Mittwoch, 1. Juli 2015

“Pre-Birthday-Party”

Mittwoch, 01. Juli 2015, Port Vila, Vanuatu. Auch Christine feiert schon mal ihren Geburtstag vor

Morgens stimmen wir uns mit der Hana Iti und der Felice über Funk ab, ob es beim morgigen Aufbruchtermin bleibt. Über den Salomonen, also nicht ganz 1000 Meilen nordwestlich von uns, hat sich aus einem Tiefdruckgebiet ein kompletter Wirbel gebildet, in dem Windstärken von 50 Knoten stecken. Aber alle forecasts, die wir besprechen, gehen davon aus, dass dieses Tief stationär bleibt und sich in 2 bis 3 Tagen auflöst. Wir werden uns davon nicht abhalten lassen, Donnerstag in der Früh zu starten. Wir planen den ersten Stop in Port Havannah, im Westen Efates (also noch auf dieser Insel, 28 sm), den zweiten vor Emae, der kleinen Insel neben dem Cook Reef (38 sm), den dritten (35 sm) in der Lamen Bay von Epi und dann soll es in die Masekelynes gehen (20 sm), einer kleinen Inselgruppe im Südosten der größeren Insel Malakula. Von dort hoffen wir dann, die 30 Meilen Richtung Nordosten nach Ambrym zu schaffen, sofern der Wind das dann zulässt. Am 9./10. Juli gibt es dort ein Yam- und Magic-Festival, das wir uns gern anschauen würden. Außerdem kann man dort noch einen Vulkan besichtigen, allerdings wird uns das, sofern wir es angehen, mehr Mühe abverlangen, als in Tanna, denn der Weg dorthin soll 3 bis 4 Stunden dauern, one way. Heute ist es den ganzen Tag bewölkt und am Freitag und Samstag wird es sogar stark regnen.

Wir gehen noch unsere Obst- und Gemüsevorräte aufstocken und verbringen den weiteren Tag mit Lesen an Bord, Am Abend treffen wir uns im Waterfront-Restaurant, wo Christine anlässlich ihres bevorstehenden Geburtstags die Felices und Hana Itis zu Sundowner und Fischsuppe einlädt. Soll man ja eigentlich nicht machen, die Feste zu früh feiern, aber aus heutiger Sicht ist es sehr unwahrscheinlich, dass wir zum Geburtstag selbst eine Kneipe auftreiben können. Wir verbringen jedenfalls einen schönen letzten Abend in dieser Konstellation hier in Port Vila. Morgen früh um Sechs soll’s losgehen.

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Auch die Geburtstagsgeschenke gibt es schon vorab. Christine beim Auspacken …

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Die Geburtstagskarte von Conny ist kreativ gestaltet, diesmal in Form eines Puzzles

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Die dickflüssige Fischsuppe mit kleinen Fischbröckchen und Garnelen im Brotteig ist wieder ausgezeichnet. Da man auch das frische Brot gerne verzehrt, ist man jedenfalls anschließend gut gesättigt

Dienstag, 30. Juni 2015

Geburtstagslunch

Montag, 29. Juni 2015, Port Vila, Vanuatu. Ein Tag an Bord, ...

... der mit Yoga im Salon beginnt. Weil es immer wieder kurze Schauer gibt und ziemliche Böen ums Schiff blasen, außerdem die Temperaturen unter Deck am Morgen bei 22 Grad liegen, versuche ich heute einmal, die Übungen unter Deck zu machen. Da bleibe ich jedenfalls trocken und muss nicht dauernd umziehen. Allerdings ist der Gang für einige wenige Übungen etwas zu schmal. Das tut der Sache aber keinen Abbruch.

Ich bin fast ganztags am Computer beschäftigt, großteils mit der Lektüre von Sailing Guides, dem Wetter, dem Erstellen von Google Earth Seekarten und schließlich noch etwas Videoschnitt. Christine möchte den kompletten Tag an Bord bleiben und so fahre ich auch zum Sundowner allein zur Waterfront. Als ich zurückkomme, riecht es schon phantastisch aus der Pantry. Es gibt einen Gemüseauflauf aus dem Backofen, der hervorragend schmeckt.

