Mittwoch, 26. August 2015

Auf Achse

Mittwoch, 26. August 2015, Port Vila, Vanuatu. Yoga, Zoll, Chill, Duty Free, no Gas

Um Halb sieben bin ich auf dem Vorschiff für die Yoga-Runde. Kürzere Abstände zwischen den Sessions sind eindeutig besser als ein Wochenintervall, denn heute habe ich anschließend keine Probleme mit dem Rücken. Und wenn da überhaupt noch jemals etwas weitergehen soll, müsste ich mich schon zu mindesten zwei, besser 3 Aktionen pro Woche durchringen.

Als nächster Programmpunkt steht ein Besuch im Zollbüro auf dem Zettel. Da unsere Wein- und Alkoholbestände zur Neige gehen, können wir uns hier zollfrei zu halbwegs guten Preisen eindecken. Die Ersparnis pro Flasche Wein gegenüber dem normalen Ladenpreis liegt bei etwa 5 Euro und bei Alkohol ist der Unterschied noch deutlich größer. Damit wir duty free einkaufen können, brauchen wir ein vom Zoll abgestempeltes Formular, was wir auch anstandslos bekommen. Wir hätten hier auch beim Dieseltanken ziemlich viel sparen können, aber das haben wir verpennt. Dabei hätten wir beim Tanken, als wir angekommen sind, nur an der Tankstelle zu sagen brauchen, dass wir von hier nach Neukaledonien fahren. Dann hätten wir den Zettel vom Zoll später vorlegen können, und auch erst später die Rechnung, zollfrei, zahlen müssen. So läuft es jedenfalls bei der Hana Iti. 50 Euro in den Wind geblasen.

Mittags gehen wir mit Marie-Luce und Didier ins Chill zum Steak essen. Diesmal bestellen wir alle dasselbe. Rinderfilet an Pilzsauce mit Pommes und Salat. Nach Kaffee und Dessert tapern wir zum Bottle-Shop und kaufen mit unserem Zollzettel Flüssignahrung. Das Flaschenensemble wird morgen verplombt in die Marina geliefert. Öffnen dürfen wir die Kartons erst auf See, aber ich glaube nicht, dass wir das wirklich tun werden, denn in den Schachteln lässt sich das Zeugs nicht seefest stauen. Unwahrscheinlich, dass ein Zollbeamter an Bord kommt, wo meistens entweder deren Außenborder defekt ist oder sie unter Spritmangel leiden.

Anschließend Wäsche abholen und die Gasflasche vom Baumarkt abholen, zu dem wir 13 Minuten Fußmarsch haben. Ich hatte es schon befürchtet, und so kommt es dann auch. Unsere Flasche steht noch genau dort, wo ich sie gestern abgegeben hatte und sie ist auch noch in demselben Zustand, nämlich leer. Weil sich niemand auskennt, kommt dann endlich der Geschäftsführer. Vielleicht morgen, meint der. Ich antworte, mit vielleicht könne ich nichts anfangen, denn übermorgen wollten wir auslaufen. Es müsse schon morgen sein. Na ja, denn ... Bin gespannt, ob die das bis morgen Nachmittag hinkriegen.

Auf dem Rückweg machen wir einen kurzen Stop bei Sue und Bob von der Mawari (40iger Najad), die neben uns liegen. Wir hatten sie schon in Santo und dann noch einmal in Port Sandwich getroffen.

