Mittwoch, 19. März 2014

Sie schwimmt wieder

Dienstag, 18. März 2014, CNI, Raiatea, es geht wieder ins Wasser

Am Vormittag beginnen die Jungs von der Werft damit, die drei Boote, die vor uns auf dem Weg geparkt sind, wegzurangieren. Eines soll ohnehin auch zu Wasser gelassen werden, zwei andere müssen umgeparkt werden, damit der Weg für uns frei wird.

Währenddessen haben wir mit verschiedenen Kleinigkeiten zu tun. U.a. nehmen wir die mehr als gut verknotete Persenning vom Dinghy herunter (wegen der vielen Knoten dauert es ziemlich lange), bringen die Fender an Deck und legen 4 Leinen klar. Um das Dinghy auf dem Vorschiff vor UV-Strahlung zu schützen, hatten wir es mit unseren Sonnensegeln bespannt. Weil auf der Unterseite dann monatelang Regenwasser drin gestanden ist, sind die beigefarbenen Tuche nun großflächig hässlich grün. Wir stopfen die Dinger zwar gleich in die Waschmaschine, viel hilft das aber nicht trotz großzügiger Waschmittel- und Chlorzugabe.

Um 14 Uhr rückt die Launch-Crew dann bei uns an und eine dreiviertel Stunde später setzten wir uns langsam in Bewegung, wir beide hoch und trocken an Deck. Es geht alles ruhig und professionell vonstatten. Um 1530 schwimmen wir. Als erstes das Seeventil für das Motorkühlwasser auf, dann die Stopfbuchse entlüften, alle Seeventile checken, ob irgendwo was leckt. Tut es nicht. Super. Alles in Ordnung. Nun der große Moment: Springt der Diesel an? Jawoll! Ich ziehe rückwärts in die Hafeneinfahrt und will dann das Boot aufstoppen. Jetzt kriege ich einen Schreck, denn der Vorwärtsgang geht nicht rein und das Schiff fährt achteraus auf die Steine zu. Etwas hin und her mit dem Schalthebel. Klack, der Vorwärtsgang ist drin. Allerdings 10 Sekunden zu spät. Jetzt brauche ich fast Vollgas, denn wegen einer quer einfallenden Windbö drückt es uns nun den Bug nah auf die andere Seite der Hafeneinfahrt. Geht sich aber aus. Ein paar Minuten später liegen wir am Steg in der kleinen Marina der CNI.

Nachmittags erhalten wir einen Anruf von Conny aus Tahiti auf unserer lokalen Sim-Karte. Die Felice-Crew hat die Monate der Regenzeit in Papeete verbracht und nun freuen wir uns, die beiden vielleicht schon in den nächsten Tagen wiederzusehen.

Das Wasser, das wir gestern unterm Wassersammler festgestellt hatten, kam diesmal höchstwahrscheinlich aus dem Kühlschrank. Normalerweise läuft das Kondenswasser in den Pumpensumpf vorn im Schiff, aber da das Boot an Land auf dem Kiel nicht ganz eben, sondern mit etwas achterlichem Gefälle steht, landet dieses Wasser durch die Schlauchleitung eben weiter hinten im Schiff. Was uns freut.

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Leiter adé. Gegen 1430 krabbele ich das letzte Mal die 4 m nach oben. Barfuß da rauf (die Schuhe bleiben unten, damit der Dreck auch unten bleibt) ist ein gutes Training für die Fußsohlen

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Der Weg vor uns ist freigeräumt. Heute morgen standen dort noch drei andere Yachten

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Es geht eng zu. Die Boote werden nur mit Zentimeter-Abstand nebeneinander gestellt

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Wir sind unterwegs und verlassen unseren Stellplatz

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Dieser Traktor zieht uns einmal um das Office-Gebäude herum zum Slip

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Wir haben Glück mit dem Wetter. Die Sonne scheint und ich hole mir einen leichten Sonnenbrand

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Die Fahrt führt vorbei am Office der CNI, dem Reich von Karin, die hier alles ziemlich gut im Griff hat

