Mittwoch, 26. März 2014

Vergessenen Bootschlüssel abholen

Dienstag, 25. März 2014, von Mahaea (Tahaa) zurück zur CNI (Raiatea)

Christine behandelt die Flügeltüren mit Teaköl, während ich mich mit allerlei Kleinkram beschäftige, u.a. auch mit dem Wetterbericht. Mit Spannung verfolgen wir in den letzten Tagen, ob der für Mittwoch angesagte nördliche Wind tatsächlich kommt, oder ob sich die Prognose wieder ändert. Ein Nord ist es ohnehin schon nicht mehr, sondern ein Nordost, und das noch nicht einmal ganz. Hoch am Wind mit Steuerbordschoten könnten wir Moorea oder Tahiti damit nicht einmal ganz anliegen. Und den Wind kriegen wir wohl auch nur für 10 Stunden, also werden wir die Hälfte der Strecke wohl motoren müssen. Trotzdem: Wenn die Voraussage auch morgen früh noch so ausschaut, werden wir den 100 Meilen Schlag, zunächst bis Moorea, angehen.

Nach dem Mittagessen machen wir uns von der Ile Mahaea auf zur CNI. Wir hatten unseren zweiten Bootsschlüssel in der Werft abgegeben und vergessen, ihn wieder mitzunehmen. Heute haben wir 15 Knoten Wind aus Ost und mit der Kutterfock fahren wir gemütlich mit halbem Wind und 5 Knoten Fahrt durch die Lagune. Vor der Chantier Naval des Iles nehmen wir eine freie Mooring, von denen es derzeit noch reichlich gibt und etwas später fahre ich mit dem Dinghy in den kleinen Hafen, um den Schlüssel abzuholen. Die Sweet Surrender wird gerade zu Wasser gelassen und ich plaudere noch ein wenig mit Danielle und Philippe. Die defekte Lichtmaschine ist leider noch nicht wieder in der Werft, obwohl sie schon repariert ist. Vielleicht bekommen wir das Ding ja Morgen früh noch, bevor wir lossegeln.

Nachdem die letzte Nacht wegen des stärkeren Windes doch etwas schaukelig war, liegen wir hier im Lee von Raiatea wieder sehr ruhig und blicken bei einem schönen Sonnenuntergang, frisch gekochten Eintopf mampfend, wie schon so oft auf die bergige Kulisse von Bora Bora.

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Auf dem Weg von Mahaea zur CNI haben wir diesen Blick auf Utoroa, wo gerade ein Kreuzfahrtschiff, vermutlich die Paul Gauguin, an der Pier liegt

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Wir segeln nur unter Kutterfock. 5 Knoten sind uns schnell genug

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Ich schaue mir an, wie man die Kutterfock mehr nach mittschiffs schoten könnte. Weil die kleine Fock auf die gleiche Leitschiene geschotet ist wie die Genua, aber 1 Meter achterlicher angeschlagen ist, hat sie einen etwas schlechteren Winkel zum Wind. Man müsste also die Schot innerhalb der Wanten führen und mit einem Barberholer das Schothorn Richtung Mittschiffslinie ziehen. Dafür könnte man eventuell den Niederholer des Großbaums verwenden, der ja auf Am-Wind-Kursen nicht benötigt wird.

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Vorbei am Flughafen von Raiatea. Es landet gerade ein “Inselhopser”

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Noch an der Apooiti Marina vorbei und um die letzte Untiefentonne herum, dann sind wir auch schon am Ziel für heute

Dienstag, 25. März 2014

Jobs an Bord

Montag, 24. März 2014, vor Anker vor Ile Mahaea (Tahaa), Arbeiten an Geräteträger, Gaff, Niedergangstüren

Der Tag beginnt früh und sonnig, nämlich für mich schon um 0630. Vor dem Frühstück widme ich der Chromstahlpflege am Geräteträger. Jetzt hat es noch angenehme Temperaturen und dabei lässt es sich deutlich besser arbeiten. Um halb Acht ist das Teil wieder shiny, nachdem ich zunächst mit Politur geputzt und anschließend alles mit WD40 eingenebelt habe.

