Dienstag, 26. März 2013

Floreana und Isabela

Donnerstag, 21. März 2013, Galapagos Rundreise, von San Cristobal nach Floreana und Isabela

Die beiden 200 PS Yamaha Außenborder laufen auf vollen Touren und lassen das Speedboot mit 25 Knoten über die ruhige See rauschen. Damit fahren wir etwa 5 mal so schnell, wie wir mit der Gipsy i.d.R. unterwegs sind. Der Spritverbrauch liegt dabei allerdings auch etwa 150 mal so hoch, wie bei uns, auf die Stunde gerechnet. Pro Meile ist der Konsum immer noch etwa 30 mal so hoch. An Bord sind inclusive uns 16 Touris, die 4 Tage lang etwas mehr von Galapagos sehen wollen als San Cristobal. Wir mussten heute früh aus den Federn, um rechtzeitig um 0645 an der Pier zu sein. Es ist das erste Mal, dass wir unser Schiff einige Tage lang vor Anker liegen lassen, ohne selbst an Bord zu sein. Allerdings wird Herbert jeden Abend an Bord nach dem rechten sehen und das Kabinenlicht einschalten, um einen bewohnten Eindruck vorzutäuschen.

Auf dem Weg nach Floreana, die etwa 50 Seemeilen entfernt liegt, fahren wir an der kleinen Vogelinsel Isla Enderby vorbei. Die Felsen fallen steil ab und so kann der Skipper ganz dicht herangehen. Der schräg abfallende Inselberg ist ein Brut- und Nistplatz für Blaufußtölpel und Fregattvögel. So kommen wir erstmals in den Genuss, die schon so oft gesehenen Frigate Birds bei der Balz zu beobachten. Dies ist besonders schön, weil die Männchen dann einen riesengroßen roten Sack unter ihrem Hals aufblasen, um den Weibchen zu imponieren.

Von dort fahren wir weiter nach Floreana, der ersten besiedelten Insel des Galapagos Archipels. Heute wohnen dort allerdings nur noch 130 Menschen. In früheren Zeiten wurde die Insel als Gefangenenlager genutzt. Obwohl wir mit dem Boot mit einer Höllengeschwindigkeit übers Wasser zischen, hat der Skipper nichts dagegen, dass sich 5 Reisende vorne auf dem Bug des Bootes aufhalten. Man könnte eigentlich leicht herunterfallen, wenn man sich nicht gut festhält und das Wiederauffinden des Überbordgefallenen wäre u.U. das kleinere Problem. Wenn es einen nämlich bei fast 50 km/h unkontrolliert über Bord wirft, bleibt einem erst mal vom Aufpralldruck die Luft weg. Außerdem könnte man sich den einen oder anderen Knochen brechen. Aber der Spaßfaktor zählt und so bin ich auch bei denen, die da vorne herumturnen und sich den Fahrtwind um die Ohren wehen lassen. Wenn man die Gefahren kennt, ist es schön, dass nicht alles so reglementiert ist, wie in unseren Breiten.

Vor Floreana, die manchmal auch Santa Maria genannt wird, gibt es Gelegenheit zum Schnorcheln, aber das hätten wir uns auch sparen können. Trübes Wasser und nicht viel zu sehen. Christine sichtet zwei Turtles, aber die haben wir schon unter viel besseren Bedingungen beobachten können. Anschließend werden wir mit einem Taxiboot an Land gebracht. Mittagessen open air in einem kleinen Lokal, dann geht es mit einem an den Seiten offenen Bus eine halbe Stunde lang hoch in die Berge. Alle Galapagosinseln sind übrigens vulkanischen Ursprungs und die Straße ist eine einzige Schotterpiste. Unser Ziel sind die Riesenschildkröten, von denen wir einige zu Gesicht bekommen. Sogar zwei Paarungsversuche können wir beobachten, die allerdings beide nach viel Mühe scheitern. Der erste, weil dem Männchen ein Ast im Weg ist und er sich nicht weit genug auf das Weibchen schieben kann (ziemlich dämlich angelegt, das Ganze), der Zweite, weil der Rückenpanzer des Weibchens so dicht am Boden aufliegt, dass das Männchen mit seinem besten Teil nun beim besten Willen nicht drunterkommen kann.