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Wir sind fast den ganzen Tag auf Achse. Erste Station ist das customs office

Dienstag, 25. August 2015

… und eingebaut

Dienstag, 25. August 2015, Port Vila, Vanuatu. Drucktank eingebaut und Entenmuscheln entfernt

Nicht, dass es ein Kinderspiel ist. Es ist eng unter dem Navigationstisch zwischen Bank und Schrank und man kann nicht mit zwei Händen arbeiten, weil man beide Arme einfach nicht dorthin bringt, wo man sie brauchen würde. Aber es tauchen keine besonderen Schwierigkeiten auf und so ist der Job nach anderthalb Stunden erledigt. Den Messing-Ellbogen kann ich wieder verwenden und so braucht es zum Anschließen des neuen Druckausgleichstanks nur Teflonband, wovon wir reichlich an Bord haben. Ein Teil der Zeit geht damit drauf, einige Liter Wasser, die beim Abnehmen des alten Tanks aus diesem und aus der nun offenen Leitung laufen, aus der Bilge zu entfernen. Die großen Mengen macht die Bilgenpumpe, aber die Pfützen, die in mehreren Abteilungen stehen, muss man mit Schwamm oder Lappen aufnehmen. Blöderweise schmeiße ich dann auch noch den Eimer mit dem gerade aufgesaugten Wasser um, so dass jetzt auch noch Gegenden „entwässert“ werden müssen, die vorher noch trocken waren.

Der Funktionstest verläuft erfolgreich und die Anschlüsse sind dicht und leckagefrei. Was will man mehr. Diese Aktion ist geradezu ein Paradebeispiel für gut gelungene Ersatzteilbeschaffung innerhalb kürzester Zeit. Wie oft hören wir von Cruisern, dass sie wochen- oder monatelang auf ihre Sendungen warten. Was mich bei solchen Gelegenheiten auch immer wieder freut, ist, dass unser Bootshersteller, Jeanneau, bei der eingebauten Technik auf namhafte Ausrüster, wie in diesem Fall Jabsco, gesetzt hat. So ist es meistens kein Problem, das entsprechende Teil im Internet zu recherchieren und zu bestellen.

Dann wechsle ich die Gasflasche, die zwar noch nicht ganz leer ist, aber so gut wie. Ich möchte sie gern noch, bevor wir losfahren, hier in Port Vila auffüllen lassen. Außerdem fahren wir immer noch eine blaue 2,7 kg Campinggasflasche durch die Gegend, die schon ziemlich verrostet ist, und zwar so stark, dass sie überall, wo man sie abstellt, Rostkrümel hinterlässt. Ich weiß gar nicht, wo und wann wir die zum letzten Mal gefüllt hatten. Wahrscheinlich noch in Europa. Jedenfalls schließe ich diese Flasche jetzt an, damit sie entsorgt werden kann, wenn das Gas verbraucht ist. Wir bringen also die 5-kg-Flasche zum Baumarkt. Abholen können wir sie morgen Nachmittag. Wo wir schon da sind, kaufen wir auch gleich einen neuen 20 Liter Wasserkanister, denn der alte leckt. Und weil der große Supermarkt gleich nebenan ist, geben wir auch dort noch mal eben 100 Euro aus (damit wir nicht mit leeren Händen zurücklaufen, hahaha).

Auf dem Rückweg zum Boot halten wir kurz bei den Hana Itis und diskutieren die Segeloptionen nach Noumea. Didier will eher erst am Sonntag fahren und dann einen mehrtägigen Zwischenstop auf der südlichsten der Loyalitätsinseln einlegen, was offiziell nicht erlaubt ist. Ich fürchte auch, dass der Ankerplatz nicht gut ist bei westlichem Wind, der für einen Tag zu erwarten ist. Wir könnten uns eher vorstellen, am Samstag, und dann in einem Schlag zumindest bis durch den Havannah Pass zu gehen. Allerdings ist am Samstag noch relativ viel Wind angesagt und die Welle über 2 m. Was das Wetter angeht, werden wir aber vermutlich mit jedem Tag schlauer.