Dann nehme ich mir unser zusammengeflicktes Gaff vor. Die Lösung mit den Kabelbindern, mit denen der Edelstahlhaken an einem Bootshaken befestigt ist, kommt mir nun sehr provisorisch vor. Außerdem ist der 10 mm Chromdraht ziemlich stark angegerostet und das sieht bei dem frisch polierten V4A ringsherum einfach nicht mehr gut aus. Also schneide ich den Draht ein Stück ab, kappe den Bootshaken am Ende und gieße den Haken schließlich mit Epoxy in das Alurohr ein. Anschließend wird noch eine smarte Befestigung unterm Geräteträger mit Klemmen installiert, und schon ist der Vormittag rum.

Am Nachmittag kriegen wir ein paar Schauer mit. Die Wolken hängen tief, nur etwa 400 m hoch und ziehen heute auch über uns hinweg, nicht so wie gestern, als wir die Squalls um uns herum sehen konnten, selber aber immer schönsten Sonnenschien genießen konnten. Nach Mittagessen (Christine macht Gemüsereis) und Kaffee nehmen wir uns die schäbigen Türen am Niedergang vor. In Uturoa hatten wir Teakreiniger gekauft und damit bearbeiten wir in mehreren Schritten die vom Schimmel verunstalteten Holzlamellen. Es braucht mehrere Durchgänge und schließlich auch noch Teak-brightener, bis die Fläche wieder halbwegs ordentlich aussieht.

Nachdem ich nun doch noch eine klebbare Folie für den „Eiswürfelbereiter“ aufgetrieben hatte, kommt heute der Test. Aber nach drei Stunden vor den Kühlrippen gibt es nur eine dürftige Ausbeute. Ein paar kleine Eisbröckchen schwimmen in kaltem Wasser. Nee, das ist nix. Entweder ist der Behälter nun zu dick, oder er liegt nicht eng genug an den Kühlrippen an. Da werden wir wohl wieder auf die Ziplock-Beutel umsteigen müssen.

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Endlich mal ein Gaff, dass professionell aussieht. Den Haken gieße ich mit Epoxy in das Alurohr eines überzähligen Bootshakens. Jetzt müssen nur noch kapitale Fische anbeißen, die den Einsatz dieses Instruments rechtfertigen

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Das Gaff bekommt nun auch einen neuen Platz unterm Geräteträger mit convenienter Aufhängung durch zwei Kunststoff-Klemmen

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Gestern war das Wetter schöner. Heute erleben wir mehrere Schauer und etwas frischeren Wind

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Die Türen werden mehrmals mit spezieller Tinktur eingepinselt, abgewaschen, geschrubbt

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Nach ein paar Stunden sehen sie etwas manierlicher aus, wenn auch noch nicht ganz toll

Montag, 24. März 2014

Schnorcheln vor Mahaea

Sonntag, 23. März 2014, vor Anker vor Ile Mahaea (Tahaa), Schnorchelausflug und kleinere Arbeiten an Bord

Wir hatten eine trockene und meistens wohl sternenklare Nacht mit wenig Wind und bekommen heute einen sonnigen Tag fast ohne Wolken. Der Vormittag vergeht mit Basteleien (Schlüsselbefestigung für Vorhängeschlösser im Dinghy), bevor wir uns um halb Zwölf auf den Weg machen zu einem ausgedehnten Schnorchelausflug zur Ile Mahaea, die 600 Meter entfernt liegt.

Meistens geht es über Sandgrund. Nur hin und wieder gibt es einzelne kleine Korallenblöcke, bei denen sich eine Schar bunter Fische aufhält. Wir schwimmen bis in den Pass auf die andere Seite der Insel und anschließend wieder retour. Das seichte Wasser vor der Insel ist übrigens unglaublich warm. Wahrscheinlich 32 Grad. Wie in einer Badewanne. Der Rückweg ist psychologisch angenehmer, denn jetzt haben wir die Strömung mit uns und es geht etwas schneller. Ich versuche, zu kraulen. Geht schon, sieht aber noch nicht gut aus. Den rechten Arm bekomme ich nicht weit genug nach vorn, nur etwa halb so weit, wie den linken. An einem Korallenblock, dem wir uns besonders widmen, weil davor ein Badehandtuch am Grund liegt, an dem sogar noch einige Klammern dran sind, sehen wir eine sehr große Muräne, die ihr Maul weit öffnet. Kaum zu glauben, aber es schwimmen einige kleine Fische ins Maul und scheinen der Muräne das Gebiss zu putzen. Dabei sollte man doch annehmen, dass sich Muränen von Fisch ernähren (tun sie auch, laut Wikipedia, allerdings vorwiegend nachts). Das schauen wir uns eine ganze Weile an und schnorcheln dann zum Boot zurück. Wir waren eine Stunde unterwegs und haben sicher eineineinhalb Kilometer zurückgelegt.