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Schräg geht es den Slipway hinunter, so dass unser Heck fast bis zur Badeplattform eintaucht

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Phil von der Sweet Surrender schaut uns beim Einwassern zu

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Wir liegen wieder im Wasser, am Steg in der Marina. Wir haben noch etwa 2 Tage Arbeit, bevor wir wieder segelklar sind

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Unser jetziger Liegeplatz im Wasser ist nur ein paar Meter vom vorigen an Land entfernt. Wir standen in der Lücke zwischen den beiden Booten in Bildmitte

Dienstag, 18. März 2014

Unterwasserschiff fertig

Montag, 17. März 2014, CNI, Raiatea, Unterwasserschiff fertig, Sweet Surrenders auch wieder im Lande

Das Wetter bleibt trocken, wenn auch überwiegend bewölkt und ziemlich windig. Kurz nach Acht werden die Stützen unterm Boot umgesetzt, so dass nun auch noch die bisher unbehandelten Stellen gemalt werden können. Im Laufe des Tages bringt Auguste 2 Lagen Primer und 3 Lagen Antifouling auf die sieben Spots auf. Da die Farbe bei diesen Temperaturen extrem schnell trocknet, ist das möglich.

Kurz nach Mittag sehen wir Danielle und Philippe unter unserem Schiff entlanggehen. Ihre Sweet Surrender steht auch hier im Gelände an Land und nach 5 Monaten in Australien und Frankreich sind sie nun heute wieder zurückgekehrt. Wir halten einen kurzen Plausch bei uns im Cockpit, dann drängt es die beiden, einen Blick in ihr Schiff zu werfen. Anders als wir, hatten sie eine Betreuung organisiert, die zweimal während ihrer Abwesenheit ins Boot gegangen ist, um zu lüften und zu checken, ob alles ok ist. Ich wollte das für uns nicht, weil u.U. mehr Schaden dadurch entstehen kann, wenn die Leute nicht verlässlich sind und z.B. Luken offen stehen lassen.

Als die Farbe unterm Schiff trocken ist, stehen für uns noch ein paar kleine to do’s an: Wellen- und große Opferanode anbringen, die Bugstrahlprops wieder montieren, schließlich den fast zugemalten Wassereinlass für den Diesel wieder frei kratzen. Wenn es so kommt, wie Karin das geplant hat, dann werden wir morgen Nachmittag unser Schiff wieder im Wasser haben.

Leider haben wir heute, als wir mal richtig hingeschaut haben, unter dem Wassersammler wieder Feuchtigkeit entdeckt. Möglicherweise ist das Ding nun doch schon wieder durchgerostet. Kann mir jedenfalls nicht erklären, wo das Wasser sonst herkommen sollte. Falls sich der Verdacht bestätigen sollte, werden wir noch ein paar Tage Arbeit haben, das Ding auszubauen, wobei wir uns zunächst einmal darum kümmern müssten, wo wir die 200 Liter Diesel aus dem vollen Tank zwischenlagern könnten.

Am Abend gibt es Spaghetti mit roter Sauce, die noch aus unseren Panama-Beständen stammt. Ein paar Dosen Bohnen haben wir noch, die ebenfalls schon so lange mitreisen, aber viele sind es jetzt nicht mehr.

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Ein Teil unseres Mittagessens: Die riesigen, saftigen und süßen Pampelmusen wie auch reife Papayas mit Limettensaft sind immer wieder ausgesprochen lecker und gesund

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Alles wieder schwarz. Drei Lagen Antifouling sind unterm Schiff. Der Wasserpass ist etwa 5 cm höher gezogen worden

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Wellen- und Opferanode werden angeschraubt, die Bugstrahlpropeller wieder montiert und der Kühlwassereinlass für den Dieselmotor nach dem allzu eifrigen übermalen wieder freigekratzt. Das Unterwasserschiff ist jetzt klar zum Einwassern