Noch ein Punkt auf der to-do-Liste wird am Nachmittag abgehakt. Ich muss unters Schiff und zumindest die Entenmuscheln entfernen, die sich in reichlicher Anzahl festgesetzt haben. Auch Bewuchs ist schon wieder weit verbreitet, obwohl das Antifouling jetzt gerade mal 3 Monate alt ist. Das Wasser ist ziemlich kalt und obwohl ich den Neoprenanzug angezogen habe, ist mir nach einer Dreiviertelstunde ziemlich frisch, so dass ich mich mit den Entenmuscheln und dem Säubern der Schraube zurfrieden gebe und dann zusehe, dass ich schnell wieder in trockene Klamotten komme.

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Es ist ziemlich eng da unten, aber es klappt alles relativ flott, jedenfalls ohne gravierende Hindernisse (wie sonst so oft)

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Der Tank ist nicht nur durchgerostet, sondern hat auch einigen Dreck in die Leitung geschickt

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Nachdem der Ellbogen gesäubert ist, sieht er zumindest von innen wieder aus wie neu

Montag, 24. August 2015

Drucktank geliefert

Montag, 24. August 2015, Port Vila, Vanuatu. Wir gehen (groß) Einkaufen und der Druckausgleichstank wird geliefert

Gleich nach dem Frühstück und dem Verbinden von Christines Wunde am Bein fahren wir an Land und schauen zunächst im Marina-Office vorbei um kundzutun, dass wir ein Paket erwarten. Lemara will gleich die tracking number wissen und ruft dann in unserem Beisein bei DHL an. Nach ein paar Minuten Warten bekommen wir die Auskunft, dass das Ding heute Nachmittag gebracht wird.

Wir gehen zum großen Bon Marché. Diesmal haben wir alle Taschen dabei, die wir haben und sind auf einen größeren Einkauf eingerichtet, denn unsere Bestände sind doch sehr heruntergefahren. Für den Rückweg nehmen wir einen Kleinbus, der kein Taxi ist, den wir aber trotzdem für uns allein haben. Der Chauffeur fährt uns sogar direkt bis ins Marina-Gelände. Die Verstauerei dauert eine Weile, wie üblich, da beim Einräumen auch vieles von dem, was doch noch an Beständen vorhanden ist, umgebaut werden muss.

Am Nachmittag um 16 Uhr kommt der Anruf von Lemara: Unser Tank ist abholbereit bei Yachting World im Marinabüro. Dass unser Paket tatsächlich schon seit 13.29 im Auslieferungswagen unterwegs ist, weiß ich schon aus dem Internet. Später lässt sich dann nachlesen, dass die Zustellung um 15.49 Uhr erfolgte. Wenn da nicht ein Wochenende dazwischen gewesen wäre, hätte die Lieferung von Australien hierher innerhalb von 24 h erfolgen können. Das ist doch sagenhaft. Den Einbau nehme ich mir für morgen vor.

Ansonsten beschäftige ich mich einige Zeit mit der Reiseplanung nach Neu-Kaledonien. Ein Wetterfenster mit Ostwind rückdrehend kündigt sich für Samstag an. Der Wind passt, aber leider nur für nicht einmal 48 Stunden. Danach gibt es Regen und vermutlich reichlich Squalls. Bei der Planung ist außerdem zu berücksichtigen, dass wir möglichst bei Tageslicht und mit auflaufendem Wasser durch den Havannah Pass (von hier immerhin 285 sm entfernt) im Südosten Neukaledoniens gehen sollten, damit wir dort nicht zu rauhe See erwischen. Neukaledonien hat die größte Lagune der Welt und durch diesen Pass werden deshalb mehrmals täglich gewaltige Wassermengen gepresst, im Schnitt zweimal nach Osten und zweimal nach Westen. Da wir bei Vollmond dort sein werden, sind die Strömungen also besonders stark und Wind gegen Strom sollte man dann nicht erwischen. Die nautischen Guides und Segler, die dort schon mal durchgefahren sind, warnen jedenfalls davor, diese Durchfahrt zu unterschätzen.