Nachdem wir noch die Höhlenbehausungen der ersten Inselbewohner angeschaut haben, geht es im Regen zurück zum Bus und anschließend zum Boot. Noch mal zwei Stunden Fahrt. Jetzt hat es etwas mehr Wind und das gar nicht so große Boot knallt ordentlich auf die Wellen. Der Skipper darf keine Rückenprobleme haben, aber sicher wird er irgendwann welche bekommen. Noch einmal fahren wir auf dem Weg nach Isabela, eine der vier bewohnten Galapagosinseln, ganz dicht an eine Vogelinsel, in diesem Fall Isla Tortuga heran, und können wieder die balzenden Fregattvögel sehen.

Als wir an den Ankerplatz kommen, sehen wir beim Einfahren den deutschen Katamaran Felice. Jedenfalls bin ich mir sicher, dass es das Boot von Conny und Wolfgang ist, auch wenn ich den Namen nicht lesen kann. Ich weiß aber, dass sie hier sind und so viele Kats mit deutscher Flagge werden hier wohl nicht ankern. Wir fahren zum Hotel Sandrita, einer relativ einfachen, aber sauberen Herberge, wo wir seit langem einmal wieder heiß und ausgiebigst duschen. Um halb Acht treffen wir uns zum Essen in einem Lokal ein paar Meter entfernt. Das Ortsbild von Puerto Villamil ist ganz anders als Puerto Baquerio Moreno auf San Cristobal. Alle Straßen sind ungeteert und auch nicht gepflastert und erinnern an die kleine Insel La Graciosa nördlich von Lanzarote. Wir schlendern noch etwas herum und landen schon um 22 Uhr todmüde im Bett.

IMG_9918_bearbeitet-1

Auf der Isla Enderby sehen wir erstmals Fregattvögel bei der Balz. Dann zeigen die Männchen diesen rot gefärbten Luftsack unter ihrem Schnabel

IMG_9912_bearbeitet-1

IMG_9913_bearbeitet-1 

IMG_9925_bearbeitet-1

Für richtig gute Fotos müsste man an Land und näher ran an die Vögel

 OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Mit 25 Knoten rauschen wir von Enderby weiter nach Floreana

 IMG_9952

Auf Floreana begeben wir uns den verloschenen Vulkan hinauf, um in das Gebiet der Riesenschildkröten zu gelangen

P3211749

An Schildkröten kommt man schon naturgemäß näher heran

 OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Der Versuch scheitert dann daran, dass das Weibchen weiter vorwärts marschiert und das Männchen an einem Ast hängenbleibt. Pech gehabt

P3211760

P3211781

P3211743

P3211809

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Dieses sind die üblichen Busse, mit denen hier Besucher herumkarriolt werden. Genauso wenig komfortabel wie die Speedboote bei etwas Welle. Nichts für Leute mit Rückenproblemen

Samstag, 23. März 2013

Floreana und Isabela

Donnerstag, 21. März 2013, Galapagos Rundreise, von San Cristobal nach Floreana und Isabela

 

Die beiden 200 PS Yamaha Außenborder laufen auf vollen Touren und lassen das Speedboot mit 25 Knoten über die ruhige See rauschen. Damit fahren wir etwa 5 mal so schnell, wie wir mit der Gipsy i.d.R. unterwegs sind. Der Spritverbrauch liegt dabei allerdings auch etwa 150 mal so hoch, wie bei uns, auf die Stunde gerechnet. Pro Meile ist der Konsum immer noch etwa 30 mal so hoch. An Bord sind inclusive uns 16 Touris, die 4 Tage lang etwas mehr von Galapagos sehen wollen als San Cristobal. Wir mussten heute früh aus den Federn, um rechtzeitig um 0645 an der Pier zu sein. Es ist das erste Mal, dass wir unser Schiff einige Tage lang vor Anker liegen lassen, ohne selbst an Bord zu sein. Allerdings wird Herbert jeden Abend an Bord nach dem rechten sehen und das Kabinenlicht einschalten, um einen bewohnten Eindruck vorzutäuschen.

 

Auf dem Weg nach Floreana, die etwa 50 Seemeilen entfernt liegt, fahren wir an der kleinen Vogelinsel Isla Enderby vorbei. Die Felsen fallen steil ab und so kann der Skipper ganz dicht herangehen. Der schräg abfallende Inselberg ist ein Brut- und Nistplatz für Blaufußtölpel und Fregattvögel. So kommen wir erstmals in den Genuss, die schon so oft gesehenen Frigate Birds bei der Balz zu beobachten. Dies ist besonders schön, weil die Männchen dann einen riesengroßen roten Sack unter ihrem Hals aufblasen, um den Weibchen zu imponieren.

