Samstag, 7. April 2012

Karfreitag, 6. April 2012, von Isleta Marina nach Palominos

Karfreitag, 6. April 2012, von Isleta Marina nach Palominos

Weil wir damit rechnen, dass es heute am Feiertag vor Palominos voll werden wird, fahren wir schon vor dem Frühstück los, was eine große Ausnahme für uns ist. Hier bei der Isleta Marina sind wir zwar dicht bei der Stadt, aber das Wasser ist dunkelgrün bis braun und ziemlich trübe, weil ein naher gelegener Fluss jede Menge Erde in die See spült.

Aber nach Palominos ist es schließlich nicht weit und als wir an dem uns schon bekannten Platz ankommen, haben wir sogar noch eine kleine Auswahl bei den Mooringbojen. Kurze Zeit später sind aber alle belegt und die freien Flecken dazwischen und rundherum überwiegend mit Motorbooten belegt. An diesem Platz, wo vor einer Woche am Abend gerade mal noch 5 Boote waren, liegen jetzt 70 Yachten vor Anker. Die meisten sind auch heute Tagesgäste, die schnorchelnd, schwimmend, grillend ihren Tag im Wasser, am Strand oder an Bord verbringen. Von allen Seiten hören wir lateinamerikanische Musik, die sich gerade noch in erträglicher Lautstärke für uns hält – weil wir halt ein paar Meter weg sind. Auf den "Musik-Booten" können die wahrscheinlich ihr eigenes Wort nicht verstehen.

Als wir zum Sundowner zur Insel hinüberfahren, weist uns ein freundlicher Bediensteter des Conquistador darauf hin, dass wir gerne den Strand benutzen dürfen, allerdings nicht die Anlagen dahinter. Also kein Sundowner heute. Wir haben Verständnis, denn wenn hier alle Bootsbesatzungen (und auf vielen der kleinen Boote sind 10 Mann an Bord) die hoteleigenen Strandbars stürmen würden, müßten die Hotelgäste sicher zu lange warten.

 

 06a motorboote vor palominos

Trotz des Schwells legen sich viele Motorboote ins Päckchen

06b karfreitag ist die hoelle los

Vor Palominos ist am Karfreitag die Hölle los. Halb Puerto Rico scheint auf dem Wasser zu sein

06c pizzaboot vor anker

Um 14 Uhr taucht dieses Pizzaboot auf. Die produzieren dort tatsächlich frisch …

06d pizzaexpress unterwegs

… und liefern diese dann mit eigenem Express-Service im Ankerfeld aus

06e pizza an bord

Weil die Jungs aber ausschließlich spanisch sprechen, mache ich auf Selbstabholer und bin tatsächlich der erste, der eine Pizza bekommt. Allerdings ist der Andrang dort deutlich geringer, als wir angenommen hatten, denn fast alle Einheimischen grillen auf ihren Booten und haben entsprechend geringen Bedarf an Gastro-Essen. Wie auch immer, die 38 cm Pizza für 23 Dollar schmeckt klasse und reicht uns beiden für Mittag- und Abendessen. Gelobt sei die Microwelle.

06f schlange vor der faehre

Auch das Conquistador Hotel ist über Ostern offenbar so gut belegt, dass die Gäste am späten Nachmittag Schlange stehen, um auf die Shuttle-Fähren zu kommen, die sie wieder in ihr Resort bringen

Freitag, 6. April 2012

Donnerstag, 5. April 2012, Isleta Marina, zu Fuß durch Fajardo

Donnerstag, 5. April 2012, Isleta Marina, zu Fuß durch Fajardo

Hinter der Doppelinsel der Isleta Marina haben wir die Nacht relativ ruhig verbracht. Am späten Vormittag fahren wir mit dem Beiboot an Land und kommen sogar trocken an. Das Dinghydock ist eine ausrangierte Pier und verlangt etwas Balancegefühl, um heil an Land zu kommen. Es sind etwa 2,5 Kilometer bis in den Stadtkern von Fajordo, wie wir aus Google Earth ermittelt haben, also etwa eine halbe Stunde Fußmarsch.

