Montag, 13. Juli 2015

Dorfbesuch in Ranon

Montag, 13. Juli 2015, Ranon, Ambrym, Vanuatu. Dorfbesuch

Die Hana Itis holen uns um Zehn mit dem Dinghy ab. Am schwarzen Strand wartet Jeffrey schon auf uns, der uns mit Informationen zum Rom und Black Magic Festival versorgt, das Donnerstag/Freitag in Fanla stattfindet, wohin man etwa eine Stunde lang zu Fuß gehen muss. Dann zeigt er uns das Dorf, dessen Bewohner für ihre Schnitzarbeiten bekannt sind. Es gibt schöne Figuren für wenig Geld zu kaufen, aber wir verzichten wieder einmal. Uns würden schon einige Dinge gefallen und wir wären auch gern bereit, etwas dafür auszugeben, aber uns halten jedes Mal mehrere Überlegungen davon ab: Erstens haben wir ein Platzproblem auf dem Boot, wenn wir überall die Dinge mitnehmen würden, die uns als Andenken gefallen. Zweitens ergibt sich das Problem, das Zeug nach Hause zu transportieren und schließlich stellt sich die Frage, wo wir diese Dinge daheim sinnvoll platzieren sollen. Stattdessen machen wir lieber Fotos und Videos und schreiben unsere Erlebnisse auf.

Der Ort liegt schattig unter Bäumen und hat eine leichte Hanglage. Es gibt einen Laden, der neben einigen Lebensmitteln und frischem Brot auch eine Mini-Baumarktabteilung hat. In Jeffreys Haus bekommen wir Pampelmusen und Papayas und seiner kleinen Tochter haben wir ein paar T-Shirts aus unserem (Admetus-) Fundus mitgebracht. Die Schule ist auch hier wieder ein Steingebäude. Neben der Primary gibt es auch eine Secondary School. Aus den Klassenräumen haben die Kinder wegen der erhöhten Lage einen schönen Blick aufs Meer.

Den Nachmittag verbringen wir an Bord mit einigen kleineren Jobs (u.a. Wechsel von Filter und Mineralien-Kartusche im Wassermacher). Der Tag ist durchgehend sonnig und warm. Am Nachmittag frischt der Wind erheblich auf und es kommt ordentlich Zug auf die Kette. Heute gehe ich auch mal mit Flossen und Brille ins Wasser und tauche zum Anker runter, der fast vollständig im feinen, schwarzen Sand eingegraben ist. Ich kann mich nicht erinnern, jemals eine so große, schwarze Sandfläche gesehen zu haben, wie unter unserem Schiff. Kein Bewuchs, keine Korallen, nur schwarzer Sand. Sieht schön aus bei dem klaren Wasser und der guten Sicht.

Am Abend kommt ein kleines Fischerbötchen längsseits. Der Skipper fragt, ob ich Außenborder reparieren könne. Derjenige von seinem Vater würde nicht mehr funktionieren. Ich verspreche, morgen um 10 Uhr vorbeizukommen und mir das Ding mal anzusehen. Bin sehr gespannt, ob ich da wirklich helfen kann. Jedenfalls werde ich reichlich Werkzeug mit an Land nehmen.

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Am Strand vor Ranon

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Bei diesem Boot ist die GFK-Schicht im Kielbereich beschädigt. Wir werden gefragt, ob wir Reparaturmaterial dafür an Bord haben. Tatsächlich wären wir in der Lage, auszuhelfen, aber der Schaden ist so groß, dass damit unser Vorrat wohl vollständig aufgebraucht würde. Und den haben wir ja schließlich an Bord, um im Schadenfalle selbst gerüstet zu sein. Also müssen wir die Anfrage leider verneinen.