Nach einem fast griechischen Salat (da es keine Tomaten gibt, kommt Weißkohl hinein) probiere ich mal aus, ob die Regenabweiser, die ich zu Hause für zwei kleine Fenster gekauft hatte, passen. Nee. Tun sie nicht. Zu klein. Habe ich die also falsch bestellt oder sind die falsch geliefert worden? Ist müßig, drüber nachzudenken. Die 50 Euro können wir jedenfalls abschreiben. Ich hatte die Dinger schon in den Mülleimer geschmissen, als mir einfällt, dass man diese Halbschalen ja vielleicht gebrauchen könnte, um Eis im Kühlschrank zu produzieren. Müsste man nur auf die Rückseite eine stabile Folie oder so was draufkleben. Haben wir ja an Bord. Ich klebe also eine dicke Kunststofffolie auf, und zwar mit UHU-Kraft. Nur, um anschließend festzustellen, dass UHU zwar auf dem Plexiglas wunderbar klebt, nur nicht auf der Folie. Das blöde ist, dass die Verbindung nicht hält, andererseits aber der Kleber vom Plexi nicht mehr runterzukriegen ist. Es wäre ja noch ein zweiter Regenabweiser da, aber bevor ich den auch noch versaue, probiere ich lieber an kleinen Stücken der Folie aus, ob nicht eventuell UHU-Plus oder Sekundenkleber besser wären. Nein, auf dieser Folie hält offenbar gar nichts. Mit den verschiedenen Varianten bin ich jedenfalls eine ganze Weile beschäftigt und am Ende eher unzufrieden, weil das gedachte Endprodukt nicht zu gebrauchen ist. Eine dünne Plexiglasscheibe wäre gut. Aber die haben wir nicht an Bord.

Als die Sonne schon etwas tiefer steht, gehe ich daran, den Geräteträger vom Flugrost zu befreien, was flotter geht, als vorhergesehen. Na, da klappt heute ja doch noch etwas. Ein paar Nacharbeiten sind morgen noch fällig, aber dann glänzt der Edelstahl wieder. Auf Kopfhöhe kann ich mit dem rechten Arm mittlerweile wieder arbeiten, wenn auch nur nach vorn gerichtet, und nicht seitlich.

Wir lassen den wunderschönen Tag mit einem gemütlichen Abendessen im Cockpit ausklingen.

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Diese Plexiglas Formteile sind Regenabweiser und sollten außen vor den kleinen Fenstern montiert werden, damit man die nach innen klappenden Scheiben auch in Abwesenheit offen stehen lassen und halbwegs sicher sein kann, dass es nicht hinein regnet. Falsch bestellt oder falsch geliefert. Jedenfalls sind sie zu klein. Aber vielleicht bieten sie ja noch einen Zweitnutzen und lassen sich als “Eiswürfelbereiter” umfunktionieren. Damit beschäftige ich mich einige Zeit, heute allerdings noch ohne Erfolg

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Der Geräteträger hat wieder Flugrost angesetzt. Anderthalb Stunden vor Sonnenuntergang fange ich an, die kritischsten Stellen mit Ospho einzupinseln. Der größte Teil löst sich damit schon auf. Anschließend mit Süßwasser abspülen. Ein paar Nacharbeiten sind morgen noch fällig.

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Auch heute sind wir keinesfalls allein hier am Ankerplatz. Die Fläche ist aber so groß, dass weite Abstände zwischen den ankernden Booten eingehalten werden können. Die Sicht ist grandios. Rechts im Bild ist Huahine zu erkennen, 50 Kilometer entfernt. In Bildmitte geht gerade ein gewaltiger Regenschauer nieder, aber auch der ist weit weit weg.

