Montag, 19. November 2012

Ein Loch kommt ins Schiff

Samstag, 17. November 2012, Curacao Marine, Einbau vorausschauendes Echolot, Teil 1

Wir schlafen lange bis halb neun. Nach dem Frühstücken ist erst mal richtig Aufräumen angesagt. Überall im Salon liegt noch Zeugs herum, was noch nicht seinen richtigen Platz gefunden hatte. Das Einsortieren der Medikamente dauert immer etwas länger, weil diese in einer Excel-Tabelle inventarisiert werden, u.a. mit Ablaufdatum und jeweiligem Lagerort.

Dann knöpfe ich mir den Einbau des vorausschauenden Echolots vor, bzw. ich fange mal damit an. Mit diesem Gerät kann man bis zu 100 Meter unter Wasser nach vorn „sehen“ und sich vor Untiefen, Riffkanten, Steilhängen, usw. warnen lassen. Dafür muss ein Echogeber unten aus dem Schiff herausschauen und deshalb kommt jetzt ein 60 mm großes Loch in die Außenhaut. Die richtige Stelle finden, mit einem Kreisbohrer den Durchlass schneiden, die Schnittkante mit Epoxy wasserdicht machen, Dichtungsmasse auf die Bronzehülse, dann einschrauben. Die Verlegung der Kabel nach achtern ins Cockpit wird etwas länger dauern, obwohl ich auch heute schon einige Stunden mit dem oben beschriebenen beschäftigt war. Das kommt auf das Programm für nächste Woche.

Zwischendurch feile ich das Bohrloch im Blitzableiter größer. Hatte mir ein 6 mm Edelstahlblech in Vorarlberg machen lassen und war der Meinung, dass eine 33,5 mm Bohrung groß genug sein müsste, um eine M33 Gewindestange durchzulassen. Fehlanzeige. Es mussten noch 2 mm rundum ausgefeilt werden. Schweißtreibende Angelegenheit im Schatten unterm Boot. Im Schiff hat es am Nachmittag jetzt immer 35 bis 36 Grad. Das geht am Abend bis auf 31 Grad runter, morgens um 8 ist es dann auf 28 Grad „abgekühlt“.

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Ein 60 mm Loch muss in den Schiffsboden, um die Hülse für den Geber des vorausschauenden Echolots aufzunehmen. Die Schnittkanten sind schon mit Epoxy ausgestrichen

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Da kostet so ein kleines Blech schon 65 Euro und dann muss man noch eine Stunde daran herumfeilen, bis das Loch groß genug ist

Am Abend fahren wir zusammen mit Onno nach Punda und essen Pizza.

 

 

Sonntag, 18. November 2012, Curacao Marine, Vormittags ein paar Arbeiten, nachmittags Schnorcheln

Als erstes nehme ich mir den Verstellpropeller vor, dessen Getriebe einmal jährlich abgeschmiert werden muss. Allein das Wechseln der Fettkartuschen (für den Propeller braucht es ein Spezialfett) in der Presse ist eine ziemliche Schmiererei. Anschließend Auspolieren der Farbspuren am Bug, die von den Mooringleinen in Bonaire stammen. Dauert ziemlich lange, um sie wegzubringen. Dann reinigen des Wasserpasses, bevor die Werftjungs morgen mit dem Schleifen des Unterwasserschiffs beginnen.

Am Nachmittag fahren wir schnorcheln in die Nähe von Spanish Water. Onno, der ursprünglich mit wollte, bleibt wegen eines Arbeitsanfalls dann doch auf seiner Ballerina.

Heute abend essen wir an Bord.