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Im Office von Yachting World, wo Lemara für uns bei DHL nach unserem Paket fragt, gibt es mehrere Pinwände, an denen die durchreisenden Segler ihre Bordkarten hinterlassen haben. Da müssen wir uns auch noch verewigen. Interessanterweise kennen wir nur eine der Crews (von der Minnie B), die sich dort “an die Wand gehängt” haben

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Das Paket ist angekommen, Montag 16 Uhr. Am Freitag um 15 Uhr wurde es erst aus einem Ort, 50 km von Brisbane entfernt, von DHL abgeholt.

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Das ist noch der alte Tank. Nicht besonders gut zugänglich. Schwierig wird wohl das Lösen der Verschraubung am Boden werden. Job für morgen.

Sonntag, 23. August 2015

Streik in Neukaledonien

Sonntag, 23. August 2015, Port Vila, Vanuatu. Noch mal in den Mast. Kaffee und Kuchen im Grand Hotel

20 Grad im Schiff beim Aufstehen. Und Flaute. Ein schöner Morgen. Also: Kein Regen, wenig Wind, ruhiges Schiff. Ideales Wetter, um noch mal in den Mast zu klettern und das Ankerlicht zu reparieren. Die Vorbereitungen dafür sind immer umfangreich: Werkzeug zusammensuchen (und bloß nichts vergessen, also dreimal nachdenken), Sicherheitsgurt anlegen, Bootsmannsstuhl anlegen, darüber den Rucksack (mit dem Werkzeug), Fenster mit Polstern abdecken. Und dann nach oben klettern. Christine sichert mit dem Spi-Fall, das in den Bootsmannsstuhl eingehängt ist. Wenn man oben sitzen kann, ist das Arbeiten deutlich angenehmer, als im Stehen auf den schmalen Stufen, bei denen der Brustgurt dann einen großen Teil des Gewichts aufnehmen muss und nach kurzer Zeit ziemliche Rückenschmerzen verursacht. Besonders bei einem längeren Vorhaben ist die Sitzgelegenheit also wichtig.

Weil unter Deck die volle Spannung von 13 Volt anliegt, nehme ich an, dass der Kontaktfehler wohl doch in der Quetschverbindung der Drähte oben im Masttop liegt. Also baue ich das Oberteil der Lampe ab, schneide den Quetschverbinder ab, und drehe die blankgemachten Drähte, die noch keinerlei schwarze Oxydation erkennen lassen, erstmal zusammen. Ich brülle (damit sie unter Deck was hört) zu Christine hinunter, sie möge mal das Ankerlicht einschalten. Mist Mist Mist! Brennt nicht. Die Spannungsmessung ergibt wieder nur 5 Volt. Beim letzten Mal waren es 4,8. Hatte ich mich wohl doch nicht vermessen. Also kommt ein neuer Quetschverbinder drauf, der wahrscheinlich nicht so gut sitzt, wie derjenige, den ich gerade abgeschnitten habe, weil beide Kabelenden natürlich kürzer geworden sind. Das Arbeiten da oben ist nicht besonders angenehm, weil man höllisch aufpassen muss, dass kein Werkzeug runterfällt und alles, was man aus der Hand legen will, nur in den Rucksack stecken kann. Braucht man es wieder, muss man in den Tiefen desselben erst danach suchen. Also wird das Kabel irgendwo im Mast eine Macke haben, was allerdings schwer vorstellbar ist. So lange die Dreifarbenlaterne brennt, werde ich aber kein neues einziehen, denn ein zweites Ankerlicht hatte ich ja vor kurzem schon auf dem Geräteträger montiert. Unterm Strich: Eine Stunde Arbeit für die Katz.