Sonntag, 23. März 2014

Von Uturoa zur Ile Mahaea

Samstag, 22. März 2014, von Uturoa zur Ile Mahaea am Passe Toahotu (Tahaa)

Ein paar Dinge fehlen uns noch, auch nach unserem Großeinkauf von gestern. Unser erster Weg führt zum Nautisport, wo wir Teakreiniger und 10 l Motoröl (reicht für einen Ölwechsel) bekommen. Ich habe immer gern Reserven von Verbrauchsmaterial an Bord, auch wenn der nächste Ölwechsel erst in einem Jahr in Australien fällig wird. Dann klappern wir noch drei Supermärkte ab, bis wir fast alles haben, bis auf die Tomaten. Die scheint es heute in ganz Uturoa nicht zu geben. Wein kaufen wir in sparsamen Gebinden. Gerade mal 4 Flaschen nehmen wir mit. Vielleicht sollten wir das so wie Phil und Danielle (die wir heute in der Stadt treffen) machen: Die beiden trinken hier grundsätzlich keinen Wein und essen auch keinen Käse. Klar, kann man machen, um die Ausgaben für Lebensmittel niedrig zu halten. Aber beides schmeckt nun mal so gut. Und im Vergleich zu den Gesamtausgaben spielt das bisschen Käse und die paar Flaschen Wein auch keine große Rolle.

Wir genehmigen uns noch einen „George-Clooney-Kaffee“ in der Stadt und treffen dort ein österreichisches Paar aus Graz, die ihren Urlaub hier auf einem Charter-Kat mit Skipper verbringen wollen. Anschließend begeben wir uns an Bord, verstauen alles und legen um kurz vor Zwölf von der Pier ab.

Wir haben bei strahlendem Sonnenschein einen schönen leichten Ostwind mit 8 bis 10 Knoten und segeln 6,5 sm unter Genua an den Riffen entlang innerhalb der Lagune zur Ile Mahaea am Passe Toahotu. Hier ankern wir nun bereits zum vierten Mal. Erstmals, seitdem wir nun vor fast zwei Wochen wieder hier angekommen sind, genießen wir das Bordleben am Anker, auch wenn schon noch einige to do’s von der Liste abgearbeitet werden müssen. Als erstes kommt mal das Dinghy ins Wasser und ein paar andere Kleinigkeiten müssen auch noch hergerichtet werden. Wir denken, dass wir einige Tage hier bleiben werden und hoffen, dass der Wetterbericht hält und Mittwoch/Donnerstag tatsächlich die Nordwindlage kommt. Dann könnten wir doch noch nach Tahiti zurücksegeln und Eva und Thomas dort abholen.

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Auf dem Weg von Uturoa zur kleinen Insel Mahaea am Pass Toahotu. Hier sind wir gerade dabei, die Fender an der Heckreling festzubändseln

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Die Sonne lacht und wir segeln in aller Gemütsruhe mit halbem Wind unserem Ziel entgegen. Sind ja nur 6,5 sm

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Auf dem Markt in Uturoa haben wir in der Früh diese Ranboutans gekauft. Da wir diese Früchte noch nie gegessen hatten und ziemlich ratlos davor standen, zeigte man uns gleich, wie man sie öffnet und isst. Wir durften auch gleich kosten, was dann dazu führte, dass wir eine Tüte voll gekauft haben

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Sehen innen aus wie Litschis, haben einen Kern und schmecken auch genauso.