Samstag, 17. November 2012

Arbeit Arbeit Arbeit

Donnerstag, 15. November 2012, Curacao Marine, Arbeiten an Land, abends Stegparty

Früh aus den Ferdern um 0630. Ausbau der Ankerwinsch, die schon seit längerem Probleme macht. Die ausgebaute Anlage bringe ich zu einem Monteur hier in der Werft. Der zerlegt das Getriebe. Befund: Zahnrad, dass in den Schneckentrieb eingreift, ist hoffnungslos abgenutzt. Schwierige Entscheidung: Neues Zahnrad bestellen oder gleich eine neue Ankerwinsch? Abgesehen von den Kosten ist der Einbau einer neuen Anlage ziemlich komplex. Am Abend frage ich per email Kosten beim italienischen Hersteller an.

Die Anoden von den Props des Bugstrahlruders lassen sich nicht abziehen. Was in den vergangenen Jahren ganz leicht ging, kostet mich heute 5 Stunden. Auch das Ruderblatt braucht eine Inspektion, wegen eines kleinen Haarrisses oben dicht bei der Welle. Morgen früh kommt der Experte. Hoffentlich ist kein Wasser innen drin. In dem Fall gibt es erstens viel Arbeit und zweitens hohe Kosten. Beides nicht geplant.

Am Abend Party auf dem Steg. Helmut von der Manatee wird 66 und hat jede Menge eisgekühltes Bier vorrätig. Total netter Abend. Unglaublich, wie viele deutschsprachige Besatzungen derzeit hier sind. Acht fallen mir spontan ein, wahrscheinlich sind es noch ein paar mehr.

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Es dauert lange, bis ich drauf komme, die Opferanden anzusägen bzw. anzubohren. Weil sie im Tunnel liegen, kann man keine Wasserpumpenzange ansetzen. Aber schließlich kriege ich sie doch runter. Die Dinger müssen ab, um an die darunter liegende Mutter zu kommen, um die Props abnehmen zu können. Learning für das nächste Mal: Jede Menge Fett reinschmieren.

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Ausgebaute Ankerwinsch. Das Schneckentriebzahnrad ist ausgeschlagen. Entscheidung, ob neue Winsch oder Ersatzteil, ist noch offen.

 

Freitag, 16. November 2012, Curacao Marine, Leihwagen, Happy Hour in Spanish Water

Am Morgen mieten wir ein kleines Auto für eine Woche, zusammen mit Onno. Ist einfach praktischer, wenn man schnell mal wohin muss, z.B. um etwas einzukaufen. Heute morgen steht gleich ein Besuch bei Island Waterworld an, um die bestellte Antifouling-Farbe für das Unterwasserschiff abzuholen. Bei der Gelegenheit sichte ich gleich einmal die Ankerwinschen, die vorrätig sind. Es wäre tatsächlich eine dabei, die in Frage käme. Also Maße nehmen, an Bord gegenchecken, dann noch mal wieder mit einem Stück Kette hinfahren, um zu sehen, ob der Kettenkranz passt.

Dazu überhaupt die Überlegung, ob nicht auch das Zahnrad, das tatsächlich als Einzelstück noch in Bremen bei SVB lagert, genügen würde. Wäre fast 2000 Euro billiger, aber möglicherweise eben auch wieder nur eine Lösung für begrenzte Zeit.

Gegen Mittag kommt der GFK-Spezialist der Werft, um sich unseres Ruders anzunehmen. Die Feuchtigkeitsmessung ergibt, dass das Ruder inwändig ziemlich trocken ist, also keine größere Reparatur erforderlich sein wird. Mir fällt ein Stein vom Herzen, dass es mit einer kleineren Reparatur des Risses am Schaft getan ist.

Am Abend geht es mit mehreren Autos zur Happy Hour nach Spanish Waters. Die open-air-Kneipe kennen wir schon. Heute gibt es Barbecue. Ausgezeichnet gewürztes Fleisch für wenig Geld. Wieder gibt es eine große deutschsprachige Runde.