Am Nachmittag gehen wir mit Marie-Luce und Didier zum Grand-Hotel. Gerade, als wir losfahren, fängt es an zu regnen, weswegen unsere Wahl auch auf das Hotel fällt, denn dort kann man inwändig sitzen und der Weg ist nicht so weit. Wir landen in der Lobby neben dem Spielcasino und bestellen Kaffee und Kuchen. Die Hana Itis sind von Freunden, die zwei Jahre in Neukaledonien gelebt haben, darüber informiert worden, dass gerade ein Streik der LKW-Fahrer ausgebrochen ist, was ziemlich lange dauern und drastische Auswirkungen haben kann. Anders als in Deutschland ist in französischen Übersee-Departements bei Arbeitsstreitigkeiten nämlich noch nicht einmal klar, wer da eigentlich mit wem verhandeln muss. Marie-Luce und Didier haben das selbst in Martinique erlebt, als Hafenarbeiter streikten. Sechs Wochen lang. Auf der Insel gab es nichts mehr zu essen und manche Menschen standen buchtstäblich kurz vor dem Verhungern. Vor dem Hafen von Noumea (Neukaledonien) haben die Streikenden ein Schiff quer in die Einfahrt gelegt, so dass dort niemand mehr ein- oder auslaufen kann. Wir fragen uns, ob diese Geschichte unseren Neukaledonien-Besuch beeinträchtigen kann. Im Augenblick machen wir uns jedenfalls keine großen Gedanken, werden das Thema aber im Internet verfolgen. Nach zwei Stunden trollen wir uns wieder zu den Booten zurück.

Samstag, 22. August 2015

Convention Center

Samstag, 22. August 2015, Port Vila, Vanuatu. Yoga, Stadterkundung, good news von DHL

Heute wird ein sonniger Tag. Da sich das schon ganz früh abzeichnet, bin ich um Viertel vor sieben auf dem Vorschiff für eine Yoga-Runde. Es geht alles ganz ordentlich, aber es gibt keine Fortschritte mehr, wenn man nur einmal pro Woche trainiert. Auch der Rücken mag das offenbar nicht, denn neuerdings zwickt es immer im Lendenbereich, und zwar nicht während der Übungen, sondern danach. Zu Beginn ist es übrigens absolut windstill und bei aufgehender Sonne ist die Wasseroberfläche glatt wie ein Spiegel. Aber schon um Halb acht kommt plötzlich Wind auf, der den ganzen Tag bleibt und sich erst nach Einbruch der Dämmerung am Abend wieder vertschüsst.

Kein großes Programm heute. Also was machen wir mit dem Tag? Etwas Bewegung täte gut. Da könnten wir doch mal Bereiche der Stadt erkunden, in denen wir noch nicht waren. Wir fragen uns z.B., was das eigentlich für ein rundes Gebäude ist, das wir vom Ankerplatz aus sehen können und an dem offensichtlich gebaut wird. Also ist das unser Ziel. Um 11 geht’s los. Wir müssen den Berg rauf über eine unförmige Betontreppe, deren Stufen viel länger als hoch und außerdem abschüssig sind. Etwas später stehen wir vor einer riesigen Baustelle und finden dann auch ein Schild, welches das Projekt erklärt. Dieser „Gasometer“ wird ein Kongresszentrum. Der größte Saal soll 1000 Menschen fassen, dann gibt es noch weitere, kleinere Säle. Da fragt man sich doch, was ein Staat mit gerade mal einer Viertel Million und einer Hauptstadt von nur 40.000 Einwohnern mit so einem riesigen Convention Center will. Interessant dabei ist, dass das Bauvorhaben von Chinesen durchgeführt wird. Wahrscheinlich haben die sich dafür wieder umfangreiche Fischereirechte oder sonstige Anleihen auf die Zunkunft gesichert.

Später landen wir wieder in unserem Lieblingscafé Péché au Mignon zu Kaffee und Kuchen bzw. Eis. Um 14 Uhr sind wir wieder an Bord zurück.

