Freitag, 30. Mai 2014

Robert Louis Stevenson

Freitag, 30. Mai 2014, Apia, Samoa, Robert Louis Stevenson Museum, iPhone nicht reparabel

Heute regnet es oft und meistens ist der Himmel bewölkt. Um Elf steigen wir zusammen mit Conny und Wolfgang in ein Taxi und lassen uns zum Stadtrand bergaufwärts fahren, um das Robert Louis Stevenson Museum zu besichtigen. Dieser schottische Autor hat in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts so berühmte Werke wie die Schatzinsel und Dr. Jekyll und Mr. Hyde geschrieben und viele Jahre, bis zu seinem frühen Tod mit 44 Jahren, hier in Apia gelebt.

Das Museum ist in seinem riesigen Wohnhaus auf noch viel riesigerem Parkgelände eingerichtet und sehr schön gemacht. Auch unsere charmante Führerin begeistert uns durch ihre Fachkenntnis und ihren Enthusiasmus, der so weit geht, dass sie am Ende der Führung ein Lied vorsingt, dass zu Ehren Stevensons hier auf Samoa komponiert worden ist.

Das Grab des Dichters liegt innerhalb des Areals auf der Spitze eines Berges. Es war sein Wunsch, dort bestattet zu werden. Der Weg hinauf soll 40 Minuten dauern, wenn man den längeren, aber weniger steilen Weg wählt. Na, das machen Wolfgang und ich dann auch (Christine und Conny hatten das falsche Schuhwerk an), aber der schmale, wegen des Regens heute glitschige, Pfad der uns durch dichten Regenwald führt, fordert eine geschlagene Stunde von uns, bis wir endlich oben am Grab stehen. Von dort hätte man eine schöne Aussicht auf den Hafen und die umliegenden Berge, wenn das Wetter besser wäre. Auf dem Rückweg entscheiden wir uns für den kürzeren, steilen Weg, der an besonders abschüssigen Stellen mit Seilen bestückt ist, damit man auf dem rutschigen Matsch etwas zum festhalten hat und nicht ungebremst den Berg runtersaust. Für diesen Ausflug waren wir im Rahmen eines Museumsbesuchs klamottenmäßig nicht wirklich gut vorbereitet und ich ziehe mein weißes Polohemd lieber aus und stecke es in die Seitentasche der Shorts. Aber es gelingt uns, ohne auszurutschen unten anzukommen und mit 25 Minuten ging das deutlich schneller, als der Aufstieg auf dem längeren Weg. Glücklicherweise gibt es am Ende des Weges einen Bach, in dem wir Schuhe, Füße und Beine waschen können, so dass wir, wieder sauber, uns anschließend vom Taxi direkt zur Eisdiele gegenüber der Marina fahren lassen können.

Christine und ich setzen uns dann wieder ins Taxi und fahren zu Cell City, dem Laden, in dem Handies repariert werden können. Aber leider nicht mein iPhone. Dem Burschen kommen fast die Tränen, als er gestehen muss, dass sie das Ding nun doch nicht gefixed kriegen. Anstandslos bekomme ich den vollen Rechnungsbetrag, den ich schon gezahlt hatte, zurückerstattet. Bin etwas frustriert, denn ich hatte schon damit gerechnet, dass das Ding nun wieder funktioniert. Nun hadere ich mit mir, ob ich hier ein neues iPhone 5s kaufen soll, was derzeit in Promotion bei Blue Sky etwa 150 Euro mehr kostet, als z Hause. Außerdem hätte ich eigentlich lieber wieder ein 4er, dann würde auch mein wasserdichtes case noch passen. Aber das bekommen wir hier nicht.

Zum Abendessen sind wir auf die Felice eingeladen, wo heute Lammkeule auf der Speisekarte steht. Wolfgang kocht und das Essen schmeckt ganz hervorragend. Das Fleisch ist butterweich und die Sauce ausgesprochen gut gelungen. Die Vorbereitung hat aber auch ein paar Stunden gedauert.