Wenn der Wetterbericht hält, werden wir wohl am Donnerstag im Dreierpack nach Norden aufbrechen. Allerdings ist schon jetzt absehbar, dass es nur für 2 Tage etwas weniger Wind haben wird, danach gibt es wieder mehr. So lange wir nordwärts fahren, ist das nicht so tragisch, aber wir wollen ja auch wieder zurück. Dann sind wir noch stärker daran interessiert, einen passenden und nicht zu starken Wind zu bekommen.

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Schlechtwetteryoga unter Deck 

 

 

Dienstag, 30. Juni 2015, Port Vila, Vanatu. Marie Luce lädt zu Didier’s Geburtstag ins Chill

Wenn wir am Donnerstag hier wegwollen, müssen wir langsam mal einkaufen gehen, was für heute Morgen auf dem Programm steht. Schwer bepackt laufen wir vom Bon Marché zum Dinghy zurück. Frisches Obst und Gemüse müssen wir morgen noch holen.

Zu Mittag hat Marie Luce die Felices und uns ins Chill eingeladen, um vorab Didier’s Geburtstag zu feiern. Aber da wir an seinem Ehrentag wohl gemeinsam unterwegs sein werden, bekommen wir heute ein phantastisches Mittagessen samt Dessert, Kaffee und einem Geburtstagsständchen des gesamten Personals, das lautstark und schön „Happy Birthday“ schmettert.

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Geburtstagslunch im Chill

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Das (noch-nicht-) Geburtstagskind im Arm zweier hübscher Ladies

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Da hat einer zu tief ins Dessert geschaut

Sonntag, 28. Juni 2015

Abschied von Admetus

Samstag, 27. Juni 2015, Port Vila, Vanuatu. Ein Tag ohne besondere Ereignisse

Wir stromern wieder etwas durch den Ort und landen gegen Mittag im Café Mignon. Cappuccino, Eisbecher, Postkartenschreiben. Nachmittag an Bord. Ein paar Jobs am Computer. Steuererklärungen sind mittlerweile auch erledigt. Am Abend treffen wir Bella und David, sowie den neuen Eigner der Admetus, Sean, im Waterfront. Weil wir schließlich etwas länger dort sitzen, als sonst, essen dann ungeplanterweise dort auch gleich zu Abend, und zwar eine Fischsuppe, die in einem Brotlaib serviert wird und hervorragend schmeckt. Da die gesamte Admetus-Crew Morgen das Schiff verlässt, bekommen wir alle überzähligen Lebensmittel vermacht und fahren schließlich gegen 20 Uhr mit zwei vollen Taschen nach Hause.

Sonntag, 28. Juni 2015, Port Vila, Vanuatu. Abschied von Bella und David (Admetus). GE2KAP kriege ich wieder ans Laufen

Heute gibt es ein ganz besonderes Frühstück, denn dazu haben wir Gäste eingeladen. Bella und David verlassen heute nicht nur ihr ehemaliges Boot, sondern auch Vanuatu. Um 9 Uhr fahre ich hinüber und bringe zunächst den neuen Besitzer an Land, der die Admetus nun für ein paar Monate hier an einer Mooring liegen lässt und hole dann die ehemalige Crew samt Gepäck zu uns an Bord. Bei den Beiden hat die Übergabe des Bootes reibungslos geklappt, was nicht selbstverständlich ist, wenn man mit dem Käufer noch einige Zeit gemeinsam an Bord lebt. Wir haben jedenfalls ein paar schöne Plauderstunden mit viel Kaffee bei uns im Cockpit, bis ich sie um Halb Zwei an Land fahre, damit sie ihren Flieger nach Australien pünktlich erwischen. Die beiden überlassen uns noch einiges aus ihrem Lebensmittelschapp, u.a. tolle Pampelmusen aus Neukaledonien.

Trotz des stürmischen Windes und gelegentlicher Schauer geht der Tag jedenfalls positiv weiter, denn nach anderthalb Stunden Tüftelei gelingt es mir endlich, GE2KAP wieder ans Laufen zu kriegen (das Programm, mit dem man Google Earth Karten in openCPN integrieren kann). Eine Vorgängerversion des aktuellen GE hatte ich ja schon installiert, nun habe ich mich auch getraut, dem Norton Virenscanner zu befehlen, ein Programm aus der aktuellsten Version 17 von GE2KAP „durchzuwinken“, das in Quarantäne geschickt worden war. Etwas Mut muss man dafür schon aufbringen, denn Norton warnt in schreienden Farben und lauten Tönen, was so alles passieren kann, wenn man sich über seine Empfehlung hinwegsetzt. Jedenfalls läuft jetzt wieder alles, auch dank der guten Unterstützung des Programmierers, Paul Higgins.