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Kleiner Shop in Ranon

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Ranon ist für Holzschnitzkunst bekannt. Mit der großen Keule rechts im Bild werden hier übrigens Schweine getötet, indem man ihnen damit den Schädel einschlägt. Wahrscheinlich werden wir im Rahmen des Festivals dieser rituellen Schweineschlachtung beiwohnen können

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T-Shirts für die Kleinen aus dem Admetus-Fundus

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Ein Viertel Schwein gefällig?

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In diesem Dorf gibt es mehrere Bäckereien. Dies hier ist eine davon

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Die Pflanze mit den großen Blättern, links der Bildmitte (im Vordergrund), die Jeffrey uns hier zeigt, ist ein Kava Strauch, dessen Wurzeln zur Zubereitung des gleichnamigen Getränks benötigt werden

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Eine Kava-Bar, wo das Gebräu gegen Geld ausgeschenkt wird

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Ankerplatz vor Ranon

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Sonntag, 12. Juli 2015

Von Malakula nach Ambrym

Sonntag, 12. Juli 2015, von Port Sandwich nach Ranon, Ambrym, 25 sm.

Halb acht gehen wir ankerauf. Unter Genua, bei relativ viel Sonne, geht es hinüber zur Nordwestecke von Ambrym. Die Sicht ist gut und die Insel mit dem aktiven Vulkan ist gut zu sehen. Mit halbem Wind rauschen wir mit 6 bis 7 Knoten dahin, immer in unmittelbarer Nähe der Hana Iti, von der wir einige schöne Fotos und Videos machen.

Wir hatten uns darauf eingestellt, auf der Nordwestseite Ambryms gegen den Wind kreuzen zu müssen, aber dazu kommt es nicht. Als wir auf eine Meile an die Insel herangekommen sind, hört der Wind, der vorher noch mit fast 20 Knoten geblasen hatte, schlagartig auf. Null Wind. Also, Maschine an. Nun müssen wir noch 13 Meilen motoren, was bei Flaute immerhin schneller geht, als diese Strecke aufzukreuzen. Die Windsee ist vollkommen verschwunden, aber auch hier im Lee der Insel gibt es noch ordentlich Schwell, den wir dann hoffentlich am Ankerplatz nicht haben. Tatsächlich hat es dort ruhiges Wasser. Wir fahren langsam auf einen schwarzen Sandstrand zu und realisieren erst, wie klar das Wasser ist, als wir um 1225 den Anker in 8,5 Meter Wassertiefe auf den Grund fallen sehen, den wir wegen der Schwärze ohne die am Boden erkennbare Kette und den Anker gar nicht als solchen wahrgenommen hätten. Wir liegen vor dem kleinen Ort Ranon vor einer langgestreckten Küste. Es sind nur wenige Häuser, und auch die nur teilweise, zwischen den grünen Bäumen zu sehen, die sich am Strand entlang und die Berge hochziehen, und die durch Pam offensichtlich weniger Schaden genommen haben, als auf anderen Inseln. Die Vegetation ist üppig und später erfahren wir von Jeffrey, dass man hier im Ort sogar etwas Obst und Gemüse kaufen kann.

Während unserer Segelei heute habe ich schönes Videomaterial von der Hana Iti gedreht, mit dem ich mich nun am Nachmittag beschäftige, es schneide und vertone und dann später, auf einen Stick kopiert, zu Marie-Luce und Didier hinüberbringe. Am späteren Nachmittag kommt Jeffrey mit seinem Sohn Ronny auf einem Kajak angepaddelt. Wir bitten ihn an Bord, und da wir gerade beim Sundowner sind, bieten wir ihm auch ein Bier an und seinem kleinen Junior eine Sprite. Wie wir das schon öfters erlebt haben, öffnet Jeffrey seine Bierdose aber nicht, sondern nimmt sie mit. Er weist sogar vorab darauf hin, dass er sein Bier selbst öffnen möchte. Dass er das erst später vorhat, erwähnt er nicht. Es stellt sich heraus, dass Jeffrey der Kontaktmann des Dorfes für Yachties ist und diverse Touren anbietet, wie z.B. auf den Vulkan. Anders, als in Tanna, muss man sich hier aber richtig anstrengen, wenn man auf den Krater will. Elf Kilometer Fußmarsch und angeblich 1200 Höhenmeter, 4 Stunden. Wenn man nicht am selben Tag zurück will (weil der Weg dafür zu weit und anstrengend ist, und/oder weil man den Vulkan in der Dunkelheit erleben möchte), muss man oben übernachten und einen Schlafsack und ein Zelt mitnehmen, wenn man denn so was hat. Wahrscheinlich ist unsere Kondition für diese Nummer nicht gut genug, ganz abgesehen davon, dass man auch gutes Wetter braucht, denn wenn der Krater in den Wolken liegt, hat man nichts davon.