 

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Ausgehfein in black and white (gestern Abend)

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Ehemaliges Wohnhaus Robert Louis Stevensons, des Autors u.a. der Schatzinsel und Jekyll and Hyde. Heute ein tolles Museum

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Das Haus ist riesig groß mit vielen Räumen und unendlich viel Platz. Wir sind erstaunt, wie feudal man hier mit entsprechendem finanziellen Background auch gegen Ende des 19. Jahrhunderts schon gelebt hat

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Unsere ausgesprochen nette und charmante Museumsführerin erzählt viele interessante Dinge aus Stevensons Leben

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Schreibtisch des Autors. Überwiegend hat er aber im Bett geschrieben, denn er hatte Tuberkulose und lag oft danieder. Gestorben ist er dann aber an einem Schlaganfall

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Grab Stevensons auf der Spitze des Berges neben seinem Anwesen. Für den Aufstieg auf schmalem und glitschigen Pfad brauchen wir eine Stunde, runter geht es etwas schneller auf dem steileren und kürzeren Weg

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Von hier oben hat man einen schönen Blick auf den Hafen. Unsere Boote liegen ziemlich genau in Bildmitte (etwas links unterhalb davon). Noch schöner wäre es, wenn die Sicht besser wäre

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Nicht zu vergleichen mit dem Berg auf Bora Bora, aber dafür, dass wir eigentlich nur auf einen Museumsbesuch eingestellt waren, anspruchsvoll genug

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Das iPhone ist nicht zu reparieren und es regnet in Strömen. Könnte man ja fast schlechte Laune kriegen, die aber sofort wieder verfliegt, wenn man diese lustige Truppe auf der Ladefläche sieht, die sich köstlich amüsiert, als sie sehen, dass ich die Kamera raushole

Donnerstag, 29. Mai 2014

Cultural Village

Donnerstag, 29. Mai 2014, Apia, Samoa, überwältigende Eindrücke vom Samoa Cultural Village

Gegenüber der Marina gibt es eine Eisdiele, wo man sich mit Laptop hinsetzen und für 4 Euro pro Stunde ein relativ schnelles WLAN nutzen kann. Bis zum Schiff langt die Reichweite aber leider nicht. So kamen also gestern Abend mal wieder Bilder ins Netz. Außerdem schmeckt das Eis dort hervorragend und die Bedienung ist sehr freundlich. Gestern haben wir jeder 2 Stunden verbraten und da war es schon 20 Uhr, Schließenszeit, so dass wir gar nicht unseren gesamten Bedarf abdecken konnten.

Heute nach dem Frühstück und der Funkrunde (AA heute auf Suwarrow eingetroffen, derzeit 3 Boote dort) machen wir uns zu Fuß auf in die Stadt, um rechtzeitig zum Programm des Cultural Village einzutreffen, dass um halb Elf beginnen soll. Auf einer großen Wiese hinter dem Tourismuszentrum sind verschiedene Hütten, eine kleine Bühne und so etwas wie eine Tribüne aufgebaut. Alles dient dazu, eine gute Plattform zu bilden, um in zweieinhalb Stunden das kulturelle Erbe Samoas vorzuführen. Die Show ist perfekt inszeniert und kostet nichts. Es sind vielleicht 20 oder 25 Zuschauer dort. Der „Conferencier“ macht seinen Job mehr als gut. Der Bursche hat enormes Charisma, sprüht vor Energie, ist in Englisch (nicht seine Muttersprache) ausgesprochen eloquent und nimmt seine Aufgabe mit begeisternswerter Inbrunst wahr. Wir sind schier von den Socken. In keiner Weise hatten wir mit einer derart kurzweiligen, schönen, informativen, aktionsreichen, witzigen, musikalischen und tänzerischen Darbietung auf diesem hohen Niveau gerechnet.