Montag, 17. März 2014

Rain down

Samstag, 15. März 2014, CNI, Raiatea, Ein Regentag an Bord

Scheiß Wetter! Anders kann man das wirklich nicht bezeichnen. Zwar haben wir schon letzte Woche zu Hause gewusst, dass so etwas am Wochenende hier auf uns zukommt, aber wenn man dann betroffen ist, wird es dadurch auch nicht besser. Ein langgestrecktes Wolkenband reicht von Nordwest nach Südost und liegt breit über den Gesellschaftsinseln. Der Himmel ist den ganzen Tag über dicht bewölkt und alle Naselang fegen starke Regenböen mit 30 Knoten über die Inseln. Das Boot kommt dann ziemlich ins Vibrieren und hinten im Schiff, dort, wo wir schlafen, empfindet man das besonders stark, weil dort der Abstand zum Kiel am größten und der Hebel entsprechend lang ist.

Den Tag verbringen wir komplett an Bord. Wir haben bei dem Sauwetter nicht einmal Lust auf einen kurzen Spaziergang, aber immerhin reichlich Lesestoff, so dass der Tag schließlich doch vergeht. Die Temperatur im Schiff liegt zwischen 27 und 28 Grad, die Luftfeuchtigkeit pendelt von 75 bis 82 Prozent. Es ist also warm genug :-).

Am Abend gibt es einen Bremen-Tatort aus der Konserve und um Acht liegen wir schon wieder im Bett.

Grib-file 16.03.13 Südpazifik

Dieses Wolkenband macht uns jetzt zwei Tage lang Ärger (unsere Position = roter Stern). Das Tief mit 1001 mb am oberen Bildrand vertieft sich in den nächsten Tagen weiter und entwickelt sich zu einem kreisrunden Wirbel, bei dem auf der Ostseite Windgeschwindigkeiten von 45 Knoten entstehen (also Beaufort 9) mit Wellenhöhen von 10 Metern. Glücklicherweise zieht es dabei nach Südwesten, wenn man den Prognosen glauben darf

 

Sonntag, 16. März 2014, CNI, Raiatea, Noch mehr Regen

Auch die ganze Nacht hindurch schüttet es und manchmal fühlen wir uns wie auf einer Rüttelmaschine, wenn die Böen das Boot erbeben lassen. Also nehmen wir das Frühstück wieder unter Deck ein und verbringen auch die folgenden Stunden im Salon.

Wie vom Wetterbericht vorhergesagt, nehmen Wind und Regen ab und ab Mittag ist es mit dem Niederschlag ganz vorbei, auch wenn die dichte Wolkendecke über uns verbleibt. Also steigen wir am Nachmittag mal von unserer hohen Leiter herunter und wagen einen Spaziergang. Ziel ist die 2 km entfernte Apooiti Marina, in der die Charterflotten von Sunsail und Moorings beheimatet sind. Der Hafen ist voll, derzeit sind wohl nicht viele der Yachten vermietet. Eine Reihe privater Boote trägt „A Vendre“-Schilder. Wir sind überrascht, wie viele von diesen Booten, die verkauft werden sollen, offenbar bewohnt sind. Das Restaurant „Voile d’Or“ hat geöffnet und so finden wir uns kurze Zeit später Eis löffelnd an einem der Tische auf der Veranda wieder.

Um 16 Uhr sind wir zurück im CNI-Gelände, wo wir ein jüngeres italienisches Paar treffen. Timo und Miriam, mit zwei kleinen Kindern, eines davon vor kurzem hier auf Raiatea geboren, sind schon seit 10 Jahren mit ihrer Moody 44 unterwegs, die jetzt auch hier an Land steht. Sie wollen in den nächsten Wochen Richtung Fidschi aufbrechen und dann nach Italien zurück, wo sie offenbar mal wieder etwas Geld verdienen müssen.

Wir können noch ein paar trockene Stunden lang an Deck sitzen. Hoffen wir, dass es morgen nicht mehr regnet und die Farbarbeiten in die finale Phase gehen können.