Wir schauen uns den Ort an, essen mexikanisch zu Mittag und gönnen uns später noch Kaffee und Kuchen in einer Bäckerei, an der wir schon auf dem Hinweg vorbeigekommen waren und die so gar nichts amerikanisches hat, sondern eher europäischen Zuschnitts ist, was sich am Ambiente und der Qualität der angebotenen Produkte festmachen lässt.

05a alles vergittert

Die Angst vor Einbrüchen scheint groß zu sein in Fajardo. Jedenfalls sind fast alle Häuser so vergittert, wie diese hier

05b im zentrum von fajordo

Einkaufszone in Fajardo. Die Häuserfronten sind auch hier karibisch bunt

 05c kirche in fajardo

Kirche im Stadtzentrum von Fajardo mit kleiner Parkanlage

05d alcalderia fajardo

Gemeindeamt im Stadtkern. Alle drei Bilder oben, die Uhren zeigen, wurden übrigens ungefähr zur selben Zeit augenommen. Nicht eine zeigt die richtige Uhrzeit an, wobei die Kirchenuhr nur etwa eine Viertelstunde daneben liegt

05e springbrunnen u barcelos denkmal

Springbrunnen und Barcelo Denkmal

05f lehrmaterial

In einem Laden, in dem Schreibmaterialien und Schulbedarf verkauft verkauft werden, gibt es eine große Auswahl an Lehrmaterial in dieser Form. Die Palette deckt alle Wissensgebiete ab von Internet über Biologie bis Mathematik

05g bruechige dinghipier in puerto real

Das abenteuerliche Dinghydock in Puerto Real. Der kleine Heckanker hat unser Gummiboot tatsächlich gut von der Pier ferngehalten. Die Wellen, die hier bis zu einem halben Meter hoch werden, hätten das Boot sonst nämlich leicht unter die Reste dieser Pier drücken können und das hätte wahrscheinlich zur Konsequenz gehabt, dass wir unseren Motor mit ein paar Gummifetzen daran vom Grund hätten aufklauben müssen

05h local boys am wrack

“Spielwiese” für ein paar Jugendliche. Eines der zahlreichen Wracks, die hier vor Isleta Marina auf Grund liegen

05i riff vor isleta marina

Dieses Riff schützt unseren Ankerplatz nach Osten vor größeren Wellen

05j gipsy vor puerto real im gegenlicht

Die Gipsy IIII am Ankerplatz hinter der Isleta Marina/Cayo Obispo. Das pinkfarbene Haus im Hintergrund ist die Zollbehörde von Puerto Real. Dort fahren auch die Fähren nach Culebra und Vieques ab

 

 

Mittwoch, 4. April 2012, von Cayo Icacos nach Isleta Marina

Das Wasser ist klarer heute, als gestern und es weht fast kein Wind. Wir bleiben den ganzen Tag an Bord und beschäftigen uns überwiegend mit administrativen Aufgaben (die einem auch nicht davon laufen, wenn man auf einem Boot unterwegs ist), was ganz gut geht, da wir mit der T-Mobile-USA-SIM-Karte und G3 einen halbwegs ordentlichen Internet-Empfang haben. Mit dem Laptop im Cockpit ist auch eine längere PC-Session kein Problem.

Am Nachmittag legt sich die July Indian neben uns vor Anker, die wir schon von Grenada kennen und zuletzt auf Culebra gesehen hatten. Um 17 Uhr entschließen wir uns dann doch, ankerauf zu gehen, weil für die Nacht starker Schwell aus Norden angesagt ist und da wird es an diesem Platz sicher sehr sehr rollig. Eine dreiviertel Stunde später liegen wir wieder südlich der Isleta Marina und hoffen, dass es hier besser sein wird mit dem Seegang heute Nacht.