Am Abend treffen wir uns wieder mit dem segelnden Dreiländereck (Felice, Hana Iti, Gipsy IIII)an der Bar im Waterfront, auch heute in langer Jeans und mit Sweatshirt. Als Indikator für die kühlen Temperaturen könnte man auch meinen Biekonsum heranziehen, der nun deutlich zurück geht. Mir schmeckt Bier besonders als Durstlöscher und dann, wenn es sehr warm ist. Derzeit kommen wir mit einem Glas Rotwein pro „Sundowner-Session“ aus.

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Mit Bella und David sitzen wir lange am Frühstückstisch. Sie haben sich heute von ihrer Admetus verabschiedet und wir uns von ihnen, wobei dieser Abschied vermutlich nicht so dauerhaft ist, denn wir gehen davon aus, dass wir uns in Österreich schon einmal wiedersehen werden

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Diese guten Gaben der Ex-Admetus-Crew werden wir in den nächsten Wochen auf den Inseln verschenken

Freitag, 26. Juni 2015

Geschenke für Vanuatu

Freitag, 26. Juni 2015, Port Vila, Vanuatu. Wanderung zum Port Vila Boatyard. Wir übernehmen Geschenke für die einheimische Bevölkerung von der Admetus

Um Halb Zehn satteln wir das Dinghy und wandern anschließend um das Südende der Bucht herum, am Commercial Harbour vorbei und am Fähranleger, wo gerade eine Ferry festgemacht hat, bis zu unserem heutigen Ziel. Wir hatten in den letzten Tagen immer wieder darüber gesprochen, wieso wir dort hinten in der Südwestecke der Bucht so viele Masten von Segelbooten sehen und einen weiteren, kleineren Ankerplatz vermutet. Das ist allerdings nicht der Fall, denn die Masten mit den dazugehörigen Schiffen stehen an Land. Damit hatten wir gar nicht gerechnet, dass es hier eine kleine Werft gibt, wo man sein Boot sogar über die Cyclone Season auf dem Trockenen parken könnte.

Wir schauen uns das Gelände des Port Vila Boatyards an und ich spreche anschließend im Büro mit dem Besitzer, Justin, über seine Werft, auf der emsig an den Schiffen gearbeitet wird. Alle Boote, die hier an Land standen, haben Pam ohne Schaden überlebt, denn das Gelände ist durch einen nahen Berg relativ gut geschützt und die Boote sind offenbar solide gelagert. Man holt hier die Boote, ähnlich wie in Raiatea, auf einem Slip mit einem Traktor an Land. Es ist immer gut zu wissen, welche Optionen man gegenenfalls hat, nicht nur für längerfristiges Storage, sondern auch, um gegebenenfalls Schäden reparieren lassen zu können.

Als wir mittags beim Chill ankommen, sind wir gut 3 Stunden auf den Beinen gewesen und haben guten Hunger. Es schmeckt mal wieder hervorragend und meine Portion Steak-Haloumi-Spieß mit Pommes und Salat ist ausgesprochen groß. Anschließend noch ein kurzer Stop im Supermarkt und dann zurück aufs Boot, wo wir gegen 16 Uhr Besuch von Bela und David bekommen. Die beiden werden Vanuatu am Sonntag per Flieger verlassen und bringen uns 4 große Taschen mit Geschenken für Menschen auf den abgelegeneren Inseln. Es handelt sich um eine breite Palette von Dingen, die hier dringend gebraucht werden, von Macheten über Sägen und Beile, Solarlampen, handbetriebene Kurbel-Taschenlampen, Schreibmaterial, bis hin zu Bekleidung. Bela und David hatten auf ihrer homepage www.sturmaufsee.at zu Spenden aufgerufen und noch in Fiji große Mengen von Hilfsgütern eingekauft. Wegen zu starken und ungünstigen Windes haben sie aber auf dem Weg hierher keine andere Insel mehr anlaufen können, und da der neue Besitzer der Admetus am Sonntag Schiff und Insel verlässt, ergibt sich auch für die ehemaligen österreichischen Eigner keine Chance mehr, die Geschenke selbst zu verteilen. Da die Beiden nur mit wenig Gepäck reisen wollen, enthalten die Taschen auch ihre eigene Kleidung und Utensilien des Bootes, die sie nicht mit nach Hause nehmen. Dieser Aufgabe stellen wir uns gern und hoffen, dass wir sie zur Zufriedenheit von Bela und David erledigen. Wir werden jedenfalls gelegentlich darüber berichten, wenn auch wohl mit zeitlicher Verzögerung, jedenfalls, was Bilder angeht, denn mit dem Internet wird es wieder schlecht, wenn wir Port Vila verlassen.