Seitdem wir von DHL eine tracking number für unser Paket von Brisbane haben, schaue ich alle Stunde ins iPhone, um zu sehen, ob es Fortschritte gibt, nachdem die ersten steps gestern flott über die Bühne gingen. Am Freitagnachmittag Abholung beim Lieferanten, am späten Abend schon raus dem DHL Lager in Brisbane. Aber heute tut sich den ganzen Tag nichts. Vielleicht arbeiten die ja am Samstag nicht. Außerdem kommt mir plötzlich in den Sinn, dass der Tank ja mit Druckgas gefüllt ist. Vielleicht darf das Ding gar nicht im Flugzeug transportiert werden. Das wäre blöd, weil ein Schiffstransport würde viel zu lange dauern. Immerhin fliegen von Brisbane 4 Maschinen pro Tag nach Port Vila. Am Nachmittag gibt es dann doch good news. Das Paket ist schon bei DHL in Port Vila angekommen. Wäre natürlich super, wenn wir das Teil schon am Montag geliefert bekämen.

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Wir fragen uns schon seit längerem, welchem Zweck eigentlich das große, runde Gebäude in Bildmitte dienen soll, das wir vom Schiff aus sehen

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Aus der Nähe und von der anderen Seite. Wir sehen eine riesige Baustelle und kriegen spitz, dass das hier ein Convention Center wird, das mit Hilfe eines chinesischen Konzerns errichtet wird 

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Neben dem Kongresszentrum wird eine riesige Fläche mit Gestängen zugebaut, die offenbar einmal Solarpaneele tragen sollen

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Oben am Berg ist auch der Sitz des Premierministers. Zwar eine schöne Lage, aber sonst wenig spektakular und so, wie es aussieht, auch kaum bewacht

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Kriegerdenkmal für Gefallene des ersten und zweiten Weltkriegs. Die Namensliste ist relativ kurz

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Blick auf die Insel Iririki. Wir liegen im Bojenfeld links im Bild

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Good News am Nachmittag. Unser Ersatzteil ist um 1552 in Port Vila eingetroffen. Jetzt muss es nur noch den Weg zu uns aufs Schiff finden.

Freitag, 21. August 2015

Ersatzteilbeschaffung

Donnerstag, 20. August 2015, Port Vila, Vanuatu. Ärger mit der Ersatzteilbeschaffung

Und es regnet bzw. nieselt immer noch. Aber die schwüle Luft hat sich verzogen und so wird es morgen dann hoffentlich besser. Ich bleibe den ganzen Tag an Bord, schneide und vertone ein paar Videos, lese. Christine fährt am Nachmittag auf einen Kurzbesuch zur Chessie rüber, die an der Pier liegt. Ihre Wunde am Knöchel ist zwar immer noch offen und bedarf regelmäßiger Verbandwechsel, befindet sich aber auf dem Wege der Heilung. Zu essen gibt es selbstgemachte Pizza und am Abend schauen wir mal wieder einen Tatort.

Ansonsten beschäftigt mich das Thema Druckausgleichstank. Nachdem zunächst der neuseeländische Händler aktiv war und das Teil nun vor Ort hat, kommen die Probleme, wo es ans Bezahlen geht. Obschon ich gleich zu Beginn einmal gemailt hatte, dass ich per Kreditkarte oder paypal zahlen will, kommen sie jetzt damit an, dass sie keine internationalen Kreditkarten und auch nicht paypal akzeptieren. Ich soll überweisen. Na toll, da würden gleich wieder ein paar Tage ins Land gehen und weitere Gebühren anfallen. Außerdem ist der Transport sauteuer. In NZ kostet der Tank 139 einheimische Dollar, der Versand duch die neuseeländische Post 60 Dollar, per Fedex 275 Dollar und per DHL 308 Dollar. Zähneknirschend hatte ich mich schon für Fedex entschieden (weil man dann halbwegs sicher sein kann, dass die Ware auch ankommt), aber dann kam die Geschichte mit dem Bezahlen. Und außerdem wollten sie gar nicht den Originaltank schicken, sondern ein baugleiches Modell. Auch das hatten sie vorher nicht gesagt. Also Plan B, Australien. Dort war noch ein Lieferant übrig geblieben. Der Tank kostet dort 269 AUD, der Versand per DHL 150 AUD. Kommt unterm Strich more or less aufs Gleiche raus, allerdings müssen auch die erst noch das Teil aus Sydney zu sich holen, was aber bis morgen passiert sein soll. Ich bin wirklich gespannt, wann wir das Ding dann hier in Händen halten. Den kleinen Krümmer, den ich als Anschluss auch gern gleich mitbestellt hätte, können übrigens beide Anbieter nicht liefern. Na, vielleicht lässt sich der alte ja noch verwenden.