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Wunderbar. Wir sind wieder an einem schönen Ankerplatz. Obwohl jetzt ja eigentlich noch Taifun-Saison ist, liegen außer uns schon fünf andere Boote vor Anker. Vorher hatten wir schon spekuliert, ob wir den Platz hier vielleicht ganz für uns allein haben

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Christine macht sich klar zum ersten Schnorchelausflug. Das Wasser ist sicher 2 Grad wärmer, als im Oktober. Im Hintergrund die Bucht Faaha und die Berge von Tahaa

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Blick auf den Pass Toahotu (im Osten Tahaas) zwischen den kleinen Inseln Mahaea und Toahotu. Im Hintergrund die Berge von Raiatea

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Das Dinghy kommt nach langer Zeit zurück ins Wasser. Alles funktioniert.  So langsam nähern wir uns wieder dem “Normal-Modus”

Samstag, 22. März 2014

Groß-Einkauf in Uturoa

Freitag, 21. März 2014, von CNI Marina nach Uturoa, Großeinkauf

Wir sind schon vor sieben Uhr auf den Beinen und treffen die letzten Vorbereitungen für unseren Abflug aus der CNI Marina. Der Wassermacher wird erstmalig wieder in Betrieb genommen (nach der „Überwinterung“ mit der Biozidlösung muss er erst mal 30 Minuten Wasser „für die Tonne“ produzieren), die Wassertanks aufgefüllt und eine weitere Anzahl von Kleinigkeiten erledigt.

Um 1120 werfen wir die Leinen los und starten Richtung Uturoa, wo wir eine Stunde später ankommen. Wegen des schwachen Windes, der außerdem von vorn kommt, machen wir die ganze Strecke unter Motor. Bin begeistert, wieviel Strom die „neue“ Lichtmaschine produziert. Hoffentlich hält sie diesmal etwas länger durch. Das Wetter ist sonnig und es kommt uns heiß vor, wie lange nicht; wohl auch, weil die Luft zeitweilig zu stehen scheint. Dabei hat die sternenklare Nacht dafür gesorgt, dass in der Nacht die Temperatur im Schiff zumindest auf 26 Grad gesunken ist.

Um 1220 parken wir an unserem Lieblingsplatz an der Stadtpier in Uturoa, der Hauptstadt der Inseln unter dem Wind oder der zweitgrößten Stadt nach Papeete in Französisch Polynesien. Wir sind hauptsächlich hergefahren, weil sich hier prima die Bestände auffüllen lassen. Vom Supermarkt kann man mit dem Einkaufswagen direkt bis vors Schiff fahren. Vor allem schwere items stehen auf dem Zettel, sprich Getränke. Wir machen wieder mal ein paar interessante Entdeckungen. Der Liter Rauch Orangensaft kostet mit etwa 2 Euro deutlich weniger als ein lokaler Saft aus Moorea, der 50% teurer ist. Wir nehmen beides, weil der lokale Pampelmusensaft nun mal super gut ist. Oder die Preise für Käse: Philadelphia kostet € 6,50, 125 g Parmesan ebenso. Egal, kommt trotzdem in den Wagen. Nach der Rechnung für die Malerei am Boot kommt es auf die Lebensmittel nun wirklich nicht an. Für die gefüllte Karre zahlen wir immerhin 600 Euro. Und da ist der Wein noch nicht einmal dabei.

Bis zum Ende der letzten Saison sind wir ja mit den Wein-Beständen aus Panama hingekommen, aber nun werden wir wohl oder übel doch mal hier den Wein kaufen müssen, wenn wir denn welchen trinken wollen. Nach den super guten Erfahrungen mit Tetrapak-Wein aus Mittelamerika (Liter für Dollar 2,30, außerdem lassen sich die „bricks“ gut stauen) wollen wir das hier doch auch mal probieren, denn der Literpack ist als Tetra auch hier am billigsten (unter 8 Euro geht allerdings gar nichts). Vorsichtshalber kaufen wir mal einen Liter rot, einen Liter weiß und einen weißen Flaschenwein im Angebot für 11 Euro. Weinprobe mit Baguette und Käse am Abend im Cockpit. Der Wein aus der Flasche ist ok, wenn auch für unseren Geschmack doch etwas zu lieblich, also nichts für größere Bestände. Der Rote und der Weiße aus den Tetrapaks sind allerdings mehr als scheußlich. Kann mich nicht erinnern, jemals so schlechte Brühe als Wein gekauft zu haben. Kann man eigentlich nur wegschütten.Wahrscheinlich selbst zum kochen nicht zu gebrauchen. Sieht so aus, dass es trinkbaren Wein tatsächlich wohl erst ab 15 Euro pro Flasche gibt.