 

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Der Riss im Ruderblatt wird ausgeschliffen und anschließend mit Glasfasermatten und Epoxy wieder zulaminiert

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Donnerstag, 15. November 2012

Back to Curacao

Dienstag, 13. November 2013, Flug nach Curacao

Um 0645 geht der Flug von Zürich nach Düsseldorf, also heißt es früh aufstehen. Um drei klingelt der Wecker. Christine fährt mich zum Airport, beim Gepäck-Check-In muss ich 100 Euro zahlen für das Übergewicht meiner Reisetasche (32 kg). In Düsseldorf ist nur eine Stunde Zeit zum Umsteigen und die wird drastisch verkürzt, weil es in Zürich schon 30 Minuten Verspätung beim Abflug gibt.

Letztlich klappt aber alles bestens. Mein Gepäck wird in Düsseldorf umgeladen (obwohl die Zeit so knapp ist, klappt das; und das wird mir sogar vor dem Einsteigen auf meine Nachfrage bestätigt). Lisa sitzt schon im Flieger und ich bin einer der letzten, die boarden. Pünktlicher Abflug um 0915, überpünktliche Landung nach 10 stündigem Flug um 14.30 local time in Curacao. Die Passkontrolle dauert zwar lange und auch auf das Gepäck müssen wir noch etwas warten. Dafür kommen wir problemlos beim Zoll durch, trotz der zig Ersatzteile, die ich da mit mir herumschleppe.

Als wir aus dem Flughafengebäude treten, grüßt mich bald einmal eine deutsche Stimme mit „hallo Ronald“. Das Gesicht kommt mir bekannt vor. Es ist Ulli von der Momo, der seine Frau abholt, die mit uns im Flieger gesessen ist.

Perfekt funktioniert letztlich auch die Abholung des Kutterstagsegels bei swissport im Flughafengelände. Das Segel ist aus den USA per Schiffsfracht zeitgerecht angeliefert worden. Der Taxifahrer wartet so lange, bis ich das Segel nach einer Viertelstunde in Empfang nehmen kann. Die Zollformulare, die ich zuvor per email geschickt hatte, haben ausgereicht und so sparen wir uns eine zusätzliche Fahrt zum Flughafen.

Gegen 16 Uhr local time fahren wir auf das Marinagelände. Ich werde stinksauer, dass unsere Gipsy noch im security Bereich steht, obwoh ich mehrfach per email darauf aufmerksam gemacht hatte, dass wir heute anreisen und gleich aufs Boot wollen, es also umgeparkt werden muss: Raus aus dem Sicherheitsbereich, rein in das Arbeitsgelände. Zweimal hat man meine emails bestätigt. Nun, um 17 Uhr ist das dann auch erledigt und wir können an Bord gehen.

Das Deck ist saudreckig, also muss erstmal ein Wasserschlauch her. Unter Deck scheint alles ok, sieht halbwegs sauber aus und Schimmel entdecke ich auch keinen. Grobes Saubermachen noch schnell vor dem Dunkelwerden um sechs, dann Taschen auspacken. Davor kommt noch das Hochwuchten der schweren Gepäckstücke über die Leiter aufs Deck. Das ganze ist jedenfalls eine sehr schweißtreibende Angelegenheit. Um acht sind wir damit halbwegs fertig. Mittlerweile bin ich 24 Stunden auf den Beinen. Neben den Momos (Gerda und Ulli) treffen wir einige Bekannte: Enno von der Ballerina liegt direkt neben uns (er hilft uns erstmal mit kaltem Wasser aus dem Kühlschrank aus), die Santina (Uschi und Norbert aus Österreich sind auch erst heute mit unserem Flug angekommen) wird noch nach uns in den Arbeitsbereich gebracht, Christof schaut kurz vorbei und dann kommt auch Ian (Misty Blue) anklopfen, den wir aus Puerto Rico kennen. Bei ihm an Bord laden wir uns gleich mal für ein kühles Bier ein. Es werden zwei draus, aber um 22 Uhr sind wir doch ziemlich müde und trollen uns ins Bett. Ein langer Tag. Unterm Strich hat heute alles sehr gut funktioniert. Kann ruhig so weitergehen.