 

Freitag, 21. August 2015, Port Vila, Vanuatu. Der Onkel Doktor auf Visite, ins Chill mit Hana Itis, Einkaufsspaziergang, Druckausgleichstank unterwegs

Am Vormittag kommt Didier zu Besuch, um Christines Wunde am Bein anzuschauen. Es sieht schon deutlich besser aus, aber er empfiehlt noch zwei zusätzliche Tage Antibiotika einzunehmen, die er auch gleich zur Verfügung stellt, weil unsere Packungen aufgebraucht und hier keine mit gleichem Wirkstoff zu kriegen sind.

Zu Mittag gehen wir mit Marie-Luce und Didier ins Chill (Filetsteak für mich, Fettuccini Prawns für Christine) zu einem köstlichen lunch. Weil es nach zwischenzeitlicher Auflockerung wieder anfängt zu regnen, bleiben wir lang sitzen und machen uns erst nach zwei Stunden Aufenthalt wieder auf die Socken. Wir beide wandern an den südlichen Stadtrand zum großen Bon Marché, hauptsächlich, um dort Schaftskäse zu kaufen. Aber es gibt nur die teuren Packungen, 180 g für 12 Euro. Für 12 Euro bekommen wir im Chill z.B. einmal Filetsteak mit Pilzen, Pommes Frites und Salat, inclusive einem gut eingeschenkten (sprich randvollen) Glas Sekt (und zwar was durchaus trinkbares, um nicht zu sagen, einen wirklich leckeren Tropfen, eiskalt in vorgekühltem Glas serviert) und anschließendem Espresso (auch richtig gut!). Also lassen wir das mit dem Schafskäse für diesmal und verschieben den griechischen Salat. Trotzdem kommen wir mit zwei gefüllten Tragetaschen wieder raus aus dem Laden.

Jenny von Australian Boating Supplies hat mittlerweile unseren Drucktank auf den Weg gebracht und nun hoffen wir, dass auch DHL den Job gut erledigt und uns das Teil möglichst noch innerhalb der nächsten Woche aufs Boot schafft. Bis dahin werden wir jedenfalls hier in Port Vila bleiben und das Stadtleben genießen. Am Nachmittag wird dann endlich das Wetter besser, jedenfalls scheint für einige Zeit die Sonne, auch wenn es am Abend nach wie vor ziemlich frisch ist. In Neukaledonien soll es derzeit übrigens noch 8 Grad kälter sein. Da braucht man ja lange Unterhosen.

Mittwoch, 19. August 2015

Rain down

Dienstag, 18. August 2015, Port Vila, Vanuatu. Friseur, Chill, Regen

Friseurtermin für Christine um neun. Ich bringe sie zum Dinghydock, beschäftige mich an Bord mit Kleinkram (u.a. Kommunikation mit dem neuseeländischen Versender von Wassersportartikeln, der mir auch heute noch nicht sagen kann, ob die Firma ausnahmsweise auch mal per FedEx oder DHL verschicken kann) und fahre dann zwei Stunden später auch an Land, wo wir uns in unserem Lieblingscafé treffen. Nach einem Cappuccino und ein paar geschriebenen Postkarten verlegen wir uns dann in unser Lieblingsrestaurant (ja, wir sind hier gute Kunden der Gastronomie) Chill, in dem wir ein hervorragendes Filet-Steak essen, zu dem wir einen kühlen Sekt serviert bekommen. Anschließend kurz in den Super- und dann auf den Gemüsemarkt gegenüber.