Alles ist perfekt choreografiert, auch wenn die einzelnen Aktionen natürlich sehr simpel sind. Die Entstehung eines Erdofenfeuers wird vorgeführt nebst einwickeln eines Thunfischs in Palmblätter, dann folgen verschiedene Darbietungen über die traditionelle Nutzung der Kokosnuss, vom Klettern auf eine 20 m Palme (der Bursche ist in 10 Sekunden oben, so schnell kriege ich die Kamera gar nicht aktiviert, denn das hätte ich gern gefilmt), dem Abschälen des Basts, dem Öffnen der Nuss mit einem kleinen Stein (zweimal anklopfen, dann bricht die Nuss auseinander!) bis zum Auswringen der Kopra zu Kokosmilch. Der Bursche, der das vorführt, hat einen unglaublichen Humor drauf („und wenn wir keine Lust zu dieser ganzen Action haben, gehen wir zu McDonalds“, den es hier tatsächlich gibt). Feuermachen mit zwei Holzstöcken geht schneller, als man glaubt und mit dem entzündeten Kokosbast führen die „Kollegen“ dann einen Feuertanz vor.

Neben Gesang und Tanz, wobei die Live-Musik über eine ordentliche PA verstärkt wird, sehen wir auch die Herstellung traditionellen Stoffs aus Baumrinde. Aus der Rinde eines 2 cm durchmessenden, etwa 1 Meter langen Stocks entsteht durch Schaben und Klopfen in relativ kurzer Zeit ein Tuch von vielleicht 40 cm Breite. Während die alte Dame daran arbeitet, erzählt unser „Showmaster“ über die Hierarchie in den Familien. Chief wird derjenige, der von der Familie gewählt wird, und gewählt wird derjenige, der im Laufe seines Lebens der Familie die größten Dienste erwiesen hat, egal, ob Mann oder Frau. Bei der Abstimmung muss jeder begründen, warum er für oder gegen jemanden ist. Dem Familienoberhaupt, das also nicht unbedingt das älteste Familienmitglied ist, gebührt in den Fales (Dächer getragen von Baumstämmen, an der Seite offen) immer der Platz vor dem Stamm in der Mitte der Längsseite und niemand sonst würde sich dort hinsetzen.

Ein besonderer Höhepunkt ist auch eine Tattoo-Session, die wir anschauen können. Dort ist das Fotografieren untersagt. Wie wir heute erfahren, soll die Wiege des Tätowierens hier auf Samoa liegen. Das Design des Tattoos bestimmt der Künstler, nicht der zu Tätowierende. Diese großflächigen Tattos, über die Hälfte des Oberkörpers und der gesamten Beine, ausschließlich in schwarzer Farbe, benötigen 12 Sitzungen a 3 Stunden und sind offfenbar äußerst schmerzhaft. Sie werden nicht elektrisch, sondern manuell ausgeführt. Wenn jemand sich dazu entschließt (was in Samoa etwa 5 Prozent der Männer tun), muss er die ganze Prozedur durchziehen, wenn er nicht Schande über sich und seine ganze Sippe bringen will. Die Familie unterstützt den jungen Mann dabei sowohl finanziell (kostet etwa 1700 Euro) wie auch moralisch. Unser Moderator berichtet, als er seine erste Sitzung hinter sich hatte, habe er geglaubt, den größten Fehler seines Lebens gemacht zu haben, weil er noch 11 weitere peinvolle Sessions vor sich hatte.

Es ist eigentlich unglaublich, welch großen Aufwand die Tourismusbehörde betreibt, um Samoa in phantastischer Weise seinen Besuchern nahezubringen. Die Veranstaltung endet damit, dass alle noch ein traditionelles Mittagessen bekommen (aus dem Erdofen). In diesem Licht ist es noch unverständlicher, wie sich solche Scheusale im Customs Office halten können, denn die konterkarieren doch in extremer Weise die supertollen Bemühungen an anderer Stelle.

Anschließend noch ein kleiner Stadtbummel. Für Christines iPhone kaufen wir eine SIM Karte mit Datenvolumen, sind später aber enttäuscht über die langsame performance und dass wir den persönlichen Hotspot, der eingerichtet ist, nicht mit Laptop, eigener WLAN Antenne oder iPad verbunden kriegen. Ärgerlich.

Am Abend gehen wir mit Conny und Wolfgang Pizzaessen. Wir sitzen in einem wunderschönen Garten und sind ganz begeistert von der Tai Chicken Pizza, die ziemlich würzig und für uns in Sachen Pizza etwas ganz Neues ist.