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Blick auf Iririki Island. Das kleine, hellblaue Boot ist die Admetus, die bis vor kurzem noch Bela und David gehörte und jetzt eine neuseeländische Flagge trägt

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Einfaches Dorf am Rand von Port Vila in der Nähe des Fährdocks. Hier geht es deutlich ärmlicher zu, als in der Stadt. Gleich nebenan am Strand stehen tolle Häuser mit Meerblick. Ein krasser Unterschied auf wenigen Metern.

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Diese Boote liegen an Moorings vorm Port Vila Boatyard …

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… in dem auch jetzt, in der beginnenden Hochsaison, noch eine Reihe von Booten an Land steht

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Mit diesem Gefährt werden hier wohl Container transportiert. An dieser Straße, die zum Cruiseship-Dock führt, sind hunderte von Zelten aufgebaut, die als Verkaufsstände aktiviert werden, wenn ein Kreuzfahrtschiff einläuft

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Ein für uns schier unglaubliches Bild. Dem Rasenmähen kommt hier, wie auf fast allen Pazifikinseln, eine große Bedeutung zu. Um den Müll kümmert sich aber niemand. Hier wird das Ganze auf die Spitze getrieben. Der Typ mäht mit seiner Sense regelrecht um Plastik, Dosen und andere Abfälle herum. Das Gras wird später zusammengefegt und in Säcken zum Abholen bereitgestellt. Der Müll bleibt liegen.

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Noch ein ganz typisches Bild: Alle paar Meter sitzt ein Mädel unter einem Schirm am Straßenrand und verkauft SIM-Karten und Top-Up-Volumen für die Telefongesellschaften, entweder für Digicel oder TVL

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Wieder ein tolles Mittagessen im Chill. Diesmal ist der Laden gerammelt voll.

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Noch schnell auf den Markt für Pampelmusen und Ananas

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Am Nachmittag bringen uns Bela und David vier große Taschen mit Geschenken für Menschen in Vanuatu. Die Dinge haben sie entweder von Spendengeldern gekauft oder es handelt sich um Bekleidung oder Ausrüstungsgegenstände, die bei der “Haushaltsauflösung” übrig blieben. Da sie ausfliegen, können sie die Distribution nicht mehr selbst übernehmen. Wir werden uns bemühen, die Geschenke im Sinne von den Beiden bestmöglich dort abzugeben, wo sie am nötigsten gebraucht werden

Donnerstag, 25. Juni 2015

Doch keine Planänderung

Donnerstag, 25. Juni 2015, Port Vila, Vanuatu. Wir bleiben bei Australien. Admetus läuft ein und ich verbringe Stunden mit dem GE2KAP-Problem

Um Halb sieben bin ich auf dem Vorschiff zum Yoga, muss aber ein paar Mal unterbrechen, weil es immer wieder kurz regnet. Während des Frühstücks können wir uns noch nicht durchringen, ob wir unsere Pläne nun umschmeißen und mit den Felices gen Indonesien segeln sollen, oder nicht. Weil die Zeit drängt, mache ich mich anschließend daran, den ganzen Papierkram dafür zu erledigen, damit es flott geht, wenn wir uns dafür entschließen sollten. Dauert fast zwei Stunden, bis ich alle Anlagen zusammengeklaubt (Passkopien, Skipper-Foto, Boots-Foto, Bootspapiere, usw.) und zu den sonstigen Anfragen die Antworten getextet habe, wobei es enorm hilfreich ist, dass wir die Unterlagen der Felice bekommen hatten.