 

04b laptop im cockpit

Endlich wieder brauchbares Internet. Der Laptop steht den ganzen Tag auf dem Cockpittisch und kriegt keine Ruhe

04a am anker vor icacos

Blick auf den Strand von Cayo Icacos. Noch ist die Reflexionsfolie auf dem vorderen Decksluk frisch und unzerkratzt. Wir sind gespannt, wie sich dieser Sonnenschutz bewähren wird

Mittwoch, 4. April 2012

Dienstag, 3. April 2012, von Isleta Marina nach Cayo Icacos

Dienstag, 3. April 2012, von Isleta Marina nach Cayo Icacos

Uns zieht es doch noch nicht in die Marina, sondern lieber nochmal zu den Cordilleras, die kleine Riff- und Inselkette, die sich von der Nordostecke Puerto Ricos 12 Meilen nach Südosten erstreckt. Alles kleine Felsen oder unbewohnte Eilande. Heute fahren wir zu der nordwestlichsten, das sind nur 3,5 Meilen. Wunderschönes Segeln bei 8 Knoten Wind und null Seegang, halt wie auf dem Bodensee.

Tagsüber liegen ein paar Motorboote hier am Strand, gegen Abend verziehen diese sich aber wieder und außer uns ist nur noch eine puertoricanische Familie auf ihrem kleinen Segelboot hier. Dieser Ankerplatz kann sehr rollig werden, aber heute ist es ausgesprochen ruhig.

Den Tag vertreiben wir uns mit Schnorcheln, Strandwandern und ein paar Arbeiten am Boot (Montage einer 12 Volt Steckdose und Anbringen einer Reflexionsfolie auf dem vorderen großen Decksluk). Am Abend sehen wir in einiger Entfernung immer wieder eine Seekuh auftauchen, die hier Manati genannt werden. Wir haben neulich schon mal eine aus größerer Nähe gesehen, als wir in der Marina Puerto Del Rey waren. Unsichtiges Wasser scheint diese vom Aussterben bedrohten Tiere, die bis 4 Meter lang werden können, nicht zu stören, ebenso wenig wie Delfine, von denen wir einige bei der Einfahrt in die Sunbay Marina gesehen hatten.

 

03a isleta marina u condos 

Die kleine Insel Cayo Obispo mit der Isleta Marina und dem Apartement-Komplex. Es gibt sogar eine Werft mit Trockendock hier

03b faehre isleta n fajardo

Diese kleine Fähre fährt im Shuttlebetrieb mehrmals stündlich die 0,7 Seemeilen bis zur Mole der Stadt Fajardo

03c hochhaueser in fajardo

Hochhäuser in Fajardo mit sicherlich guter Fernsicht zu den Spanish Virgin Islands

03d bunte haueser am berg

Hotel- oder Ferienanlagen im Nordosten von Puerto Rico

03e hotelanlage conquistador

Eine der feineren Adressen. Das Conquistador Resort hat die Insel Palominos gemietet, weil sie hier beim Hotel keinen eigenen Strand haben. Die Gäste werden mit zwei großen Katamaranfähren hinübergeshuttled

03f anchorage vor cayo icacos

Ankerplatz vor Cayo Icacos, die nordwestlichste Insel der Cordilleras

Montag, 2. April 2012, vor Isleta Marina, Erkundungstour mit Leihwagen

Montag, 2. April 2012, vor Isleta Marina, Erkundungstour mit Leihwagen

Mit dem Dinghy zur Isleta Marina, von dort mit der Mini-Fähre aufs "Festland", nachdem wir zuvor die Tagestickets für 5 Dollar pro Person gekauft hatten. Mit diesen Tickets dürften wir auch die Sanitäranlagen auf Cayo Obispo nutzen, aber da wir sowieso den ganzen Tag unterwegs sind, haben wir außer dem ride an Land nichts davon.

Als Leihwagen bekommen wir eine ziemlich alte Kiste mit über 100.000 Kilometern (oder Meilen) auf dem Buckel. Zerkratzt ohne Ende, dennoch wollen die Vermieter einen Check vorm losfahren. Automatik und Klimaanlage ist inclusive, eine Zentralverriegelung gibt es hingegen nicht (dass es das überhaupt noch gibt?). Zuerst fahren wir zur Marina Puerto Del Rey, dem größten Yachthafen in der Karibik überhaupt. Hier gibt es 1200 Liegeplätze, die überwiegend von Motoryachten belegt sind. Sie würde uns etwas besser gefallen als die Sunbay Marina hier in Fajardo, aber sie ist etwas ab vom Schuss und jenseits von Gut und Böse was die Preise angeht. Für einen Monat 1500 Dollar, tageweise kostet es pro Rata noch 30% mehr. Das scheint uns denn doch zu viel.