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Regen, Regen, Regen. Diese Bilder entstehen heute Morgen. Ab Mittag ist es dann aber vorbei mit dem Niederschlag

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Blick aus unserem Niedergang nach achtern zur Ausfahrt der kleinen Marina der CNI

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Ein paar Boote liegen an den Moorings vor der Werft. Es ist definitiv keine Hochsaison jetzt und wenn man sich das Wetter ansieht, weiß man auch, warum

Samstag, 15. März 2014

Werkstatt-Putz

Freitag, 14. März 2014, CNI, Raiatea, Zweite Lage Antifouling, Werkstatt-Putz, Regen

Nach unserem gestrigen Hatsch nach Uturoa waren wir doch ziemlich erschöpft und weil es ohnehin regnete und in Ermangelung irgendwelcher Highlights am Abend lagen wir dann schon um kurz nach Sieben im Bett. Ohne große Probleme ratzen wir 12 Stunden durch und wachen ziemlich ausgeschlafen auf.

Weil der Wind von achtern ins Cockpit bläst, hatten wir über Nacht das Schiebeluk geschlossen, aber die oberen Fenster im Schlafzimmer offen gelassen. Da ist schließlich die Sprayhood drüber. Aber die ist mal wieder nicht ganz dicht und so hat es ins Boot getropft. Wir haben aber noch Imprägniermittel und damit kriegen wir die neuralgischen Stellen an den Nähten hoffentlich wieder dicht. Wegen des Regens frühstücken wir unter Deck und machen uns dann daran, die „Werkstatt“, unsere kleine Steuerbordkammer, die als Garage, Lager und Bastelstube (wegen des hier montierten Schraubstocks) dient, komplett auszuräumen und zu säubern. In dieser Ausführlichkeit wie heute haben wir das bisher wohl noch nie gemacht. Der Hauptgrund, warum wir das tun, besteht darin, dass wir einmal bis in alle Ecken den Schimmel mit Essig abwischen wollen, der sich insbesondere auf den großen Wandflächen angesetzt hat. Nach gut drei Stunden sind wir damit durch.

In der gleichen Zeit bringt Auguste unter dem Schiff den zweiten Antifouling-Anstrich auf, auch wenn es nebenbei immer mal wieder ein paar Tropfen regnet. Als er am Nachmittag mit der dritten Lage anfängt, kommt er aber nicht weit, weil es jetzt einen Squall mit Wind und viel Wasser von oben und von der Seite gibt.

Bei uns stehen ein paar weitere kleine Arbeiten auf dem Zettel und dann setze ich mich an den Computer, um die Verlinkung unseres Reisetracks in Google Maps bzw. Google Earth zu aktualisieren. Dank der Mühe von Frank und seinem Team kann man jetzt unseren gesamten bisherigen Reise-Track in einem Fenster aufrufen. Link siehe oben rechts unter Seiten (Gesamt-Track 2010 – 2013). Unsere aktuelle Route ab Raiatea sollte dann demnächst auch wieder abrufbar sein.

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Wir räumen alles aus, was in der “Werkstatt”, unserer kleinen Steuerbordkabine, gelagert ist, um mal richtig zu putzen

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Nicht, dass der Eindruck entsteht, ich würde hier die Putzerei allein erledigen. Christine hat mindestens einen gleich hohen Anteil, sie will bei dem Job nur nicht gern fotografiert werden

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Auguste bei der Arbeitsvorbereitung. Dieses Mal bekommen wir “Amerlock, ABC 3” unters Boot

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Sogar Metallbeschläge, wie hier die Gurtbandhaken der Sprayhood, können sich mit der Zeit durchscheuern. Wir haben Ersatz dafür von zu Hause mitgebracht

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Da wir einen fertig konfektionierten Schlauch für den Anschluss der Dusche nicht kriegen, müssen wir etwas improvisieren und verschieden starke Schläuche ineinanderkleben.