Im Vergleich zu den anderen Aktivitäten, erscheint der Ausflug zum Vulkan noch recht preiswert (2000 Vatu Eintritt p.P. und für den Führer pauschal 2000 Vatu pro Tag. 1 Vatu entspricht derzeit etwa 1 Euro Cent). Für eine Dorfführung möchte Jeffrey pro Person etwa 5 Euro haben (wie wir aus dem Anni Nad Blog wissen, dauert die gerade mal 10 Minuten), und für die Führung zu einem rom-dance in einem Nachbarort 20 Euro (nur für die Führung, für den halbstündigen Tanz sind p.P. noch mal 50 Euro fällig). Wir wissen noch nicht, was die Teilnahme an dem zweitägigen Festival kosten soll, das Donnerstag und Freitag stattfindet. Aber weil wir deshalb schließlich hergekommen sind, werden wir uns das auf jeden Fall leisten.

Heute war mal wieder ein sonniger Tag ohne Regen und wir hoffen, dass das zumindest auch morgen so sein wird.

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Unterwegs von Malakula (Port Sandwich) nach Ambrym (Ranon). Die Fotos stammen von der Hana Iti

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Die Hana Iti neben uns, hier noch bei einem schönen 5 er Beaufort auf Halbwindkurs

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Etwas später, als wir ins Lee der Insel kommen, hört der Wind schlagartig auf

Samstag, 11. Juli 2015

Lamap auf Malakula

Samstag, 11. Juli 2015, Port Sandwich, Malakula, Vanuatu. Besuch in Lamap

Wir kommen erst um Halb acht aus den Federn, obschon ich eigentlich vor dem Frühstück Yoga hatte machen wollen. Weil wir so spät dran sind, können wir die Felice nicht mehr mit einem „körigen“ Gehupe verabschieden, weil sie schon weg und nur noch in der Ferne zu sehen sind. Also wünschen wir ihnen per Funk noch einmal eine gute Reise. Yoga dann also heute mal nach dem Frühstück. Geht auch. Allerdings hat sich heute etwas mehr Schwell eingestellt und der Kahn wackelt etwas stärker, weshalb man sich bei manchen Übungen einen Halt suchen muss, insbesondere bei den einbeinigen Balancenummern.

Anschließend holen wir Marie-Luce und Didier mit unserem Dinghy ab und fahren an den Strand. Die letzten 100 Meter tuckern wir über eine schöne Korallenlandschaft, die nicht einmal einen Meter unter uns liegt. Direkt hinter den Bäumen am Strand befindet sich ein kleines Village, wo wir gleich begrüßt werden. Ein breiterer Weg führt dann nach rechts Richtung Pier und zum Inneren des Fjords, links geht es nach Lamap, einem etwas größeren Ort am Fjordausgang. Uns fällt auf, dass es hier, auch schon in dem kleinen Village, deutlich mehr Steingebäude gibt, als auf den kleineren Inseln, einige haben sogar Fenster mit Glasscheiben. Allerdings sind das großteils sehr einfache Gebäude, die zwar mehr Schutz bieten, aber für unser europäisches Auge eher hässlich wirken und längst nicht so fotogen sind, wie die ausschließlich aus natürlichen Materialien hergestellten Hütten.