Mittwoch, 14. November 2012, Curacao Marine an Land

In der Nacht war es sehr warm im Boot, so um die 30 Grad, aber wir haben dennoch ganz gut geschlafen. Weiteres Aus- und Einräumen des Gepäcks, anklemmen der Solarpaneele, Montage des Windgenerators. Das sind die ersten Aktivitäten des heutigen Tages. Um halb zehn fährt Lisa zusammen mit Onno im Minibus zum Supermarkt, während ich das Deck vom groben Schmutz reinige (gestern hatten wir uns nur auf das Cockpit konzentriert).

Nach dem Ausräumen der Einkäufe aus dem Bus stellt Lisa fest, dass sie ihre Handtasche mit ein paar hundert Dollars im Fahrzeug hat liegen lassen. Kleiner Schreck am Vormittag. Die Lady aus dem Marina-Office ist aber behilflich und ruft den Supermarkt an. Ich muss etwas warten, aber dann wird die Tasche im Bus gefunden und kurze Zeit später tatsächlich zu uns an Bord gebracht. Glück gehabt.

Das Wetter ist fantastisch. Sonne, sehr trocken, aber eben auch sehr warm. Deshalb ist die Arbeit unterm Schiff ziemlich schweißtreibend. Das Entfernen der Silikonnaht zwischen Kiel und Rumpf dauert länger, als erwartet. Die Arbeit ist nötig, weil die Werft in Grenada vor einem Jahr diese Fuge nicht sauber appliziert hat. Folge: Roststellen im oberen Kielbereich.

Am Nachmittag gehen wir nach Willemstad. Hauptgrund: Ich möchte meine SIM Karte wieder aktivieren lassen für Telefonate und Daten. Obwohl die Karte eigentlich abgelaufen ist, kannn sie dann nach einiger Diskussion doch wieder aktiviert und aufgeladen werden. Wir trinken etwas mit Blick auf die Prinzess Emma Bridge und gehen anschließend in der Innenstadt etwas essen. Bei Einbruch der Dunkelheit sind wir an Bord zurück. Kleines Biergelage mit Onno bei uns im Cockpit, aber spät wird es heute nicht.

Montag, 5. November 2012

Die Heimatferien gehen zu Ende

Anfang November 2012

Auch lange 5 Monate sind einmal vorbei. Noch ein paar Tage, dann geht es zurück an Bord. Ich hoffe, wir finden unsere Gipsy in halbwegs ordentlichem Zustand vor und das Schiff ist nicht total verdreckt (von außen) oder verschimmelt (von innen). Die Zeit in der Heimat ist schnell vergangen. Christine arbeitet im Krankenhaus und auch für mich gab es reichlich zu tun, so dass es nie langweilig geworden ist. Vom kleinen Österreich-Urlaub an den Bergseen, Besuchen in meiner Heimat, diversen Wanderungen und Treffen mit Familie und Freunden haben wir auch in der Heimat den Kontakt zu einigen Seglern gesucht und gehalten. Geplant getroffen haben wir uns mit den Crews der Onyx und der Hibiscus, den Indis,  Aluas, Nojas und Frangipanis. Die Fair Isles haben wir – kaum zu glauben, aber wahr - per Zufall in der Weltstadt Kelheim (ein kleines Nest bei Regensburg) wiedergesehen.

Hier zieht langsam der Winter ein. Die Berggipfel, die ich von meinem Schreibtisch aus sehe, sind bereits schneebedeckt. Während es in Vorarlberg nun also kalt wird, geht es für mich jetzt wieder in die Wärme. Obwohl das einerseits natürlich verlockend ist, wirft der Trennungsschmerz schon seine Schatten voraus.

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Kaum zu glauben: Rein zufällig treffen wir Gabi und Horst in Bayern. Fair Isle auf Familienbesuch, Gipsy IIII beim Studententreffen. Beides findet in Kelheim statt.