Freitag, 14. März 2014

Erste Lage Antifouling

Donnerstag, 13. März 2014, CNI, Raiatea. Fußmarsch nach Uturoa. Erste Lage Antifouling

Auguste startet um 8 Uhr unterm Schiff mit dem Anschleifen des Primers. Christine und ich machen uns nach unserem ersten Frühstück an Bord auf den 7-Kilometer-Weg nach Uturoa. Der Weg ist insofern nicht besonders toll, als man die meiste Zeit an der Landstraße entlangläuft und meistens nur hintereinander gehen kann. Aber es gibt nicht viel Verkehr. Der Flughafen liegt auf halber Strecke. In Uturoa kaufen wir noch ein paar Kleinigkeiten, wie Müsli und grünen Tee, die wir gestern nicht bekommen hatten, essen mittags eine Pizza an der Townpier und machen uns dann auf den Rückweg. In der Plomberie kaufen wir 3 m Schlauch und Verbindungsstücke für unsere Außendusche. Der vorhandene Schlauch ist mittlerweile durch die UV-Belastung so klebrig, dass er überall Rückstände hinterlässt. Schließlich wird der Rucksack doch noch richtig schwer, als wir an einem Straßenstand nicht vorbeigehen können, ohne 5 Pampelmusen und 5 Mangos kaufen.

Als wir gegen 15 Uhr an Bord zurückkommen, ist Auguste gerade dabei, die erste Lage Antifouling aufzubringen. Schwarz auf weiß, sieht fast aus wie ein Zebra. Allerdings nicht für lange, denn um 1630 ist das ganze Unterwasserschiff wieder einmal schwarz.

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Auguste bei der Arbeit. Nachdem er vormittags den Primer angeschliffen hat, kommt am Nachmittag die erste Lage Antifouling unters Boot. Es fängt zwischenzeitlich mal etwas an zu regnen, aber nicht sehr stark. Außerdem trocknet das Antifouling bei diesen Termperaturen sehr schnell, so dass die Arbeit nicht unterbrochen werden muss. Etwas später fängt es dann kräftiger an zu regnen und auch für die nächsten Tage ist ziemlich schlechtes Wetter angesagt. Das wird wohl eine längere Unterbrechung der Farbarbeiten bedeuten

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Donnerstag, 13. März 2014

Wieder in Raiatea

Montag, 10. März 2014, Feldkirch bis LA

Die letzte Nacht in unseren Betten zu Hause. Gut geschlafen, Wecker 6 Uhr. Loredana holt uns um halb Acht ab. Noch ein kurzer Abstecher zur Autoversicherung, Nummernschilder abgeben, dann geht es Richtung Zürich. Eineinhalb Stunden Fahrt, einchecken, Gepäck aufgeben, Boarding. Alles verläuft nach Plan. Auch die zweieinhalb Stunden in London Heathrow vergehen schnell und auch der Flieger für die längste Strecke nach LA steht schon am Gate. Wow! Wir fliegen in einem A380, dem größten Flugzeug der Welt mit zwei vollen Decks. Natürlich alles noch brandneu, relativ viel Beinfreiheit und allerfeinste Ausstattung mit Unterhaltungselektronik, incl. USB Anschluss zum Aufladen von eReader und iPhone, etc. Aber am meisten freut uns, dass der Vogel nicht voll ausgebucht ist. So können wir uns beide auf einen Gangplatz setzen und haben jeder neben sich noch einen freien Sitz. Der Start verzögert sich dann leider um eine ganze Stunde, weil eine der vielen Passagierbrücken sich nicht vom Flugzeug wegbewegen lässt. Das Ding wird dann schließlich per Truck weggezogen. Die Videos auf dem großen Bildschirm vor uns sind vom allerfeinsten und auf dem neuesten Stand. Ich schaue mir Dallas Buyers Club, 12 Years a Slave, diesen Space Film mit George Clooney und Sandra Bullock, Rush (die Niki Lauda und James Hunt Story) und Last Vegas (Comedy mit M. Douglas, M. Freeman und R. de Niro) an. Kann man doch nicht meckern. Auch Captain Philipps und All is lost sind im Angebot, aber die hatte ich mir schon zu Hause angesehen.