In Lamap selbst finden wir eine Ansammlung von Betonruinen, auf die wir uns keinen Reim machen können. Auch einige Masten, die einmal Stromkabel geführt und als Straßenbeleuchtung fungiert haben müssen, stehen nun ohne Drähte und Lampen als stumme Zeugen vergangener Elektrizitätszeiten da. Wir wundern uns, dass wir kaum eine Menschenseele in dem Ort sehen. Alles scheint ausgestorben. Als wir endlich mal eine Frau vor einem Haus sehen, erfahren wir von dieser, dass heute, am Samstag, alle Menschen in ihren Gärten seien, die sich außerhalb der Ortschaft befinden. Die Ruinen stammen von vor der Unabhängigkeit (30. Juli 1980), als Vanuatu noch Neue Hebriden geheißen hat, und waren einmal Schulgebäude, wahrscheinlich von Frankreich gesponsort, denn auf dieser Insel sprechen die Menschen neben ihrer Inselsprache und Bislama, Französisch, und nicht Englisch.

Gar nicht weit von den Betonburgen erstreckt sich auf einem großen Areal die heutige Schule, deren Ausmaße uns überraschen. Es handelt sich um ein College, also eine höhere Schule, was wir auch bestätigt finden, als wir an einer nicht ganz sauber gewischten Tafel in einem Klassenzimmer Rechnungen von Gleichungen mit mehreren Unbekannten finden. In dieser einfachen Umgebung, wo die Schweine frei zwischen den Hütten herumlaufen und Hygiene ein Fremdwort ist, drängt sich unmittelbar die Frage auf, wie viele von den Schülern, die hier das Rechnen mit Unbekannten lernen, dafür jemals im Leben Verwendung finden werden. Selbst ich kann mich nicht erinnern, nach dem Studium jemals wieder eine solche Rechnung angestellt zu haben. Einen viel höheren praktischen Nutzen haben meines Erachtens Kopf-, Prozent- und Dreisatzrechnungen und selbst damit sind ja schon in unseren Gegenden viele Oberklässler überfordert.

Wir drehen eine große Runde durch Lamap und wandern schließlich wieder zurück. Unterwegs bekommen wir Früchte von einem Kakaobaum geschenkt, weil Christine auf dem Hinweg einige Spielsachen an Kinder verschenkt hatte. Im kleinen Dorf vor unserem Strand gibt es eine einfache Bäckerei, wo gerade frisches Brot aus dem Ofen geholt wird. Wir kaufen zwei noch warme Laibe, etwas kürzer und leicht dicker als Baguettes, aber tatsächlich von französischer Baguettequalität. Das erste Brot verzehren wir zur Hälfte gleich vor der Bäckerei, so lecker ist es. Später an Bord gibt es dann einen Festschmaus mit Philadelphia, Parmaschinken, Rettich und Essiggurken. Das frische Brot, das Christine heute Morgen gebacken hatte, wird uns in den nächsten Tagen auch noch schmecken. Während des Essens sieht Christine hinter der Hana Iti eine Haiflosse, und zwar ohne die charakteristische weiße oder schwarze Spitze der Riffhaie. Wird also wohl ein größeres Viech sein. Gestern Abend bin ich noch ins Wasser gegangen. Werde ich mir heute wohl schenken. Man muss es ja nicht herausfordern, wenn schon vor dem Viech gewarnt wird.