Mittwoch, 6. Juni 2012

Haulout und Abmarsch

Montag, 4. Juni 2012, Curacao Marine

Der Morgen beginnt mit einem ausführlichen Plausch über den Steg hinweg mit der holländischen Yacht Winterlude, einer Irving 46, die auch schon in Bonaire in unserer Nähe lag. Dieses Paar, er Engländer, sie Holländerin, segelt in der Karibik und zwar 6 Monate im Jahr, die restliche Zeit verbringen sie zu Hause. Alle langen Törns segelt er allein, sie hat Angst und fliegt ihm voraus oder hinterher. Das Maximum ist mal ein Schlag von 30 Meilen, wie von Bonaire nach Curacao, aber da macht sie sich schon vor Angst in die Hosen, obwohl sie nicht seekrank wird.

Nach dem Frühstücken Tasche packen für morgen. Alle Klamotten, die an Bord bleiben, werden in Plastiksäcke verpackt, um sie so besser vor Schimmelbefall zu schützen. Einige Jobs bleiben noch für morgen, denn wir werden erst um 14 Uhr aus dem Wasser genommen und wir wollen es nicht ungemütlicher, als nötig machen.

Am Nachmittag machen wir noch einen Gang in die Stadt, wobei Lisa mit 2 Stunden Vorsprung losgeht, um ihren Shoppingbedürfnissen ungestört nachgehen zu können. Wir treffen uns in der Nähe der Drehbrücke in einem Straßencafé, trinken dort ein Bier, essen später noch in einer Eisdiele ein Eis und latschen dann wieder die gute halbe Stunde an Bord zurück.

Dienstag, 5. Juni 2012, Curacao Marine, Aus dem Wasser

Letzte Arbeiten am Morgen, wie Außenborder unter Deck verstauen, Flügel vom Windgenerator abnehmen, 3 der 4 Solarpanele abklemmen (damit die Battereien nicht überkochen, wenn der Regler den Geist aufgeben sollte) und diverse Kleinigkeiten. Einige Lebensmittel verschenken wir ans Nachbarboot. Wir sind gut in der Zeit. Um 14 Uhr sollen wir rausgehoben werden. Mittags kriegen wir noch kurz unerwarteten Besuch von den Ballerinas.

Etwas beunruhigend finde ich, dass der Katamaran, an dessen Ruderanlagen herumgeschraubt wird und der vor unserem haulout wieder ins Wasser muss, nicht in die Gänge kommt. Eigentlich hätten wir schon um 12 in die Kranspur fahren sollen, aber das geht nicht. Schließlich ist es dann aber doch soweit. Mit etwas Verspätung machen wir uns um kurz nach zwei aus unserer Box auf zum slipway. Dort Motorspülung mit Süßwasser und Frostschutz (nicht wegen der Temperaturen, sondern wegen der Korrosionsschutzwirkung) und die letzten Dinge der Checkliste abarbeiten. Dann liftet uns der Hubtrailer ganz langsam aus dem Wasser. Der Truck fährt in Zeitlupe, man sieht kaum, dass er sich bewegt. Alles geht mit großer Ruhe und ohne Ruckeln vonstatten. Diese Art des aus dem Wasser hebens scheint mir deutlich smarter zu sein, als mit den Schlingen, zumal dieses Gefährt die Boote auch gleich platzsparend einparken kann.

Um 1615 ist unser Boot an seinem Lagerplatz und aufgebockt. Hier wird es einige Monate stehen und hoffentlich in der Zwischenzeit nicht von bösen Winden oder bösen Menschen heimgesucht (vor einiger Zeit wurde in dem Gelände in mehrere Schiffe eingebrochen).

Unser Taxi kommt pünktlich. Zusammen mit Barbara und Reinhard von der Wanderer 2 fahren wir zum Flughafen, wo wir noch 4 Stunden Zeit bis zum Abflug haben.