 

Von dort fahren wir weiter nach Floreana, der ersten besiedelten Insel des Galapagos Archipels. Heute wohnen dort allerdings nur noch 130 Menschen. In früheren Zeiten wurde die Insel als Gefangenenlager genutzt. Obwohl wir mit dem Boot mit einer Höllengeschwindigkeit übers Wasser zischen, hat der Skipper nichts dagegen, dass sich 5 Reisende vorne auf dem Bug des Bootes aufhalten. Man könnte eigentlich leicht herunterfallen, wenn man sich nicht gut festhält und das Wiederauffinden des Überbordgefallenen wäre u.U. das kleinere Problem. Wenn es einen nämlich bei fast 50 km/h unkontrolliert über Bord wirft, bleibt einem erst mal vom Aufpralldruck die Luft weg. Außerdem könnte man sich den einen oder anderen Knochen brechen. Aber der Spaßfaktor zählt und so bin ich auch bei denen, die da vorne herumturnen und sich den Fahrtwind um die Ohren wehen lassen. Wenn man die Gefahren kennt, ist es schön, dass nicht alles so reglementiert ist, wie in unseren Breiten.

 

Vor Floreana, die manchmal auch Santa Maria genannt wird, gibt es Gelegenheit zum Schnorcheln, aber das hätten wir uns auch sparen können. Trübes Wasser und nicht viel zu sehen. Christine sichtet zwei Turtles, aber die haben wir schon unter viel besseren Bedingungen beobachten können. Anschließend werden wir mit einem Taxiboot an Land gebracht. Mittagessen open air in einem kleinen Lokal, dann geht es mit einem an den Seiten offenen Bus eine halbe Stunde lang hoch in die Berge. Alle Galapagosinseln sind übrigens vulkanischen Ursprungs und die Straße ist eine einzige Schotterpiste. Unser Ziel sind die Riesenschildkröten, von denen wir einige zu Gesicht bekommen. Sogar zwei Paarungsversuche können wir beobachten, die allerdings beide nach viel Mühe scheitern. Der erste, weil dem Männchen ein Ast im Weg ist und er sich nicht weit genug auf das Weibchen schieben kann (ziemlich dämlich angelegt, das Ganze), der Zweite, weil der Rückenpanzer des Weibchens so dicht am Boden aufliegt, dass das Männchen mit seinem besten Teil nun beim besten Willen nicht drunterkommen kann.

 

Nachdem wir noch die Höhlenbehausungen der ersten Inselbewohner angeschaut haben, geht es im Regen zurück zum Bus und anschließend zum Boot. Noch mal zwei Stunden Fahrt. Jetzt hat es etwas mehr Wind und das gar nicht so große Boot knallt ordentlich auf die Wellen. Der Skipper darf keine Rückenprobleme haben, aber sicher wird er irgendwann welche bekommen. Noch einmal fahren wir auf dem Weg nach Isabela, eine der vier bewohnten Galapagosinseln, ganz dicht an eine Vogelinsel, in diesem Fall Isla Tortuga heran, und können wieder die balzenden Fregattvögel sehen.

 

Als wir an den Ankerplatz kommen, sehen wir beim Einfahren den deutschen Katamaran Felice. Jedenfalls bin ich mir sicher, dass es das Boot von Conny und Wolfgang ist, auch wenn ich den Namen nicht lesen kann. Ich weiß aber, dass sie hier sind und so viele Kats mit deutscher Flagge werden hier wohl nicht ankern. Wir fahren zum Hotel Sandrita, einer relativ einfachen, aber sauberen Herberge, wo wir seit langem einmal wieder heiß und ausgiebigst duschen. Um halb Acht treffen wir uns zum Essen in einem Lokal ein paar Meter entfernt. Das Ortsbild von Puerto Villamil ist ganz anders als Puerto Baquerio Moreno auf San Cristobal. Alle Straßen sind ungeteert und auch nicht gepflastert und erinnern an die kleine Insel La Graciosa nördlich von Lanzarote. Wir schlendern noch etwas herum und landen schon um 22 Uhr todmüde im Bett.