Zu Mittag essen wir die Reste der Vollkornpizza von gestern Abend. Ich mache etwas Druck, dass wir uns nun entscheiden sollten: Australien oder Indonesien? Wir wägen Für und Wider ab, aber am Ende wird es dann während des After-Lunch-Kaffees bei ein paar Keksen doch eher eine gemeinsame Bauchentscheidung. Wir bleiben bei Australien. Hätte ich mir den Aufwand am Vormittag ja sparen können. Wer weiß, vielleicht kann ich ja alles mit ziemlich wenig Änderungen für nächstes Jahr gebrauchen, denn diese email inclusive sämtlicher attachments wird natürlich gespeichert.

Auf Kanal 16 hören wir, dass die österreichische Admetus angekommen ist, die wir von Fiji her kennen. Etwas später sprechen wir über Funk mit David und Bella, die nun nur noch als Crew auf ihrem ehemaligen Boot mitsegeln, das sie erfolgreich verkauft haben. Später zum Sundowner treffen wir die Beiden, die unsere Runde an der Waterfrontbar nun auf 8 erweitern. Wir werden wohl noch einige Tage hier in Port Vila bleiben, denn zumindest bis Dienstag wird der Wind noch zulegen. Bei 30 kn und 3 m Wellen wollen wir diesen ruhigen Platz sicher nicht verlassen.

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Die diversen Regenbögen, die ich heute in der Früh zu Gesicht bekomme, sind ja ganz schön. Der damit verbundene Regen zwingt mich jedenfalls mehrfach, mein Yoga-Programm auf dem Vorschiff zu unterbrechen.

Mittwoch, 24. Juni 2015

Tage in Port Vila

Dienstag, 23. Juni 2015, Port Vila, Vanuatu. Visumverlängerung, Mittagessen im Chill, Stadtbummel

Paul Higgins, der Programmierer von GE2KAP, hat mir freundlicherweise gleich zurückgeschrieben und eine Erklärung dafür geliefert, warum das Erstellen der Google Earth Seekarten nicht mehr funktioniert. Es liegt tatsächlich an der neuen GE-Version, in der Google irgendetwas namens API entfernt hat, mit dem GE2KAP arbeitet. Also muss ich wohl erst mal wieder eine ältere Google Earth Version installieren, was hier mit dem langsamen Internet bei fast 200 MB Volumen des Programms nicht so einfach sein dürfte. Außerdem scheint mein Norton Virenscanner einige Teile des Programms zu blockieren und ich muss irgendwie zusehen, wie ich diese Quarantäne umgehe. Paul hat mir dazu ein paar Hilfen geliefert. Bin gespannt, ob ich damit klar komme. Es sieht jedenfalls so aus, dass wir noch etwa eine Woche hier in Port Vila bleiben werden, weil der Wind so kräftig bläst, dass wir diesen geschützten Platz nicht verlassen wollen. In dieser Zeit werde ich mich wohl noch einmal damit auseinandersetzen müssen.

Um 11 treffen wir uns mit Didier am Dinghydock und marschieren zur Immigration, die am anderen Ende der Stadt liegt, um das Visum verlängern zu lassen, weil unseres am 2. Juli abläuft. Wir müssen jede Menge Papier ausfüllen und bekommen dann die Stempel in die Pässe. Der Spaß ist gar nicht so billig, denn wir müssen pro Person 60 Euro für die 4-Monats-Variante bezahlen. Wenn man die 100 Euro, die wir schon in Aneityum an Immigration und Biosecurity gezahlt hatten, sowie die am Ende des Aufenthalts zu entrichtende Leuchtturmsteuer in Höhe von 75 Euro für den ersten Monat und weitere 30 Euro pro folgendem Monat, dazurechnet, dann werden wir am Ende bei etwa 350 Euro Gebühren liegen, die wir an den Staat Vanuatu für unseren Aufenthalt bezahlt haben. Dieses Land kann das Geld sicher gebrauchen und wenn es denn sinnvoll verwendet wird, zahlen wir es gern. Ist immer noch erst die Hälfte von dem, was wir vor zwei Jahren in Galapagos für einen viel kürzeren Zeitraum entrichten mussten.