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Die Kathedrale ist noch eine Großbaustelle, wie wir sehen, als wir hineinschauen (Bilder unten)

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Über dem Haupteingang wird noch das Kreuz angemalt

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Und da soll am Samstag, d.h. in 2 Tagen, der erste Gottesdienst stattfinden? Jedenfalls sind die Leute emsig bei der Sache

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Supermarkt in der Stadt

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Auf dem Markt im Stadtzentrum

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Eine ganze Bananenstaude mit etwa hundert Bananen für nicht mal 3 Euro

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Hinter den Verkaufsständen sitzt meistens die ganze Sippe. Einer arbeitet, die anderen unterstützen (moralisch?), jedenfalls sieht das für uns so aus

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Vorbereitung des Erdofenessens. Dies ist die erste der vielen Vorführungen im Rahmen der Vorführungen des Cultural Village

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Ein Thunfisch wird eingewickelt

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Verschiedene Speisen kommen in verschiedenen Lagen auf den “Scheiterhaufen”

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Alles erfolgt im Teamwork und in Windeseile

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Dieser “Conferencier” ist ein beeindruckender Typ. Eloquent, charismatisch und voller Begeisterung bei der Sache. Jede Tourismusbehörde der Welt könnte sich über so starke Vertreter der Verbreitung einer traditionellen Botschaft freuen

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Unglaublich, wie schnell es geht, bis es glimmt

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Hier wird die Kopra geraspelt. Ganz traditionell mit einem Holzscheit, aber blitzschnell

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Für die Damen gibt es diesen Haarkranz, der frisch angefertigt ist

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Rauf in die Palme wie ein Eichhörnchen

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Aus diesem Stück Rinde wird später das Tuch, das auf den unteren Bildern zu sehen ist

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Und dann noch ein gratis Mittagessen mit Thunfisch und Gemüse, serviert in Palmblättern

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Mittwoch, 28. Mai 2014

Fotos Suwarrow geladen

Mittwoch, 28. Mai 2014, Apia, Samoa, Einklarieren, große Wäsche, Stadtbesichtigung, Totos Suwarrow hochgeladen

So eine ruhige und angenehme Nacht hatten wir lange nicht. Das Boot liegt ruhig wie angeschraubt und die Temperaturen sind angenehm, morgens beim Aufwachen ist es mit 26 Grad um 3 Grad kühler als zuletzt in Suwarrow und während der Überfahrt. Wir schlafen wie die Bären.

Es gibt einiges zu tun. Für mich den Wassermacher spülen, weil er nun für die Zeit hier im relativ erdigen Hafenwasser stillgelegt wird und jede Menge anderen Kleinkram. Christine geht mit den Felices zum Waschsalon mit einem großen Berg Wäsche. Im Laufe des Vormittags kommt dann noch mal eine Lady vom Gesundheitsamt (offenbar hatte der Typ von Gestern seine Arbeit bei uns nicht im Computer registriert, also füllen wir den Zettel noch einmal aus) und etwas später dann auch zwei Officers vom Zoll.

Wir sind relativ relaxed, zumal gerade Herr Schreiber, der deutsche Honorarkonsul, zu Besuch bei den Felices ist und meinte, das träfe sich ja gut, wenn es Probleme gäbe, sei er ja gleich zur Hand. Aber es gibt keine Probleme, vielleicht abgesehen davon, dass die beiden Zollbeamten die griesgrämigsten Behördentypen sind, die uns je begegneten. Schon die Gesichtszüge zeigen Unwillen, Unfreundlichkeit, Desinteresse und Lustlosigkeit. Schließlich akzeptieren sie aber alle unsere Unterlagen und wir sind einklariert. Als wir dann zu einem Schwätzchen wieder auf die Felice rübergehen, die direkt neben uns liegt und bei denen immer noch unser "Herr Konsul" im Cockpit sitzt, erfahren wir, dass die ganze Zollbehörde offenbar ein ziemlich desaströser Haufen ist, was offenbar an der Chefin liegt, die zu jung und unerfahren, vielleicht überfordert ist, aber jedenfalls keinerlei Führungskompetenz zu besitzen scheint. Wie uns Arne Schreiber erst heute mitteilte, hätte sie ihm Gestern, als er mit der Dame den Felice Case verhandelt hatte, abschließend gesagt, sie könnten froh sein, dass sie heute ihren guten Tag habe, sonst säßen Conny und Wolfgang jetzt im Knast. Ist doch unvorstellbar. Herr Schreiber wird den Case im Ministerium jedenfalls zur Sprache bringen. Wir haben überhaupt nicht den Eindruck, dass diese miese Truppe auch nur im Entferntesten den Gemütszustand der Samoaner widerspiegelt, denn alle anderen sind ausgesprochen nett und freundlich.