 

 

Freitag, 22. März 2013, Galapagos Rundreise, Wanderung auf dem Sierra Negra in Isabela

 

Die Nacht war nicht so erholsam. Betten zu hart und Hahnengeschrei ab 3 Uhr. Nach dem Frühstück geht es um 8 Uhr mit dem Bus, wieder so ein Gefährt mit 4 Sitzreihen für je 4 Leute und an den Seiten offen, hinauf in den Naturpark Sierra Negra. Dieser Vulkan hat einen Kraterdurchmesser von 10 km und ist damit der zweitgrößte nach dem Ngoro Ngoro in Afrika. In 2005 hat er noch Lava produziert und er gilt deshalb als größter aktiver Vulkan der Erde. Die Busfahrt dauert 40 Minuten und ist zeitweise sehr holperig, weil die Straße vom gestrigen starken Regen an manchen Stellen aufgebrochen ist.

 

Um 9 Uhr verlassen wir den Bus und begeben uns auf den zunächst steilen Pfad, den Kraterrand hinauf. Wir sind alle ziemlich erstaunt, als Wilson, unser ausgebildeter Guide, erzählt, wir hätten eine 5 Stunden Wanderung vor uns. Davon war bisher nicht die Rede. Nicht, dass 5 Stunden ein großes Problem sind, aber vielleicht hätten wir dann etwas mehr Wasser und Essbares mitgenommen. Nach einer dreiviertel Stunde stehen wir am Rand des Kraters. Ein beeindruckender Blick, die Hänge sind grün, die Bodenfläche schwarze Lava. Wir wandern zwei Stunden auf dem Kraterrand entlang, immer durch sattgrüne Vegetation. Den Abstieg zum kleineren Vulkan Chico sparen wir uns am Ende, weil wir befürchten, dass es regnen könnte, was es schließlich nicht tut. Um 1315 sind wir wieder an unserem Ausgangspunkt zurück und müssen noch eine halbe Stunde auf den Bus warten, der uns zur Eco Lodge Campo Duro bringt, wo das Mittagessen auf uns wartet. Diese Lodge ist wunderschön angelegt, ein Naturpark verschiedenster Pflanzen. Bananenstauden, Mangobäume, Ananas, Orangen- und Papayabäume. Dazwischen ein paar Riesenschildkröten. Und überall bunte Blütenpracht. Erholt und gesättigt fahren wir zum Hotel zurück und sehen auf dem Weg ein paar Flamingos. Auf dem Programm steht noch Schnorcheln zwischen den Mangroven, aber dazu haben wir heute keine Lust mehr. Stattdessen gehen Christine und ich zum Strand, setzen uns dort in eine Bar, trinken zwei Caipirinhas und nebenbei schreibe ich dort diese Zeilen.

 

 

 

 

 

Donnerstag, 21. März 2013

Haie satt

Dienstag, 19. März 2013, Galapagos, Wreck Bay, Internetsession im Mocking Bird

Wieder einmal amerikanisches Frühstück bei Iris und Herbert im aqui si. So viel Eier, wie hier in San Cristobal, habe ich schon ewig lange nicht mehr gegessen. Frühstück und Mittagessen sind so preiswert, dass es kaum lohnt, selbst einzukaufen und die Speisen zuzubereiten. Außerdem ist Iris eine wirklich gute Köchin. Auch zu Mittag sind wir wieder bei ihr. Heute gibt es Schwertfisch mit Gemüse und Reis, als Vorspeise Kürbissuppe. Zwischen den beiden Mahlzeiten sitzen wir gegenüber in der ersten Etage des Mocking Bird und erledigen unser Internet-Programm. Das Netz ist für hiesige Verhältnisse schnell heute. Das Posting des gestrigen Tages mit 49 MB war schon in 45 Minuten hochgeladen. Ich hatte schon mit eineinhalb Stunden gerechnet. Auch skypen funktioniert. Eine email meiner Bank ist weniger erfreulich. Irgendwo ist offenbar mit einer Kopie meiner Bankomatkarte Bargeld abgehoben worden. Ich fürchte, das wird dazu führen, dass die Karte gesperrt werden muss. Und wie komme ich dann an eine Ersatzkarte? Wollte nicht jemand schon immer mal zu den Marquesas fliegen?

Am Nachmittag sind wir an Bord. Ich wechsle den Keilriemen am Schiffsdiesel. Wer weiß, wie viel wir auf dem langen Stück nach Französisch Polynesien motoren müssen. Und nach 3 Jahren und 400 Motorstunden kann so ein Ding ja auch mal ausgetauscht werden. Am Ankerplatz ist nach wie vor Flaute, ruhiges Wasser und eine angenehme Temperatur, besonders in der Nacht. Am Abend kommt Herbert mit dem Wassertaxi vorbei. Während der 4 Tage, die wir auf Inselrundreise sind, wird er auf unser Schiff aufpassen und hin und wieder mal an Bord gehen, sowie am Abend das Licht einschalten. Wir zeigen ihm, was er dafür wissen muss und übergeben ihm einen Bootsschlüssel.