Am Abend lockt uns die Musik auf den Hauptplatz der Stadt, nur 100 Meter Luftlinie von unserem Liegeplatz entfernt. Hier findet offenbar so etwas wie eine Wahlveranstaltung statt. Am kommenden Wochenende sind Kommunalwahlen, wenn wir das richtig verstanden haben. Es wird sehr viel geredet und sämtliche Akteure vorgestellt, aber dann gibt es doch noch ein paar Tanzvorführungen, so dass sich das Warten am Ende doch gelohnt hat.

Nachdem Phil gestern Abend geklagt hatte, dass sein SSB-Radio nicht mehr senden kann, setze ich heute probeweise unsere Positionsmeldung über Kurzwelle und nicht, wie sonst über Internet, wenn wir das zur Verfügung haben, ab. Klappt aber tadellos.

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Open-Air Veranstaltung im Zentrum von Uturoa. Wohl eine Wahlwerbung, aber nach endlosem Gerede gibt es dann doch noch ein paar schöne Tanzvorführungen

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Auch die kids schauen ganz begeistert zu

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Freitag, 21. März 2014

Lichtmaschine kaputt

Donnerstag, 20. März 2014, CNI Marina, Raiatea, Genua auftakeln, Lichtmaschine austauschen, Deck schrubben

Wir sind schon um halb Sieben auf den Beinen, frühstücken und dann geht es bald mal daran, die Genua einzuziehen und alle Leinen und Fallen nun segelfertig aufzuschießen und zu verstauen. Außerdem nutzen wir an unserem letzten Tag hier noch einmal die Waschmaschinen der CNI.

Bei einem Probelauf des Motors (ich will noch mal feststellen, ob der Diesel auch wirklich läuft und nicht irgendwann Luft ansaugt, weil ich beim Wechsel des Fuel-Filters in den neuen Filter wieder Diesel eingefüllt und deshalb anschließend nicht entlüftet hatte) checke ich zufällig einmal, ob die Lichtmaschine eigentlich lädt. Verflixt, sie lädt nicht! Messgerät raus und Spannung messen. Da kommen tatsächlich statt der versprochenen 14 nur noch 0,8 Volt raus, was eindeutig zu wenig ist. Der Job stand für heute überhaupt nicht auf dem Plan! Gott sei Dank haben wir ja eine Reservelichtmaschine in der Last, die sogar mehr leistet (90 Amp), als die Original-Volvo (55 Amp). Mit dieser waren wir 2010 von Emden aus gestartet, sie hatte allerdings schon nach ein paar Tagen ihren Geist aufgegeben. Auf der Isle of Wight in Cowes gab es eine Reparaturwerkstätte, die das Ding dann instandgesetzt und uns nach Madeira nachgeschickt hat. In dieser Transportverpackung befindet sich das Teil nun also seit über 3 Jahren an Bord. Es dauert 2 Stunden, bis die alte aus-, und die neue eingebaut ist. Und sie funktioniert sogar. Fragt sich halt, wie lange. Wir sind zwar nicht zwingend auf diesen Generator angewiesen, weil wir den Strom überwiegend mit Solar- und Windenergie erzeugen, aber wenn solche Technik schon an Bord ist, soll sie auch funktionieren.

Am Nachmittag gehe ich dann mit der defekten LIMA ins Office zu Karin. Ja, es gibt hier jemanden, der das reparieren kann und der kommt morgen vorbei. Ich lasse den Stromerzeuger also bei ihr liegen und hoffe, dass das Ding spätestens in 2 Wochen wieder funktioniert und abholbereit ist. Außerdem bezahle ich die Rechnung für die Farbarbeiten unterm Schiff. Dass diese Aktion teuer kommt, war mir eh klar. Etwa 1500 Euro für Material und 2000 Euro Arbeitslohn sind fällig. Dafür haben wir jetzt wieder ein picobello Unterwasserschiff und haben mit der Sauarbeit des Schleifens (allein dafür stehen 34 Stunden zu Buche) selber nichts am Hut gehabt. Hoffentlich bewährt sich dieses Antifouling jetzt wenigstens.