Wir landen mit einer Stunde Verspätung in Los Angeles. Riesig lange Schlangen vor den Kontrollschaltern. Eine ganze Stunde dauert es, bis wir durch Customs durch sind (incl. Fingerprintscan und ein aktuelles Gesichtsfoto), unser Gepäck abgeholt und wieder aufgegeben haben. Aber es ist ja genügend Zeit, denn trotz der Verspätung haben wir insgesamt 4 Stunden zwischen Ankunft und Abflug. Viel zu viel ist das aber nicht, denn wir kommen gerade mal eine halbe Stunde vor Boarding an unserem Gate an. Mittlerweile ist es nach österreichischer Zeit Dienstag, 7 Uhr und wir sind doch schon etwas müde. Hoffen wir mal, dass wir im Flug nach Papeete schlafen können.

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Unser erster Flug in einem A380 auf der Strecke London – Los Angeles. Wir sitzen ziemlich weit hinten im unteren Deck. Der Vogel ist mit einer tollen Unterhaltungselektronik ausgestattet und und die “Videothek” hat alle neuen Filme auf Lager

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Dienstag, 11. März 2014, LA bis Raiatea

Ja, auf diesem Flug kriegen wir immerhin zwei oder drei Stunden Schlaf, wenn auch in Etappen mit vielen Wachphasen, denn bequem ist es einfach nicht in der sitzenden Position. Überpünktliche Landung in Papeete. Hier erwarten uns 26 Grad und eine ziemliche Luftfeuchtigkeit. Es ist noch dunkel um halb Sechs, aber ein heller Streifen ist schon im Osten zu erkennen und bald wird es hell sein. Bei Immigration und Zoll schickt man uns in die falsche Reihe, nämlich in diejenige für die Nicht-Eu-Bürger. Deshalb dauert es wieder mal ziemlich lange, bis wir durch sind.

Kleiner Ärger dann auch am Check-in für unseren letzten Flug nach Raiatea. Die wiegen doch tatsächlich unser Handgepäck und natürlich sind beide Rucksäcke mit jeweils 9,8 kg um mindestens 4 kg zu schwer (offiziell liegt das limit bei 3 kg, man toleriert aber bis 6 kg pro Person). Also müssen wir vom einen in den anderen Rucksack Gewicht umladen und den schweren dann aufgeben. Die Laptops müssen wir in die Hand nehmen, um Christines Rucksack zu erleichtern. So ein Blödsinn. Als wir durch die Sicherheitskontrolle sind, stopfen wir alles wieder in ihn hinein und jetzt wiegt der Rucksack bestimmt 12 kg. Habe ein ungutes Gefühl, denn jetzt liegen unsere Bootsschlüssel, Kameras, Dokumente, Festplatten in meinem Rucksack im Bauch des Flugzeugs und das landet noch in Huahine (wo hoffentlich das richtige Gepäck ausgeladen wird), bevor wir schließlich um 0815 in Raiatea aufsetzen. Beim Landeanflug haben wir eine schöne Sicht auf Tahaa und Raiatea. Mit dem Gepäck geht alles glatt über die Bühne und kurze Zeit später sind wir mit dem Taxi in der Werft.

Von außen ist das Schiff ziemlich sauber, nicht so ein Dreckstall wie beim letzten Mal in Curacao. Auch innen ist es ganz ok. Schimmel nur auf ein paar glatten Flächen. Der lässt sich schnell wegputzen. Bis wir das Bootsinnere so weit frei geräumt haben, dass wir anfangen können, die Taschen auszupacken, vergehen ein paar Stunden. Als erstes bauen wir Sprayhood und Bimini auf, damit wir bei einem plötzlichen Regenschauer wenigstens trocken ins Boot gelangen könnnen bzw. das Schiebeluk offen bleiben kann. Als wir unsere Taschen öffnen, müssen wir feststellen, dass diese in unserer Abwesenheit vom Zoll offenbar doch geöffnet worden sind. Jedenfalls liegt ein Zettel drin, der das so bestätigt. Man sollte Koffer bei einer Durchreise durch die USA nicht abschließen. Denn die Schlösser würden unweigerlich von den US-Sheriffs geknackt – so steht das jedenfalls auf dem Zettel drauf.