 

Mittwoch, 20. März 2013, Galapagos, Wreck Bay San Cristobal, Schnorchelausflug zum Kicker Rock

Mittagessen im aqui si, die Aluas sind auch da. Anschließend treffen wir uns um 14 Uhr vorm Skyshark Shop. Bei diesem Unternehmen, das gleichzeitig auch der TO-Stützpunkt und Tauchschule ist, haben wir unseren 4-Tages Trip auf die anderen Inseln gebucht, der morgen beginnt. Als Draufgabe haben sie uns eingeladen, heute Nachmittag bei einer Schnorcheltour auf einem Katamaran mitzufahren. Dabei könnten wir auch die anderen 12 Gäste kennenlernen, mit denen wir die nächsten Tage zusammen sein werden.

Wir fahren zunächst eine halbe Stunde in eine ruhige Lagune, aber die Ausbeute dort ist nicht besonders ergiebig. Zwar sehen wir ein paar Seelöwen, Blaufußtölpel und auch mal einen Leguan im Wasser. Aber wir sind ja schon etwas verwöhnt und deshalb reißt uns das nicht vom Hocker. Als wir zum Höhepunkt des Tages weiterfahren, dem Kicker Rock, ist es leider schon etwas spät. Als wir zwischen den Felsen ins Wasser gehen, ist es bereits 17 Uhr und die Sonne steht schon tief. Zunächst sehen wir nur tiefgrünes Wasser und nach ein paar Minuten stellt unser Guide fest, dass wir auf der falschen Seite ins Wasser gegangen sind, weil die Strömung anders setzt, als er vermutet hat. Also alle Mann (und Frau) wieder an Bord zurück. Dann fährt der Skipper auf die andere Seite des Felsens und es geht erneut ins Wasser. Dort werden wir allerdings entschädigt. Wie versprochen, sehen wir jede Menge Galapagos Riffhaie, Hammerhaie und Adlerrochen. Wenn man auf 5 Meter Tiefe taucht, ist man ziemlich dicht dran an den Haien. Aber leider ist das Licht so schwach, dass die Fotos nicht so toll werden. Adlerrochen sehen wir erstmals in ganzen Geschwadern von 6 oder 7 Fischen. Ist schon toll. Um halb Sieben sind wir wieder zurück in der Wreck Bay. Morgen müssen wir früh aufstehen, denn um 7 Uhr soll es losgehen.

PICT0033 Kopie

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Als wir am Kicker Rock ankommen, ist es leider schon so spät, dass es unter Wasser bereits ziemlich dunkel ist. Dennoch wird uns einiges geboten

PICT0051 Kopie

Erstmals sehen wir Adlerrochen in ganzen Geschwadern. 6 oder 7 von diesen majestätischen Tieren ziehen ganz dicht an uns vorbei

PICT0052 Kopie

PICT0058 Kopie

Eigentlich erstaunlich, dass die Kamera bei diesen Lichtverhältnissen überhaupt noch solche Fotos zustande bringt. Wir sehen sicher 20 Riff- und 10 Hammerhaie. Die letzteren sind allerdings etwas weiter entfernt und die Bilder werden nicht besonders gut

PICT0060 Kopie

PICT0064 Kopie

Mittwoch, 20. März 2013

La Loberia

Sonntag, 17. März 2013, Galapagos, Wreck Bay, Lesen an Bord

Den ganzen Tag scheint die Sonne. Wir machen uns einen faulen Tag an Bord und verbringen die meiste Zeit davon im Cockpit mit Lesen. Um 17 Uhr fahren wir gemeinsam mit den Aluas an Land, landen zunächst in einem Eiscafé an der Uferpromenade mit WIFI und gehen dass ins Rosita zum Essen. Wir sitzen dicht am Bürgersteig und so können wir jeweils einen kurzen Schwatz mit unserem Agenten und später mit Herbert halten, die auf einem abendlichen Spaziergang vorbeigehen. Als wir mit dem Wassertaxi zurück kommen, hat es doch schon wieder einer der Seelöwen geschafft, sich auf unserer Heckplattform einzurichten.