Die Immigration kommt nicht zu uns an Bord, also fahren wir mit dem Taxi hin. Ist nicht weit, aber Taxifahren ist billig. Der Ride in die Statt kostet 5 Tala, also etwa 1,70 Euro. Auch dort müssen wir wieder einige Zettel vollschreiben, aber dann ist die Behördenabwicklung erledigt.

Anschließend Stadtbummel. Wir sind überrascht, wie städtisch Apia ist. Die über 60.000 Einwohner zählende Stadt ist eine richtige City mit schönen Geschäften, und guter Infrastruktur, allerdings unzureichenden Supermärkten mit schwachen Sortimenten, die bei weitem nicht dem Standard von Französisch Polynesien entsprechen. Weil wir von Herrn Schreiber einen guten Tip bekommen hatten, suchen wir einen kleinen Shop namens Cell-City auf, die darauf spezialisiert sind, Handies zu reparieren. Wir finden den Laden und ich präsentiere mein defektes iPhone. Dauert zwei Tage, kostet 40 Euro, ist aber zu machen. Bezahlung jetzt und sofort. Wenn es dann wieder funktioniert, berappe ich das ja gerne. Bin sehr gespannt. Wäre natürlich die beste aller Möglichkeiten. Im Tourist-Office informieren wir uns dann über die Möglichkeiten auf den beiden Inseln Upolu und Savaii und bekommen reichlich Möglichkeiten aufgezählt. Wir wollen uns zusammen mit den Felices für ein paar Tage ein Auto mieten und beide Inseln umrunden, wohl aber erst in der kommenden Woche, denn jetzt am Wochenende finden die großen Unabhängigkeitsfeierlichkeiten statt. Wir sind offenbar genau zum richtigen Zeitpunkt hier angekommen. Schon jetzt gefällt es uns ausgezeichnet hier und wir werden sicherlich ein starkes Besichtigungsprogramm abfahren.

Seit heute gibt es Fotos von den letzten beiden Wochen bis Suwarrow im Blog. Sie sind zeitnah zu den Texten eingestellt. Wer interessiert ist, muss also bis zum 14. Mai zurückblättern.

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Fotos Suwarrow bis Samoa

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Noch ein Nachtragsphoto von Suwarrow, aufgenommen von der Felice Crew. Hier landen wir auf der größten der Seven Islands an, wo wir die vielen Kokoskrabben sehen. Da wir 40 Minuten gegen die Wellen fahren müssen, haben wir uns wohlweislich mit den Regencapes gegen Spritzwasser geschützt

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Anchorage Island beim Auslaufen, photographiert aus dem Pass. Links im Bild das nunmehr schon kleine Ankerfeld der ARC Boote

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Ziemlich dicht unter der Wasseroberfläche liegendes Riff in der Einfahrt von Suwarrow, das wir in geringem Abstand passieren

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Diese Tölpel haben es auf unseren Angel-Köder abgesehen, der 60 Meter hinter dem Schiff nachgeschleppt wird. Da wir Angst haben, dass sich ein Vogel darin verfangen könnte, nehmen wir ihn wieder ein für ein paar Stunden. Auch auf dieser Überfahrt fangen wir nichts. An zwei Tagen war uns ohnehin nicht nach fischen, aber auch in der restlichen Zeit hatten wir kein Glück. Die Felice hat immerhin einen schönen Gelbfinnenthunfisch gefangen.