Es nieselt mal wieder den ganzen Tag und so verbringen wir den Nachmittag und Abend an Bord. Neben uns hat ein weiteres deutsches Schiff an einer Mooring geparkt, die Antares mit Andrea und Olaf, die wir bisher nicht kennen. Auf dem Weg nach Hause fahren wir kurz bei ihnen vorbei, um guten Tag zu sagen. Sie kommen von Tanna und hatten auch kein erfreuliches Wetter. Das Super-El Nino-Jahr, das gerade anfängt, hat uns bisher schon eine Menge unschöner Wetterkapriolen beschert. Wir können uns nicht erinnern, auf unserer nun schon mehr als fünfjährigen Tour jemals so anhaltend wolken- und regenreiches Wetter gehabt zu haben. Außerdem ist es relativ kalt, was tagsüber und in der Nacht ja angenehm ist, für die Abende im Freien aber nicht ganz so schön.

 

Mittwoch, 19. August 2015, Port Vila, Vanuatu. Regen, Hana Iti läuft ein, Statdtbummel, Chill

Nachdem es gestern fast permanent genieselt hat, setzt über Nacht richtiger Regen, zumindest zeitweilig, ein. Am Vormittag kommt die Hana Iti an und muss wegen der großen Anzahl der Yachten, die die Moorings belegen, zunächst an eine Boje ganz am Ende des Feldes, bis im späteren Verlauf des Tages etwas näheres zur Stadt frei wird.

Wir machen uns auf zu einem Stadtbummel, lassen Fotos drucken, die wir wir nach Port Sandwich schicken, kehren wieder zu Mittag im Chill ein (diesmal Beef Haloumi-Kebabs und Chicken Breast), plaudern auf dem Markt mit Jutta und Jochen (Chessie), die wir wieder zufällig treffen und an der Pier mit der Crew des großen amerikanischen Katamarans Lill’ Explorers (die Familie mit den sechs Kindern, die wir auf Ambrym kennengelernt hatten).

Am Abend treffen wir uns mit Marie-Luce und Didier zur Happy Hour (wieder kein schöner Sonnenuntergang) im Waterfront. Vorher, auf der Pier, lernen wir zufällig noch den deutschen Zahnarzt Michael kennen, von dem wir schon mehrfach gehört hatten. Er ist mit seiner 500er Lagoon “Mariposa” unterwegs (deren Deck er gerade mit einem Kärcher bearbeitet), auf der er eine komplette Zahnarztpraxis mit allem Schnickschnack unterhält und überall im Pazifik Einheimische auf den Inseln gratis behandelt.

Heute gibt es keine News bezüglich des Druckausgleichstanks, also wissen wir immer noch nicht, ob und wann die Lieferung von NZ hierher klappt. Wird langsam Zeit, denn wie es aussieht, müssten wir bei einer Bestellung ohnehin schon damit rechnen, ein brauchbares Wetterfenster, das sich am 26. abzuzeichnen beginnt, ungenutzt verstreichen lassen zu müssen, denn bis dahin wird es wohl kaum noch zu schaffen sein, das Teil herzukriegen.

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Weil ich nur mit Nieselregen gerechnet hatte, blieb der Stopfen über Nacht im Dinghy. Mit dem Ergebnis, dass am Morgen etwa 20 Liter Wasser drin stehen. Könnte durchaus auch einmal kritisch werden, denn wenn es so stark regnet, dass das Dinghy bis zur Kante vollläuft, kommen locker 200 oder 300 kg hinzu und irgendwann verbiegt es dann sicher den Geräteträger.