Montag, 18. März 2013, Galapagos, Wreck Bay, Wanderung zum Strand La Loberia

Um Sechs klingelt der Wecker, um Sieben kommt das Taxiboot. Per Pedes machen wir uns zusammen mit Nelly und Peter auf zum Strand La Loberia. Wir sind so früh dran, weil es einerseits nicht so heiß, andererseits das Licht zum fotografieren um diese Uhrzeit am besten ist. Wir sehen jede Menge schwarze Leguane, Pelikane, Seelöwen und Surfer, die hier ebenfalls ein Paradies vorfinden.

Um halb Elf sind wir zurück, trinken einen frischen Papayasaft bei Iris und sind dann eine Stunde später wieder bei ihr zum Mittagessen. Heute besteht das 4 Dollar Menu aus Linsensuppe, Gemüsereis mit Krabben und frisch gepresstem Multifruttisaft. Schmeckt alles genial gut. Wir fahren dann an Bord zurück und bleiben dort für den Rest des Tages. Ich nehme mir noch die Bb Winsch vor, die in letzter Zeit öfter mal gequietscht hat. Alles auseinandernehmen, mit Benzin reinigen, neu einfetten, zusammenbauen, aufräumen. Eineinhalb Stunden! Und meine Hände stinken den ganzen Abend nach Benzin.

Christine fertigt aus Restbeständen Bratkartoffeln mit Zwiebel-/Karottengemüse. Dazu gibt es einen Liter Sangria. Der Schwell hat nachgelassen und wir liegen mal wieder ganz ruhig im Wasser.

P3181490

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

P3181522

Von den schwarzen Leguanen sehen wir mindestens 50

P3181526

P3181529

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

P3181543

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Geschwächtes Seelöwenbaby ohne Mutter. Das Kleine wird wohl nicht mehr lange überlebt haben. Es gibt hier keine Zuchtstation oder ein sanctuary für solche Fälle

P3181571

P3181573

P3181577

P3181588

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Kannibalismus: Krebs frisst Krebs

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Sonntag, 17. März 2013

Edelstahlpflege

Samstag, 16. März 2013, Galapagos, Wreck Bay, Arbeitstag

Heute ist mal wieder etwas Arbeit angesagt. Mit Edelstahlpflege und dem Abbürsten des Bewuchses vom Unterwasserschiff geht der Vormittag drauf. Obwohl wir den Wasserpass ja schon nach unserer Ankunft kräftig gereinigt hatten, ist das schon wieder fällig. Das meiste davon macht Christine, derweil ich unterm Boot beschäftigt bin.

Heute scheint wieder überwiegend die Sonne und es hat nach wie vor Flaute. Die Temperaturen sind generell angenehm warm. Nur in der Sonne ist es drückend heiß und wenn es regnet, verflixt schwül. In den Nächten kühlt es deutlich ab und wir können gut schlafen. Der Schwell ist stärker geworden. Die Gipsy taumelt hin und her. Nicht weit von uns rauschen hohe Brandungswellen an den bei Surfern so beliebten Strand. Hin und wieder kommt ein Seelöwe vorbei und bemüht sich, einen Platz auf unserer Badeplattform zu finden. Einigen gelingt es doch immer wieder, sich zwischen der Fendergalerie hindurchzudrängen und auf den wenigen verbliebenen Platz zu fläzen. Wenn wir an Bord sind, verscheuchen wir sie dann mit Geschrei oder Bootshaken. Die Präsenz der Robben ist permanent und unübersehbar. Manche der einheimischen Fischer haben ihre Boote mit Stacheldraht an Deck gegen sie gesichert. Auf anderen, die das nicht getan haben, liegen umso mehr Tiere.

Zu Mittag fahren wir mit dem Wassertaxi an Land. Vor dem einzigen funktionierenden Bankomaten des Ortes steht eine Schlange und als wir endlich an der Reihe sind, verweigert der Automat die Geldausgabe, obwohl das in den vergangenen Tagen schon funktioniert hat. Aber die Filiale hat geöffnet und so bekomme ich dann drinnen das Geld. Von Kay erfahren wir später, dass dafür horrende Gebühren verlangt werden, von denen allerdings überhaupt nicht die Rede war. Na, da bin ich mal gespannt auf die Kreditkartenabrechnung.