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Auf dem Weg nach Lamap. Im Hintergrund die Hana Iti und die Gipsy IIII

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Christine verteilt Tierfiguren zum Spielen an die Kinder

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Hier gibt es schon relativ viele Steinhäuser, wenn auch in sehr einfacher Ausführung

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Schweine laufen überall zwischen den Häusern herum. Auch am Strand sehen wir sie

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Hier wird Kopra mit Hilfe von befeuerten Öfen getrocknet. Es gibt große Kokosplantagen und auf dieser Insel, Malakula, hat Pam wohl auch nicht so gewütet. Jedenfalls sehen wir reichlich Kokosnüsse unter den Baumkronen

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Traditioneller Baustil, aber teilweise schon mit steinernen Sockeln. Auch Farbe scheinen sich hier einige Menschen leisten zu können

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Das Schulgelände umfasst ein großes Areal

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Frisches Baguette aus dem Ofen

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Die Backstube von außen

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Hhmmm, das Brot ist lecker und noch so heiß, dass man es fast nicht halten kann

Freitag, 10. Juli 2015

Abschied von Felice

Freitag, 10. Juli 2015, von Awai nach Port Sandwich, Malakula, 12 sm. Abschiedstrunk auf der Felice

Um Halb neun brechen wir auf. Die ersten 5 Meilen geht es im geschützten Gewässer der Maskelyne Islands nach Osten, aber der Wind bläst mit 20 bis 25 Knoten und wir ziehen nur die Kutterfock auf, mit der wir auch am Wind locker 5 bis 5,5 Knoten durchs Wasser laufen. Port Sandwich ist ein tief einschneidender Fjord an der Ostseite von Malakula mit prinzipiell drei Ankerplätzen. Die beiden im hinteren Bereich sind sehr gut geschützt und gelten als Hurricanehole. Da wir dort aber schmutzigeres Wasser vermuten, bleiben wir weiter vorn am Ausgang und liegen hier auch sehr ruhig. Während es draußen noch mit 6 Windstärken geblasen hat, kommt an diesem Platz fast kein Wind mehr an. Nachdem wir unseren Anker schon gelegt und eingefahren hatten, nehmen wir ihn etwas später doch noch einmal wieder raus, weil wir etwas zu dicht an den Korallen zum Ufer hin waren, die ziemlich steil aufragen und bei Niedrigwasser nur 1 Meter Wasser drüber haben. Wenn sich das Boot bei einer eventuellen Winddrehung dann Richtung Strand bewegt, besteht die Gefahr, mit dem Ruder auf die Rockies zu krachen, was diesem nicht gut bekommen würde.

Aus den Cruising Guides und auch von Einheimischen haben wir erfahren, dass es hier in Port Sandwich (zumindest jedenfalls einen) Haie geben soll, die angriffslustig sind. Offenbar ist hier durch eine Hai-Attacke ein 9 jähriges Mädchen ums Leben gekommen. An einer Pier steht eine diesbezügliche Warnung angeschrieben. Wahrscheinlich ist der Unfall schon 10 Jahre her (denn der Reiseführer scheint schon so alt zu sein), aber wahrscheinlich ist es wohl besser, hier lieber nichts zu riskieren und vielleicht doch nicht ins Wasser zu gehen, was wir bei den Temperaturen hier ohnehin nicht oft machen, höchstens mal zum waschen und zur Körperpflege. Auch der Nieselregen, der mittags einsetzt, fördert nicht die Badelust.

Die Hana Iti und Felice liegen dicht bei uns. Conny und Wolfgang wollen schon morgen von hier weiterziehen gen Norden und es sieht so aus, dass wir uns von den beiden definitiv verabschieden müssen, was das gemeinsame Segeln angeht. Ihr Weg soll sie in diesem Jahr nach Bali führen, während wir nach Australien wollen und dazu demnächst erst mal wieder nach Süden müssen. Aus diesem Grund laden die Beiden also heute zum Abschiedstrunk ein, den wir auch so nennen, denn von Sonnenuntergang ist mal wieder nichts zu sehen und die Bezeichnung Sundowner wäre also heute aus mehreren Gründen nicht zutreffend genug. Wir erzählen von gemeinsamen Zeiten und gemeinsamen Bekannten, von denen es reichlich gibt. Auch wenn unsere Wege hier auseinandergehen, werden wir uns sicher irgendwo wiedersehen, und sei es zu Hause, irgendwo in Österreich oder Deutschland, möglicherweise auch im kommenden Jahr in Malaysia.