05a aussenborger unter deck

Der Aussenborder findet einen guten Platz unter Deck

05a letzte arbeiten

Letzte Arbeiten im Slipway

05b gipsy wird angehoben

Das Boot wird ganz ganz langsam aus dem Wasser gehoben

 05c gipsy mit trecker

Zunächst fahren die hydraulischen Sützen hoch, dann setzt sich der Trecker in Schneckentempo in Bewegung

 05d von achtern

 

05e fast draussen 05f auf dem trailer 05g aus dem tor 05h auf der strasse

Über die öffentliche Straße geht es in den Security Bereich, der nachts von abgerichteten Schäferhunden bewacht wird

 05i aufgepallt

Unser Stellplatz in unmittelbarer Nähe zur Tralafiti

Montag, 4. Juni 2012

Haulout-Vorbereitungen

Samstag, 2. Juni 2012, Curacao Marine, Segel weg

Heute können wir mal ausschlafen, sind aber trotzdem schon vor 8 Uhr auf den Beinen. Nach einem gemütlichen Frühstück im Cockpit steht das Abnehmen der Segel auf dem Programm. Das Boot liegt im Wind und das sind schon mal gute Voraussetzungen. Auch der relative breite Schwimmsteg ist gut geeignet zum Falten. Das Groß ist schnell unten und sauber aufgerollt. Als wir die Genua abnehmen, entdecken wir allerdings eine aufgerissene Naht am Achterliek. Das wollen wir so nicht verstauen, also müssen erst einmal Nadel und Faden aus der Backskiste geholt werden. Schließlich ist auch das erledigt.

Am Nachmittag dichte ich das vordere Bb-Fenster ab und bringe Abdecktape auf den Klebestellen aller Seitenfenster auf um das Silikon vor der UV-Strahlung zu schützen. Nach der Liegezeit hier an Land soll es da eine dauerhafte Lösung mit geeignetem Klebeband geben.

Dieweil wird unser Kühlschrank immer leerer und wir versuchen, unsere Vorräte so zu verbrauchen, dass zumindest die nicht haltbaren Lebensmittel vertilgt sind, wenn wir am Dienstag hier die Koffer packen. Am Abend wandern wir nach Punda. Unser Ziel ist ein kubanisches Restaurant namens Mr. Congas. Als wir noch etwa einen halben Kilometer zu gehen haben, hält ein Auto neben uns und fragt, ob wir den Weg zu eben diesem Lokal wüssten. Ja, wissen wir nun einmal zufällig. Wir steigen ins Auto und lotsen die beiden, die aus Venezuela kommen, zu den Waterfront Restaurants. Die beiden erzählen in gebrochenem Englisch, dass sie gestern abend ein anderes Restaurant gesucht, aber nach drei Stunden aufgegeben und schließlich bei McDonalds gegessen hätten. So weit kommt es heute nicht!

Nach einem Caipi gehen wir im Kinggrill Steak essen und landen später wieder im Congas, wo jetzt eine kubanische Band auf der Terrasse spielt. Auch auf unserem späteren Rückweg entlang des Kanals ins Schottegat erleben wir eine weiter Lifeband auf der Straße. Es sind viele Leute auf Achse. Schließlich finden wir einen Bus, der uns zurückfährt, allerdings nach reichlich Umwegen, weil zuvor andere Mitfahrer vor deren Hotels abgeladen werden. Als wir vor verschlossenem Werfttor stehen, schauen wir erst mal blöd. Ich bin schon kurz davor, über das Tor zu klettern, als ein Security auftaucht und uns öffnet.