Iris hat wieder gut gekocht. Nach dem Mittagessen gehen wir auf die andere Straßenseite. Vom „aqui si“ ins „Mockingbird“. Dort gibt es einen super Kaffee aus einer italienischen Esprossomaschine … und Internet, natürlich. Schließlich sitzen wir alle sechs dort vor Laptops, iPads und iPhones. Während es in vielen Lokalen leer ist, ist das Mockingbird gut besucht, weil es WIFI anbietet. Herbert hatte uns schon in den letzten Tagen erzählt, dass der Tourismus in diesem Jahr deutlich zurückgegangen ist. Auch wenn in Europa die Wirtschaftskrise mancherorts schon lange überwunden scheint, leiden andere Teile der Welt doch noch stark darunter. Und das schlägt sich in der Reisetätigkeit der Menschen nieder. Wir „reisen“ am Nachmittag wieder an Bord zurück und machen uns ein paar schöne Lesestunden an Deck.

Samstag, 16. März 2013

Regentag

Freitag, 15. März 2013, Galapagos, Regentag

Wieder sind wir zum Frühstück bei Herbert und seiner Tochter Iris. Heute esse ich mal Kay’s Spezialfrühstück. Ein riesiger Knödel aus Planteen mit Käse, dazu gebratenes Rindfleisch mit etwas Gemüse, 2 Eier upside down. Ist richtig was zum Sattwerden. Anschließend Internetsession bei Herbert. Er hat zwar selbst kein WLAN, aber er ist ja gleich gegenüber vom Mockingbird, wo wir schon zwei mal am Abend waren und deshalb den Zugangscode zu deren WIFI kennen. In einer Regenpause gehen wir zum Markt, kaufen etwas Gemüse und Obst und fahren mittags wieder an Bord zurück.

Heute schüttet es kräftig und so verbringen wir den Nachmittag an Bord, bevor wir wieder mit den Aluas zusammen an Land fahren. Im Casablanca gibt es Live Musik, der Skipper der LiWard singt und begleitet sich mit der Gitarre. Caipirinhas zum happy hour Preis von $ 2,50. Davon genehmigen wir uns jeweils 2. Wir sind wieder in der großen Runde mit den Aluas, Kay und Herbert.

Hauptgesprächsthema heute Abend ist das nicht abreißende Pech von Kay. Nicht nur, dass er schon seit zwei Monaten hier auf seine Ersatzteile wartet. Wenn dann mal eines kommt, wie heute, dann ist in dem Päckchen der falsche Artikel drin. Statt eines Mastbeschlages bekommt er ein Wellengelenk aus Deutschland geliefert. Auf seine sechs Wanten, die ihm gebrochen sind und die er bei SVB bestellt hat, wartet er nun schon seit Wochen. Jetzt liegt die Sendung wahrscheinlich beim Zoll irgendwo in Ecuador, ist dort aber nicht auffindbar. Auch ein eingeschalteter Agent findet die Lieferung nicht. Kay hat schon eine mühsame Strecke hinter sich gebracht. Er war 3 Monate nonstop auf See und hat sich die letzten paarhundert Meilen nach Galapagos schleppen lassen, weil er mit den gebrochenen Wanten nicht mehr segeln konnte und auch die Maschine wegen eines defekten Wellenlagers nicht mehr einsetzbar war.. Die entsprechende Kommunikation hat er via email über Pactor Modem und Kurzwellenfunk mit dem SRCC in Bremen abgewickelt. Alle Achtung!

Wir ziehen dann weiter ins Mockingbird. Einerseits, weil wir was essen wollen, andererseits, weil Nelly und Peter internetten wollen. Heide und Erich von der Freydis sitzen auch wieder dort. Als wir um kurz nach Neun mit dem Wassertaxi wieder an Bord fahren, erleben wir den Schreck in der Abendstunde. Die Taxis legen immer vierkant, d.h. mit dem Bug nach vorn, im rechten Winkel an unserer Steuerbordseite an. Man kann dann über den Bug des Taxis relativ bequem aufs eigene Schiff übersteigen. Unser Fahrer heute fährt schon relativ flott an, also muss er etwas stärker als gewöhnlich bremsen. Das Malheur ist, dass er dafür nicht den Rückwärtsgang einlegt, sondern aus unerfindlichen Gründen noch den Vorwärtsgang drin hat, also noch beschleunigt. Es kracht furchtbar, als er uns in die Seite fährt. Zwar sind die Taxis vorne abgefendert, aber ich sehe unsere Bordwand schon zersplittert. Das hätte uns gerade noch gefehlt. Wir holen eine Taschenlampe und leuchten alles ab, betasten auch die Bootswand. Aber außer dem Dreck der Fender können wir nichts sehen oder ertasten. So wie es aussieht, haben wir noch mal Schwein gehabt.