Mittags sind wir hundskaputt (schließlich zeigt unser Bio-Rhytmus 23 Uhr, wir sind immerhin jetzt 40 Stunden auf den Beinen) und legen uns aufs Ohr. Christine schläft gleich bis zum nächsten Morgen durch, ich stehe um 1500 auf, um einen Besuch im Office zu machen, Schlüssel für die Duschen und das Werftgelände zu holen und die weiteren Arbeiten abzustimmen. Damit sieht es leider nicht so gut aus, denn nun sind die Leute hier schon ganz schön im Stress. Vielleicht müssen wir doch selber malen.

Ich räume noch eine Weile Klamotten und Ersatzteile ein, baue die Flügel des Windgenerators an und gehe dann bald nach Sonnenuntergang auch ins Bett.

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Die Zwischenlandung auf dem Flughafen im Norden von Huahine dauert nur 15 Minuten. Eine Viertelstunde später landen wir dann in Raiatea

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Blick auf die Nordostecke von Tahaa. Den Ankerplatz in Bildmitte hinter dem zweiten kleinen Motu kennen wir schon ganz gut

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Noch einmal der Blick auf den Osten von Tahaa

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30 Sekunden vor der Landung fliegen wir an der Werft vorbei, wo die Gipsy IIII an Land liegt

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Von außen sieht das Boot ausgesprochen sauber aus. Kein Wunder, die Seitenflächen sind schließlich schon poliert. Aber auch an Deck hat der Regen alles sauber gewaschen. Sämtliche Planen sind noch genauso verzurrt, wie wir sie verlassen haben.

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Nur die Eingangstür sieht arg mitgenommen aus. Hier ist wohl wenig Wind hingekommen und die Feuchtigkeit hat sich gestaut. Werden wir bei Gelegenheit dann mal intensiv bearbeiten müssen

 

Mittwoch, 12. März 2014, CNI-Marina, Raiatea, Einkaufen und 1. Lage Farbe kommt unters Schiff

Die erste Nacht an Bord haben wir tief und fest geschlafen. Christine hat etwa 17 Stunden gepennt, ich etwas weniger. Gleich um halb Acht treffe ich mich mit Karin, der guten Seele der Werft hier, die offiziell Sekretärin ist, aber faktisch den ganzen Laden schmeißt. Wir bekommen doch jemand zum Malen und es geht dann auch gleich los mit den Vorbereitungen.

Als wir sehen, dass alles läuft, machen wir uns auf die Socken Richtung Supermarkt. Den Hinweg gehen wir zu Fuß und nehmen unterwegs an einem kleinen Laden unser erstes Essen seit 30 Stunden zu uns. Eh nur ein Sandwich und einen Liter O-Saft, aber beides tut jetzt gut. Nach einer dreiviertel Stunde sind wir beim Supermarkt und räumen zwei Wagen voll. Bei dem Einkaufsvolumen bietet uns der Betreiber gleich an, uns zur Werft zurückzufahren. Ist doch fein, brauchen wir kein Taxi zu bestellen. Dann das ganze Zeug drei Meter die Leiter rauf und verstauen. Wir haben den Eindruck, dass die Luftfeuchtigkeit höher ist, als bei unserer Abreise hier im November und zusammen mit der hohen Temperatur im Boot macht uns dieses Klima heute doch noch etwas zu schaffen.

Im Laufe des Nachmittags wird die zweite Lage Primer aufs Unterwasserschiff aufgebracht und wir beschäftigen uns mit anderen Arbeiten vom Verstauen und katalogisieren der mitgebrachten Medikamente bis zum Verfrachten des Außenborders von Unterdeck an den Heckkorb. Eine längere Zeit brauchen wir dann gemeinsam an Deck, um Fallen, Schoten, Niederholer und andere Leinen wieder einzuscheren. Damit die nicht unnütz in der Sonne liegen und dreckig werden, hatten wir das ganze laufende Gut so weit wie möglich weggenommen.

Nach Sonnenuntergang – wir haben heute übrigens eine phantastische Sicht auf Bora Bora, das zum Greifen nah erscheint – verputzen wir einen Salat im Cockpit und dann gehe ich endlich mal daran, das Tagebuch zu vervollständigen und den Blogeintrag vorzubereiten.