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Am ersten Tag der Überfahrt von Suwarrow nach Samoa haben wir noch schönstes Wetter, so dass wir erstmals auf See die Hängematte unter dem Geräteträger aufgespannt haben

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Scheißwetter mit Squalls, Regen und extremen Winddrehungen am letzten Tag der Überfahrt

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Diese Kursänderungen spiegeln die vielen Winddrehungen wider, mit denen wir zu kämpfen haben. Am ärgsten erwischt es uns am letzten Tag, Bild rechts, in der Mitte zu sehen. Der Wind dreht von Ost  über Nord zunächst auf Nordwest, etwas später dann weiter bis auf Südwest, aber da haben wir schon die Maschine angeschmissen.

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Wir bekommen die Berge Samoas wegen des trüben Wetters erst spät in Sicht

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Wir laufen in den Hafen von Apia ein. Im Hintergrund links die neu erbaute Kathedrale, die in dieser Woche am Samstag eingeweiht werden soll. Foto Felice.

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Unser Liegeplatz in der zur Hälfte zerstörten und nicht wieder aufgebauten Marina von Apia. Wir liegen unmittelbar neben der Felice. Wasser gibt es auf dem Steg, aber die Stromanschlüsse sind out of order (was uns relativ egal ist, denn Strom können wir meistens selbst genug produzieren)

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Im Immigration Office in der Stadt müssen wir nicht sehr lange warten, aber lange Zettel ausfüllen

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Modernes Stadtambiente. Viele Männer tragen lange Wickelröcke. Auch die Zollbeamten tragen solche Röcke (allerdings in blau) als Teil ihrer Uniform

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Noch immer eine Baustelle. Die Arbeiter werden sich ganz schön ranhalten müssen, um alles bis zur Einweihungsfeier am Samstag fertigzubekommen. Wir werden wohl auch hingehen und sind schon gespannt, ob der lose Erdhaufen vor dem Eingang dann schon ein Pflaster bekommen hat und die Bretterzäune entfernt sind

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Dienstag, 27. Mai 2014

Ankunft Samoa

Montag, 26. Mai = Dienstag 27. Mai 2014, Datumssprung, Ankunft Samoa nach 74 Meilen, Scheißwetter und Probleme mit dem Einklarieren

Dieses Wetter hat immer wieder noch etwas Besonderes zu bieten, leider auf der negativen Seite. Wir waren schon ganz guter Dinge, nun doch ziemlich flott vorwärts zu kommen und gegen Mittag einlaufen zu können, als wir um 0830 plötzlich feststellen, dass wir Kurs Süd-Ost fahren, und damit kommen wir definitiv nicht zum Ziel. Der Wind hat mal eben um 180 Grad gedreht und die Hydrovane steuert uns dementsprechend. Kann ja nur heißen, Segel einnehmen, Maschine an. Nun haben wir Gegenwind mit 20 Knoten und es baut sich eine extrem kabbelige See auf. Dünung aus Südost, Wind aus West. Wir kriechen mit 2 Knoten dahin. Außerdem schüttet es wie aus Eimern.

Die Stimmung wird auch nicht durch die email der Felice gehoben, von denen ich seit 3 Uhr in der Nacht weiß, dass sie Probleme mit dem Zoll bei der Einklarierung haben. Die wollen nicht den rosa Durchschlag der Zolldokumente akzeptieren, den sie von Bora Bora aus mitbekommen haben. Und dann kein Internet zur Verfügung! Heute soll es ein Gespräch mit dem Zollchef geben. Wenn es dumm läuft, müssen sie gleich wieder auslaufen. Und das ganz Blöde ist: Wir haben auch nur so einen rosa Zettel der Gendarmerie in Bora Bora. Könnte uns also das gleiche blühen.

Thomas hatte offenbar schon auf der website der Felice gelesen, in welchen troubles sie stecken und uns morgens um 7 einige SMS mit Adressen und Telefonnummern von Honorarkonsul und Trans Ocean Vertretung aufs Iridium geschickt. Supertoll mitgedacht, Thomas, und gerade rechtzeitig. Ganz herzlichen Dank. Um 9 in unserer Funkrunde konnte ich diese Informationen schon an die Felice weitergeben, auch wenn die African Affair als Relaisstation dafür herhalten musste. Ist doch interessant bei der Kurzwellenfunkerei: Die AA, mehr als 1000 km entfernt, konnte ich auf 12185 khz besser verstehen als die Felice, nur 50 km weit weg.