Freitag, 15. März 2013

Interpretation Centre

Donnerstag, 14. März 2013, Galapagos, Wreck Bay, Besuch im Interpretation Centre

Zum Frühstück treffen wir uns wieder bei Herbert. Das american breakfast beinhaltet eine Kanne Kaffee, Brot, 2 Spiegel- oder Rühreier, Obstsalat und einen frisch gepressten Fruchtsaft. Alles für 4,75 Dollar. Anschließend zeigt Herbert uns das Interpretation Centre, in dem es viel Wissenswertes über Galapagos zu erfahren gibt. Obschon alles zweisprachig in spanisch und englisch angeschrieben steht, brauchen wir fast nichts zu lesen, denn Herbert entpuppt sich als ausgezeichneter Fremdenführer. Von dort aus gehen wir einen mit Lavasteinen gepflasterten Pfad zu einer felsigen Bucht, verschiedenen Aussichtspunkten und zu einem Strand mit hoher Brandung, der bei Surfern sehr beliebt ist. Hier kriegen wir ein ziemliches Regenschauer aufs Dach.

Gegen halb drei sind wir wieder in der „Stadt“ und haben ordentlich Hunger. Wir wissen, dass Herberts Lokal eigentlich um 1430 schließt, aber er und Iris, seine Tochter, sind noch da und Iris ist auch bereit, uns noch etwas zu kochen. Sie bietet Schwertfisch mit Salat und Planteens an, was uns dann auch hervorragend schmeckt. Anschließend buchen wir bei Sharksky eine Viertagestour zu einigen der anderen Inseln. Unser Aufenthalt hier ist ja auf 20 Tage begrenzt und auf eigenem Kiel dürften wir ohnehin nur einen einzigen anderen Ankerplatz auf Santa Cruz anlaufen. Wenn man also etwas mehr sehen möchte, kann man das nur unter lokaler Führung erreichen. Herbert hat sich angeboten, abwechselnd auf der Alua und der Gipsy zu übernachten und aufzupassen. Hier wird offenbar doch ziemlich geklaut und da ist es besser, wenn jemand an Bord ist und mal das Licht einschaltet.

Den heutigen Abend wollen wir an Bord verbringen. Gegen 17 Uhr schaut Bolivar, unser Agent vorbei und bringt uns unsere Pässe incl. Einreisestempel wieder. Er hat sämtliche Behördengänge für uns erledigt. Die Rechnung, die er präsentiert (handgeschrieben auf der Rückseite eines bedruckten Papiers) beläuft sich auf insgesamt 630 Dollar. Darin enthalten sind 100 Dollar Naturparkgebühr pro Person und 150 Dollar Agentenhonorar. Der Rest sind Hafengebühren und diverse andere Beträge in kleineren Dimensionen. Bolivar bringt immer einen Dolmetscher mit, denn er selbst spricht nur Spanisch. Und der Dolmetscher bringt seinen kleinen Sohn mit. Und alle bringen Dreck mit, weil sie Schuhe tragen und diese nicht ablegen.

Den Abend verbringen wir mit administrativen Tätigkeiten. Zwar haben wir über die SIM Karte im iPhone eine Internetverbindung, aber die ist extrem langsam. Wenn man mal die Geschwindigkeit von 3G gewöhnt ist, stört das doch erheblich. Aber letztlich sind wir natürlich froh, überhaupt ins Netz zu kommen.

P3141429

Herbert spielt Reiseleiter und zeigt uns das Interpretation Centre

P3141434

Dieser Briefkasten hing jahrelang auf Floreana, einer der Galapagosinseln. Hier haben vorbeikommende Segler ihre Post hineingeworfen und gehofft, dass andere diese an ihren Bestimmungsort befördern bzw. zu einer richtigen Poststelle bringen

P3141447

Pause in der felsigen Bucht Las Tijeretas. Hier sehen wir Seelöwen, Blaufußtölpel und Krabben …

P3141450

… wie z.B. diese hier

P3141461

Blaufußtölpel sind endemisch, d.h. es gibt sie nur auf den Galapagosinseln. Englisch heißen sie bluefooted boobies. Hört sich doch viel netter an

P3141467

Schwarze Leguane sind ebenfalls endemisch und reichlich anzutreffen

P3141471

P3141473

Während des kräftigen Regenschauers suchen wir Schutz unter einem Blätterdach. Nützt aber nicht viel

P3141483

Schnappschuss am Straßenrand