Für 13 Uhr sind wir mit Conny und Wolfgang im Restaurant Chill verabredet, wo wir heute einen schönen Tisch direkt am Fenster mit Blick auf unsere Boote haben. Wir essen Filetsteak und trinken einen fruchtigen Sekt, wieder für etwa 11 Euro Pauschalpreis. Ein Restaurant dieses Niveaus haben wir in ganz Fiji nicht gesehen, vielleicht einmal abgesehen vom Restaurant im Grand Hotel in Suva. Später gehen wir noch etwas bummeln und frisches Baguette kaufen und landen um 17 Uhr wieder für einen, nennen wir es heute mal Aperitif, im Waterfront, wo wir uns wieder mit den Felices treffen. Es ist windig geworden und trotz langer Hose und Pulli wird es uns an den Stehtischen auf der Pier zu kalt, so dass wir uns weiter einwärts an eine windgeschütztere Stelle unterm Dach vor die Bar begeben.

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Mittagessen im Chill, heute in größerer Runde. Marie-Luce ist nicht dabei, weil sie nicht ganz auf dem Damm ist

 

 

Mittwoch, 24. Juni 2015, Port Vila, Vanuatu. Spaziergang mit den Felices mit anschließendem Nachdenken über Planänderungen

Heute schlafen wir lange und kommen erst um 8 aus den Federn. Gemütliches Frühstück mit (online-) Zeitung, Lesen, Kleinkram an Bord. Um 11 sind wir mit Felices zu einem Spaziergang durch die Stadt verabredet. Wir gehen ganz bis zum nördlichen Ende um zu einem Café zu kommen, das Christine bei unserer Fahrt zum Flughafen am Samstag entdeckt hatte. Das stellt sich dann aber als doch nicht so attraktiv heraus. Also laufen wir weiter und kommen schließlich an ein nettes Restaurant, wo wir einen guten Cappuccino bekommen und zuschauen können, wie sich Leute für relativ viel Geld per Wasserdruck in die Luft schießen.

Wir sprechen auch über die unterschiedlichen Pläne. Während wir Australien im Visier haben, fahren die Felices nach Indonesien. Weil die australische Küste immer relativ viel Wind bereit hält, kommen wir ins Grübeln, ob wir nicht doch auch schon jetzt und direkt nach Indonesien aufbrechen sollten. Dafür wäre noch einiges vorzubereiten, denn für die Einreise nach Indonesien muss man reichlich Formulare ausfüllen, Dokumente mailen und Agenten bezahlen. Wenn wir wirklich umplanen wollen, müssen wir uns jedenfalls schnell entscheiden, denn wenn wir Port Vila verlassen, gibt es voraussichtlich wieder größere Probleme mit dem Internet oder gar keines. Den Nachmittag verbringe ich dann jedenfalls schon mal damit, mich in diverse Unterlagen einzulesen. Am Abend in der Bar, heute auch wieder mit Didier und Marie-Luce, die auf dem Wege der Besserung ist, diskutieren wir jedenfalls über das Thema.

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Wohl auch ein Überbleibsel von Pam. Bis auf die Treppe hat es den Rest der Holzpier komplett weggerissen

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Beim Cappuccino können wir einigen Artisten bei diesem Wassersport zuschauen. Der Antrieb des Jetskis wird benutzt, um über einen Schlauch Druck auf die Düsen an den Füßen und Händen zu geben. Bei Vollgas soll man bis zu 7 m hoch übers Wasser kommen (gilt aber wahrscheinlich nur für Fliegengewichte)

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Montag, 22. Juni 2015

Frust am PC

Sonntag, 21. Juni 2015, Port Vila, Vanuatu. Kaffeeklatsch und Sundowner auf der Gipsy IIII

Wir kommen erst um 8 Uhr aus den Federn, zu spät für Yoga. Der ganze Vormittag geht für mich drauf mit der Erstellung des Blogpostings von gestern. Ich reduziere die Foto-Anzahl immer weiter, aber es bleiben am Ende doch noch sehr viele übrig, so dass dieser Eintrag der größte wird, den ich je ins Netz gestellt habe. Vor dem Hochladen sind es 73 MB (nach dem Hochladen die Hälfte), obschon ich die Bildqualität reduziert habe. In diesem Fall habe ich mich für Quantität vor Qualität entschieden. Dennoch dauert es etwa 3 Stunden mit mehreren Unterbrechungen und Neustarts, bis „Landdiving in Pentecost“ hochgeladen ist.