Nun haben wir also erstmal die Schnauze gestrichen voll von der Seefahrt bei diesem Wetter und dann kommt so ein Bürokratenmist auf einen zu. Ich bin ja zuversichtlich, dass wir die Burschen überzeugen können, aber ein angenehmes Gefühl ist das nicht, so lange man nicht sicher weiß, ob es klappt.

Wir fahren unter Maschine auf der Nordseite Samoas dahin. Um 1145 kommen die ersten Berge unter der schmutziggrauen Wolkendecke und durch den Dunst hindurch in Sicht. Wir sind schon 9 sm dran. Nix mit der Hoffnung, diese Winddrehung auf Südwest, aus der er nun mit 12 Kn weht, wäre etwa nur von kurzer Dauer. Um 16 Uhr laufen wir in den Hafen von Apia auf der Insel Opolu ein und werden am Steg der Marina schon von Conny und Wolfgang im Empfang genommen, die unsere Leinen annehmen. Die Marina war noch ziemlich neu, als sie im Jahr 2012 durch einen Hurricane weitgehend zerstört wurde. Jetzt ist nur noch ein Teil der Steganlagen nutzbar und die Marinagebäude gibt es gar nicht mehr.

Wir haben gerade festgemacht, als der deutsche Honorarkonsul Arne Schreiber auftaucht. Conny hatte ihm eine email geschrieben und um Unterstützung gebeten, die prompt erfolgt. Während wir unser Boot nicht verlassen dürfen, bis die Gesundheitsbehörde in Form eines etwas übergewichtigen, jungen aber netten Beamten auftaucht und uns die Unbedenklichkeit bescheinigt, trabt Conny in Begleitung des Konsuls zum Customs Office. Als sie später zurückkommt, ist sie für die amtliche Hilfe sehr dankbar, denn es braucht offenbar schon das ganze Gewicht der Diplomatie und schwere Geschütze ("dann wollen wir mit Ihrem Chef sprechen und notfalls werden wir uns auch an den Präsidenten von Samoa wenden"), um die Zoll-Lady, die da solchen Stress macht, zum Einlenken zu bewegen. Wollte die doch den Beiden allen Ernstes unterstellen, sie hätten die Papiere gefälscht, inclusive der Ausreisestempel von Französisch Polynesien in ihren Reisepässen. Wir hoffen, dass wir morgen diesen Ärger nicht haben werden. Zumindest sind wir schon mal angekündigt als befreundetes österreichisches Boot, auch mit "rosa Zettel".

Am Abend besorgen wir erst mal Cash aus einem Geldautomaten, dann gehen wir in Sichtweite unserer Boote in einem Hafenrestaurant essen. Und zwar supergut! Die Steaks von Rind (Felice) und Thunfisch (Gipsy) sind riesig und erstklassig, die Bedienung aufmerksam und freundlich. Und am Ende halb so teuer wie in Bora Bora.

Da wir hier 20 Längengrade weiter westlich sind als in Bora Bora, müssen wir die Zeit natürlich zurückstellen, und zwar um eine Stunde. Aber nicht nur das, denn zwischen American Samoa und West-Samoa verläuft auch die Datumsgrenze, so dass wir hier nicht mehr Montag, den 26., sondern schon Dienstag, den 27. Mai haben. Ein Tag geklaut, sozusagen. Wir sind nun also nicht mehr 12 Stunden hinter, sondern 11 Stunden vor der Mitteleuropäischen Sommerzeit (UTC +13 anstelle von UTC -10). Wegen der engen Anbindung an Neuseeland hatte Samoa diese Zeitzonenzugehörigkeit erst 2011 geändert, denn rein geographisch gehörte dieses Gebiet eigentlich noch nach UTC -11.

Internet werden wir hier an Bord wohl keines haben, aber es soll in einer Eisdiele in der Nähe die Möglichkeit bestehen, sich einzukaufen. Dort werde ich in den nächsten Tagen versuchen, die Fotos der vergangenen 2 Wochen hochzuladen.

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