02a segel falten

Trotz des kräftigen Windes gelingt das Segelfalten auf dem breiten Steg sehr gut

02b flaggen abnehmen

Die Flaggen, die unter der Bb-Saling wehen, sind nach einer Saison schon wieder komplett verschlissen

02c fenster abkleben

Die blauen Klebebänder auf den Fenstern sollen das UV-Licht von der Silikonverklebung abhalten

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Gemütliche kubanische Bar “Mr. Congas” in der Reihe der Waterfront Restaurants

 02e mr congas open air

Live-Musik mit kubanischen Herz-Schmerz Melodien 

Sonntag, 3. Juni 2012, Curacao Marine, Vorbereitungen für den Haulout

Ein Arbeitstag mit vielen Kleinigkeiten. Da wir noch genug Zeit haben, verläuft er aber ohne Stress. Wir sortieren die Lebensmittel, planen, was wir noch essen können, was sich lagern lässt und was wir verschenken werden. Erstaunlicherweise haben wir einen deutlichen Überbestand an Keksen.

Lange dauert das Verstauen sämtlicher Elektronikkleinteile sowie das Zusammensuchen aller der Dinge, die mit in die Heimat sollen (dazu gehören z.B. unter anderem auch die Wiederherstellungs CDs für die Laptops, Handies samt Ladegeräten und Kabeln usw.). Ein Großteil ist erledigt aber es bleibt noch genug zu tun für morgen.

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Sicherheitshalber kommt noch etwas Diesel Plus in den Treibstoff, um die Algenbildung zu verhindern

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Die werden wir nicht mehr essen können, aber wir finden dafür ganz sicher interessierte Abnehmer

Samstag, 2. Juni 2012

Zur Curacao Marine

Freitag, 1. Juni 2012, von Spanish Water zur Curacao Marine

Und schon wieder habe ich den Wecker gestellt, denn wir wollen um 9 ankerauf gehen und das bedeutet, dass wir um 7 aus den Federn müssen. Ab mittags ist Wind um die 30 Knoten angesagt und bis dahin möchte ich möglichst schon an der Pier liegen, auch wenn es vorher schon mit 25 bläst.

Es verläuft alles plangemäß. Wir bekommen den Anker gut aus dem Grund und machen uns durch die etwas tückische und schmale Einfahrt des Spanish Waters hinaus ins offene Wasser. Per Pfiffen und kurzem Schnack auf dem VHF werden wir von der Felice verabschiedet. Draußen sind es 5 Meilen bis zur Einfahrt ins Schottegat. 15 Minuten vorher funke ich die Port Control an, die ganz freundlich antwortet und uns die Queen Emma Bridge mit perfektem timing öffnet, so dass wir nicht einmal warten müssen. In der Curacao Marine gibt es auch einen freien Liegeplatz, so dass wir wie geplant um 11 Uhr dort anlegen können.

Unser heutiges Arbeitsprogramm besteht im Boot waschen (denn es ist wirklich saudreckig. Woher der ganze Schmutz in der Luft kommt, ist mir unerklärlich), Dinghy unter Deck verstauen, Außenborder mit Süßwasser spülen, Wassermacher konservieren und diversen Kleinigkeiten. Als ich gerade den Volvo mit Süßwasser geflutet habe, kommen die Jungs von der Werft und wollen, dass wir unseren Liegeplatz verlegen. Na prima. Letztlich stimme ich zu, denn der neue Platz liegt nicht mehr quer zum, sondern im Wind, was für das Segelabnehmen deutlich besser ist. Nach dem Verlegen noch mal eine Süßwasserdusche für den Schiffsdiesel.

Am Abend zaubert Lisa ein feines Nudelgericht und wir lenzen dazu eine halbe Flasche Wein (allerdings eine 1,5 l Bouteille).

 

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Die Queen Emma Bridge wird für uns geöffnet

01b emma bridge öeffnet

Weil wir nur ein kleines Boot sind, braucht die Brücke auch nur einen Spalt weit aufzugehen

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Die farbenfrohe Häuserfront von Punda ist jedes mal wieder schön anzusehen …

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… ebenso wie die hohe Juliana Brücke, unter der wir gerade hindurchgefahren sind. Jetzt haben wir nur noch eine Meile bis zur Werft