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Diese kleine, hochgiftige Seeschlange würde uns gern einen Besuch abstatten und über die Windsteueranlage an Bord kommen.

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Als es mir irgendwann zu bunt wird, nehme ich einen Holzlöffel und mit dessen Stil werfe ich sie in einem hohen Bogen 10 Meter weit weg. So ein Viech wollen wir jedenfalls nicht gern an Bord haben

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Ruhiger Ankerplatz in Port Sandwich

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Abschiedstrunk auf der Felice. Conny und Wolfgang wollen morgen gen Norden weiterziehen

Donnerstag, 9. Juli 2015

Marina und Maurice

Donnerstag, 09. Juli 2015, Awai, Maskelynes, Vanuatu. Ein wolkenverhangener Lesetag an Bord

Ein Tag ohne besondere Ereignisse. Morgens kommt ein einheimisches Ehepaar (Marina und Maurice) von der Nachbarinsel Avokh im Auslegerkanu zu uns, die wir mit etwas Bekleidung und dickem Garn beglücken. Sie hätten dafür auch gern noch eine dicke Nadel, um ein Segel, das sie von einem Yachtie geschenkt bekommen hatten, zuschneidern zu können, aber Segelnadeln haben wir leider keine übrig. Dann kommen Didier und Marie-Luce auf ihrem Rückweg vom kleinen Dorf, wo man sie um eine ärztliche Konsultation gebeten hatte, bei uns vorbei und wir besprechen das Wetter und die weiteren Stationen. Am Nachmittag folgt ein dritter kurzer Besuch seitens Josseline und Sofren, die mit ihrem Kanu auf dem Weg von der kleinen Insel Awai zur Hauptinsel Malekula sind, um dort Pandanus-Blätter zu ernten. Wir plaudern eine Viertelstunde, dann paddeln die beiden weiter. Ansonsten ist es heute wieder frisch und dicht bewölkt. Da der Wind morgen auf 23 Knoten zunehmen soll, werden wir wohl noch einen Tag hier verbringen.

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Marina und Maurice freuen sich über Kleidung und eine Garnrolle

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Mittwoch, 8. Juli 2015

Villagebesuch auf Awei

Mittwoch, 08. Juli 2015, Awai, Maskelynes, Vanuatu. Christines Geburtstag, Besuch des Dorfes auf Awei und Kaffeeklatsch auf der Hana Iti

Endlich mal wieder klarer Himmel und ein ruhiges Boot. Um Viertel vor sechs bin ich auf dem Vorschiff und erlebe eine Yoga-Session in wunderbarer Stimmung. Die um uns herum liegenden Boote spiegeln sich mit ihren Masten im glatten Wasser und die aufgehende Sonne zaubert ein tolles Licht auf die Umgebung.

Dann gibt es ein schönes Geburtstagsfrühstück mit Spiegeleiern. Später fahren wir zum kleinen Strand, wo wir von Sofren abgeholt und ins kleine Dorf gebracht werden. Obwohl hier nur 15 Menschen wohnen, sehen wir zahlreiche Hütten. Das erklärt sich so, dass man hier fürs Schlafen, Kochen und Essen jeweils eigene Häuser baut. Die Familie von Sofren hatte früher in einem größeren Dorf auf einer gegenüberliegenden Insel gewohnt. Als sie dort zu wenig Platz hatten, sind sie auf die unbewohnte Insel übersiedelt.