Christine backt unterdessen einen Apfelkuchen und kocht unser Mittagessen. Am Nachmittag laden wir Felices und Hana Itis zum Kaffeeklatsch ein, der dann nahtlos in den Sundowner übergeht, allerdings ohne (sichtbaren) Sonnenuntergang, denn es ist den ganzen Tag über trüb, dabei windstill und schwül, so dass uns erstmals hier in diesem Mooringfeld auch ein paar Mücken heimsuchen und stechen.

Später am Abend will ich noch ein paar Google Earth Charts produzieren für die Ankerplätze, die wir noch auf den nördlicher liegenden Inseln ansteuern wollen. Aber das Programm streikt und wirft immer eine Fehlermeldung aus. Nach zwei oder drei Stunden frustrierenden Anstrengungen kriege ich dann spitz, dass es vermutlich daran liegt, dass am 29.5. Google Earth neu installiert wurde, ohne dass ich das mitgekriegt hätte. Ich nehme an, dass das die Ursache dafür ist, dass GE2KAP keine Verbindung mehr zu Google Earth aufbauen kann. Irgendwann um 23 Uhr gebe ich auf und gehe völlig genervt ins Bett.

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Erst Kaffee und Kuchen, dann Wein und Knabbereien. Schöner Nachmittag mit Conny, Wolfgang, Marie-Luce und Didier

 

Montag, 22. Juni 2015, Port Vila, Vanuatu. Yoga im Regen und Frust-Tag am Computer

Gerade ein paar Übungen gehen sich aus, bevor es anfängt, zu regnen. Ich packe die Yoga-Matte wieder ein und ziehe um ins Cockpit, wo man einige der Posen auch bei den beengten Platzverhältnissen durchführen kann. Als der Regen schwächer wird, ziehe ich wieder um aufs Vorschiff.

Ich bringe Christine an Land zu einem Stadtbummel und stürze mich dann wieder auf das Software-Problem mit GE2KAP. Ich deinstalliere die alte Version und lade eine neue Variante herunter, aber damit funktioniert auch nichts. Das Programm, das ich heruntergeladen habe (open source, also gratis), entspricht überhaupt nicht den Erläuterungen, die der Autor dazu auf seiner homepage gibt. Es gehen wieder ein paar Stunden ins Land, bis ich mich aufraffe, einen Hilferuf an den Amerikaner zu schicken, der dankenswerterweise die Möglichkeit geschaffen hat, Google Earth Bilder in Seekarten zu verwandeln. Bin gespannt, ob und wann er antwortet, und ob die Antwort dann so hilfreich ist, dass ich damit klarkomme. Ich bin schlecht gelaunt, denn wenn ich etwas hasse, ist es die Tatsache, stundenlang an etwas zu arbeiten, was dann doch nicht funktioniert, ganz egal, ob es sich um ein Computerproblem handelt, oder ob die Fenster doch nicht dicht sind, nachdem man jede Menge Arbeit und Silikon investiert hat.

Christine bringt Rotis aus der Stadt mit und eine schwere Tasche voller Pampelmusen. Nach diesem Mittagessen und einem starken Kaffee steigt die Stimmung langsam wieder an. Um Halb vier hole ich unsere Wäsche wieder ab von der Marina-Laundry. Gerade, als ich auf dem Rückweg zum Dinghy bin, fängt es richtig an zu schütten. Ich beeile mich, so gut es geht, was dazu führt, dass ich etwas unachtsam bin, und die Festmacherleine des Dinghies in die Schraube bekomme mit dem Erfolg, dass der Motor 20 Meter hinterm Steg abstirbt. Na super! Dieser Tag wird offenbar immer besser. Es regnet in Strömen und das Dinghy fährt nicht weiter. Den Motor kann ich auch nicht hochklappen, weil die straff gespannte Leine das verhindert. Also muss ich tief ins Wasser greifen, um an die Schraube zu kommen. Irgendwann ist die Leine wieder abgewickelt und ich kann zur Gipsy weiterfahren. Glücklicherweise ist die frische Wäsche in Plastiktüten verpackt, so dass wir diese nicht auch noch trocknen müssen. Es reicht, dass ich klatschnass bin.

Um 17 Uhr treffen wir uns mit den Felices für eine Stunde in der Bar und fahren dann zum Abendessen wieder an Bord.

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Christine lässt einige Fotos ausdrucken, die sie dann gleich per Post nach Tanna schickt