Wo wir noch fließend Wasser haben, machen wir uns anschließend daran, das Deck zu schrubben und gegen 15 Uhr wären wir dann eigentlich startklar. Wir tragen uns mit dem Gedanken, noch mal nach Tahiti und Moorea zurückzusegeln. Vor ein paar Tagen sah es noch so aus, dass für Samstag/Sonntag ein schöner Nordwind ideal dafür gewesen wäre. Aber die Wetterlage hat sich etwas geändert und den Nordwind hätten wir nur noch heute Nacht und morgen früh. Also: Sollen wir jetzt gleich in eine Nachtfahrt starten und gen Südosten segeln? Ich wäre ja dafür, aber die Capitana hat Bedenken (u.a. wg. der noch anhaltenden Rückenschmerzen, dem sofortigen Aufbruch zu einem längeren Törn, ohne alles vorher ausprobiert zu haben, usw.) und deshalb stirbt dieser Plan für heute und damit wahrscheinlich auch nachhaltig.

Am Abend gehen wir mit Danielle und Phil (Sweet Surrender) zum Essen ins Mimosa, einem kleinen Snack-Bistro ganz in der Nähe der Werft. Wir essen Thunfisch mit Gemüse und Salat und sind absolut begeistert. Schade, dass wir dieses kleine, einfache Restaurant nicht schon früher entdeckt haben.

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Es sieht wieder aus wie auf einer Baustelle

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Die Ersatzlichtmaschine ist noch in der Tansportverpackung, mit der sie von der Isle of Wight nach Madeira nachgeschickt wurde. Das Paket ist noch nicht einmal geöffnet worden sondern gleich so in die Last gewandert

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Die neue LIMA an Ort und stelle. Nicht von Volvo, deshalb auch nicht grün

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Die Original-LIMA kann hier hoffentlich repariert werden. Dann hätten wir wieder eine Reserve an Bord

Donnerstag, 20. März 2014

Ölwechsel und Teak schrubben

Mittwoch, 19. März 2014, CNI Marina, Raiatea, Ölwechsel, Kutterfock aufgetakelt, Teak geschrubbt

Heute ist Großkampftag. Um kurz nach Acht beginne ich mit den Vorbereitungen zum Ölwechsel für Diesel und Getriebe. Als erstes muss die Maschine warmlaufen, weil sonst das Öl zum Absaugen zu dickflüssig ist. Der Niedergang kommt weg, dann kommt man besser an alles dran. Während ich damit beschäftigt bin, geht Christine Einkaufen, ist aber schon nach gut einer Stunde wieder retour und da habe ich erst die Hälfte des Altöls abgesaugt. Inclusive Impeller-, Getriebeölwechsel und anschließendem Aufklaren dauert die Motorpflege 5 Stunden, wovon allein das Absaugen der 9 Liter Altöl 60 Minuten in Anspruch nimmt.

Nach einem kurzen Mittags-Snack an Deck geht es weiter. Christine plagt sich mit dem Schrubben des ziemlich dreckigen Teaks im Cockpit herum (was ihr umso schwerer fällt, da sie seit gestern morgen mit ziemlichen Rückenschmerzen zu kämpfen hat, die erst am späteren Nachmittag nach wiederholter Einnahme von Schmerzmitteln erträglicher werden). Ich teste den Außenborder mit Süßwasserkühlung an Deck. Beim dritten mal ziehen springt er an. Dann noch die restlichen Leinen (Spibaumtopnant, Spibaumtravellerschot und beide Flaggenleinen) einscheren und anschließend die Kutterfock einziehen. Mittlerweile hat der Wind so weit nachgelassen, dass das ganz gut geht.

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Für den Motorölwechsel und den Austausch des Impellers nehme ich den Niedergang komplett weg. Ist zwar etwas mühsam, lohnt sich aber, weil man deutlich besser an alles heran kommt.

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Obwohl der alte Impeller noch wie neu aussieht, wird er ausgetauscht. Das Risko, dass sich einzelne Lamellen zerlegen und dann im Wärmetauscher landen, sollte man erst gar nicht eingehen. Einmal pro Jahr wird das Ding ausgetauscht, auch wenn Volvo für so ein bisschen Gummi mehr als 40 Euro verrechnet