Im Ort treffen wir noch ein paar andere Leute, auch den Bruder von Sofren, Nosse, und die Kinder. Neben den diversen Geschenken, die wir mitgebracht haben (und die großteils aus dem Bestand der Admetus stammen), habe ich auch das iPad dabei, um Sofren die Fotos zu zeigen, die die Anni Nad vor einem Jahr hier gemacht hatte. Rita und Ulli fassen Ihre Reiseerlebnisse in schönen PDF-booklets zusammen, die man aus dem Internet downloaden und mit sich tragen kann. Jedenfalls können sich die Dorfbewohner, als sie Bilder von Rita und Ulli sehen, an die beiden erinnern.

Gegen 11 sind wir wieder an Bord zurück. Ich backe einen Geburtstagskuchen, von dem wir auch ein Stück probieren, bevor wir um 15 Uhr zur Hana Iti hinüberfahren, wo Marie Luce zu Kaffee und Kuchen eingeladen hat. Wir packen zwei gut gekühlte Flaschen Sekt ein, damit wir gemeinsam auf unser Geburtstagskind anstoßen können. Wir verbringen einen sehr schönen Nachmittag, respektive Abend auf der Hana Iti, wo wir mit weiteren Köstlichkeiten versorgt werdn, und sind erst um 20 Uhr wieder zu Hause.

Diejenigen, die auf Bilder warten, muss ich übrigens noch etwas vertrösten. Es gibt hier zwar eine Internetverbindung und die downloads funktionieren sogar halbwegs. An uploads ist allerdings nicht zu denken. Für ein posting mit nur zwei Fotos nudelt der Computer fast zwei Stunden mit mehreren Unterbrechungen herum, ohne dass es gelingt, die 800 KB dieses postings hochzuladen. Dabei werden fast 10 MB dowloadvolumen verbraucht. Den technischen Hintergrund verstehe ich nicht, aber offenbar ist es so, dass uploads erstens extrem langsam sind und dafür zweitens gleichzeitig extrem viel downloadvolumen verbraucht wird. Kurz: Bilder wird es wohl erst wieder geben, wenn wir wieder in Port Vila sind, was noch ein paar Wochen dauern kann.

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Morgens um Sechs. Zu meiner Yoga Session nehme ich die Kamera mit und mache ein paar Fotos. Die amerikanische Yacht im Bild links verschwindet um 8 Uhr. Danach ist die Bucht nur noch vom “Dreiländereck” belegt..

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Unmittelbar nach Sonnenaufgang: Felice und Hana Iti in der Bucht von Awei

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Whitely kommt mit seinem Auslegerkanu vorbei. Er freut sich über die Taucherbrille, die wir ihm schenken. Einen Schnorchel bekommt er selbstverständlich auch noch dazu

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Landgang: Die Hana Itis werden im Dinghy der Felice von Conny und Wolfgang abgeholt

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Im Dorf. Auf dem iPad zeige ich Sofren die Fotos, die die Anni Nad Crew hier vor einem Jahr von ihm und seiner Familie gemacht hat

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Nosse ist ein beredter und cleverer Bursche. Sein T-Shirt hat schon bessere Zeiten gesehen und es wird klar, dass hier unsere Geschenke, unter denen sich auch eine Menge Bekleidung befindet, sehr gut ankommen

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Christine und Sofren, der sich sehr über die Mitbringsel und Spenden aus dem Fundus der Admetus freut, stellvertretend für sein kleines Dorf

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Besonderen Anklang findet dieses Beil, das wir mitgebracht haben

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Elsina, die Tochter von Sofren, freut sich über einige Tierfiguren und ….

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… offensichtlich auch über diese coole Schwimmbrille

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Die mechanisch zu betätigenden Taschenlampen werden gleich einmal ausprobiert

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Am Nachmittag gibt es eine kleine Geburtstagsparty für Christine auf der Hana Iti, …

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… die mit Kaffee und Kuchen beginnt und mit Sekt, Wein, Bier und Würstchen endet

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Blick auf die Zufahrt zu unserem Ankerplatz. Rechts im Bild die Insel Awei