilen segeln wir hoch am Wind. An der Krümmung unserer Kurslinie lässt sich die Winddrehung auf dieser Strecke, in diesem Fall zu unseren Gunsten, ablesen.

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An unserem Ankerplatz im Norden von Port Havannah (Efate) vor dem kleinen Village Esema kommen uns Linda und Frank besuchen. Sie waren angeln und haben ein paar kleine Fische an Bord

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Wir plaudern eine ganze Weile mit den beiden Dorfbewohnern. Hinter uns ankert die Hana Iti

Mittwoch, 1. Juli 2015

“Pre-Birthday-Party”

Mittwoch, 01. Juli 2015, Port Vila, Vanuatu. Auch Christine feiert schon mal ihren Geburtstag vor

Morgens stimmen wir uns mit der Hana Iti und der Felice über Funk ab, ob es beim morgigen Aufbruchtermin bleibt. Über den Salomonen, also nicht ganz 1000 Meilen nordwestlich von uns, hat sich aus einem Tiefdruckgebiet ein kompletter Wirbel gebildet, in dem Windstärken von 50 Knoten stecken. Aber alle forecasts, die wir besprechen, gehen davon aus, dass dieses Tief stationär bleibt und sich in 2 bis 3 Tagen auflöst. Wir werden uns davon nicht abhalten lassen, Donnerstag in der Früh zu starten. Wir planen den ersten Stop in Port Havannah, im Westen Efates (also noch auf dieser Insel, 28 sm), den zweiten vor Emae, der kleinen Insel neben dem Cook Reef (38 sm), den dritten (35 sm) in der Lamen Bay von Epi und dann soll es in die Masekelynes gehen (20 sm), einer kleinen Inselgruppe im Südosten der größeren Insel Malakula. Von dort hoffen wir dann, die 30 Meilen Richtung Nordosten nach Ambrym zu schaffen, sofern der Wind das dann zulässt. Am 9./10. Juli gibt es dort ein Yam- und Magic-Festival, das wir uns gern anschauen würden. Außerdem kann man dort noch einen Vulkan besichtigen, allerdings wird uns das, sofern wir es angehen, mehr Mühe abverlangen, als in Tanna, denn der Weg dorthin soll 3 bis 4 Stunden dauern, one way. Heute ist es den ganzen Tag bewölkt und am Freitag und Samstag wird es sogar stark regnen.

Wir gehen noch unsere Obst- und Gemüsevorräte aufstocken und verbringen den weiteren Tag mit Lesen an Bord, Am Abend treffen wir uns im Waterfront-Restaurant, wo Christine anlässlich ihres bevorstehenden Geburtstags die Felices und Hana Itis zu Sundowner und Fischsuppe einlädt. Soll man ja eigentlich nicht machen, die Feste zu früh feiern, aber aus heutiger Sicht ist es sehr unwahrscheinlich, dass wir zum Geburtstag selbst eine Kneipe auftreiben können. Wir verbringen jedenfalls einen schönen letzten Abend in dieser Konstellation hier in Port Vila. Morgen früh um Sechs soll’s losgehen.

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Auch die Geburtstagsgeschenke gibt es schon vorab. Christine beim Auspacken …

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Die Geburtstagskarte von Conny ist kreativ gestaltet, diesmal in Form eines Puzzles

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Die dickflüssige Fischsuppe mit kleinen Fischbröckchen und Garnelen im Brotteig ist wieder ausgezeichnet. Da man auch das frische Brot gerne verzehrt, ist man jedenfalls anschließend gut gesättigt