 

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Da ich wegen meines Schulterhandicaps diese Jobs jetzt nicht machen kann, werden sie halt vom Werftpersonal erledigt

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die erste Lage Primer kommt unters Boot

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Am Ende des Tages sind zwei Lagen Primer aufgemalt. Auch im Schiff sieht es mittlerweile schon wieder ganz wohnlich aus. Den Jetlag haben wir hinter uns und an die hohe Luftfeuchtigkeit werden wir uns morgen dann wohl auch wieder gewöhnt haben.

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Die Gipsy wurde übrigens umgeparkt, zwei Positionen nach links. Habe noch nicht mal gefragt, warum eigentlich?

Samstag, 8. März 2014

Noch zwei Tage

Nun ist sie so gut wie rum, die Winterzeit, die wir zu Hause im Ländle verbracht haben. Die Koffer sind gepackt und erfreulicherweise fassen die Reisetaschen alles, was wir so in den letzten 4 Monaten bestellt und eingekauft haben. Dabei handelt es sich teils um Ersatzteile und teils um anderen Kleinkram, den man auf den entlegenen Inseln im Pazifik nur schwer, teuer oder zumindest mit langen Vorlaufzeiten bekommen würde. Teuer kann es allerdings auch hier werden, jedenfalls relativ. Wenn für ein paar spezielle Kunststoff-Unterlegscheiben, die gerade mal 70 Cent kosten, Transportgebühren von 17 Euro (von D nach A) anfallen, ist das schon etwas ärgerlich (aber nicht zu ändern).

Hinsichtlich meiner Schulterverletzung habe ich mich entschieden, nicht dem chirurgischen Rat zu folgen, eine athroskopische Operation vornehmen zu lassen. Nach Konsultation anderer Ärzte mit abweichender Meinung erschien mir der OP-Termin zwei Wochen vor Abflug dann doch als etwas zu riskant. Über-Kopf-Arbeiten werden für längere Zeit nicht möglich sein und die Schmerzen werden mich wohl noch ein halbes Jahr begleiten, wie mein Physiotherapeut meinte. Am wichtigsten wird es sein, achtzugeben, dass der rechte Arm nicht ungewollte Bewegungen des Körpers auffangen muss, z.B. wenn eine unvorhergesehene Schiffsbewegung mein ganzes Ich durch die Gegend katapultiert. Die Gefahr, dass es zu einer erneuten Ausrenkung kommt, ist dabei jedenfalls relativ groß. Und mein Sportprogramm mit Klimmzügen und Liegestützen wird wohl auch eine ganze Weile ruhen müssen.

Die Werft hat in der Zwischenzeit unser gesamtes Antifouling unterm Schiff abgeschliffen und abgebeizt. Eigentlich war nur leichtes Anschleifen geplant, aber es zeigte sich, dass es doch viele Risse im alten Farbaufbau gab und da erschien es mir besser, doch gründlich an die Sache heranzugehen, auch wenn diese Menge an Arbeitsstunden, die dabei draufgegangen ist, zumindest so nicht budgetiert war. Die gröbste Dreckarbeit sollte also erledigt sein, wenn wir am Dienstag in Raiatea ankommen. Wir sind sehr gespannt, was uns im Schiffsinneren erwartet. Haben alle Fenster dicht gehalten oder gibt es Leckagen? Falls ja, welche Schäden folgen daraus? Ist der ganze Kahn verschimmelt? Immerhin hat es in der Regensaison dort eine hohe Luftfeuchtigkeit und die Dauerlüftungen sind ziemlich klein. Aber dieser Sommer war relativ trocken auf den Gesellschaftsinseln und so sind wir guten Mutes, dass es schon nicht so arg kommen wird.

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Mehr Ersatzteile als Klamotten. Die Bekleidung reicht kaum aus, um die Schachteln und das Material etwas abzupolstern.

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So werden wir die Gipsy am Dienstag vorfinden. Das gesamte Antifouling ist bis auf die Epoxyschichten heruntergeschliffen bzw. abgebeizt