Dann geht es in die andere Richtung, nach Norden. Entlang des Highways gibt es nach amerikanischer Art jede Menge Einkaufszentren. Wir sind zunächst auf der Suche nach einer Prepaid SIM-Karte mit Internetzugang für das iPhone. Na, das ist eine Prozedur. Die meisten der Verkäufer in den shops haben keine Ahnung, was es bei ihnen alles gibt. Nach 2 Stunden und 4 Geschäften haben wir dann endlich so ein kleines Ding. Bis die nette Dame in dem Laden aber dann herauskriegt, mit welcher APN und welchem Codeword wir das iPhone füttern müssen, damit die Daten auch fließen, geht nochmal fast eine halbe Stunde ins Land.

In Luquillo setzen wir uns an den Strand und telefonieren erstmal mit den Indis, die hier ihr Kind zur Welt bringen wollen und schon seit einigen Wochen auf Puerto Rico sind und sich ein Appartement in San Juan genommen haben. Anschließend noch ein Abstecher ins Westmarine (Bootszubehör, große amerikanische Kette. Katalog dreimal so dick wie der von SVB) und in einen Supermarkt. Um sieben geben wir das Auto zurück und schleppen unsere Tragetaschen zum Fähranleger. Gerade als wir die Pier betreten, fährt das Wassertaxi ab. Glücklicherweise müssen wir aber bei dem Pendeldienst nicht lange warten, bis auch wir abgeholt werden.

 

02a am strand von luquillo

Am Strand von Luquillo. Test der neuen SIM Karte im iPhone

 

 

Sonntag, 1. April 2012, von Palominos nach Caya Obispo/Isleta Marina

Kleines Sportprogramm in der Früh. Wir schwimmen die etwa 400 Meter zum Strand mit ziemlich Elan, drehen eine Runde am Strand und schwimmen wieder retour. Bis auf das Servicepersonal der Bar, die schon hergebracht wurden, sind wir die einzigen auf der Insel und haben den Strand ganz für uns alleine.

Gegen Mittag fahren wir die kleine 3 Meilen-Strecke unter Motor und ankern hinter der kleinen Doppel-Insel Caya Obispo. Auf diesem Flecken Erde stehen zwei Hochhäuser mit Appartements, davor ist eine Marina gebaut. Von hier ist es noch eine halbe Meile bis zur Hauptinsel Puerto Rico, die viertelstündlich durch eine Shuttle-Fähre befahren wird.

Wir benutzen heute unser Dinghy, da es die Wellen nicht allzu hoch sind. Wir schauen uns die Sunbay Marina an, in der die Indy schon seit ein paar Wochen liegt und verbinden dies gleich mit einem Gang in den Ort. Viel los ist nicht, sonntägliche Ruhe halt. Wir hatten vorgehabt, ein paar Wochen in dieser Marina zu bleiben aber so ganz sympathisch ist uns das auf Anhieb nicht. Wenig Leben in der Anlage. Die Motorboote gehören sicherlich meistens Einheimischen, die diese wenig bewegen. Segelboote gibt es nicht sehr viele. Das Wasser ist ausgesprochen trüb. Keine Chance, den Wassermacher hier in Betrieb zu lassen.

Bevor wir auf die Gipsy zurückkehren, machen wir noch einen Abstecher zur Isleta Marina. Wir werden gleich nett vom Hafenmeister angesprochen und plaudern etwas mit ihm. Die Marina macht einen etwas heruntergekommenen Eindruck und auch das einzige Lokal, das es hier gibt, wirkt nicht so besonders einladend. Es hat den Charme einer Bahnhofshalle der 60iger Jahre, allerdings klimatisiert und dadurch viel zu kalt. Wir setzen uns vor die Tür und trinken einen Pina Collada. Dann geht es wieder an Bord zurück.

Montag, 2. April 2012

Samstag, 31. März 2012, vor Palominos

Samstag, 31. März 2012, vor Palominos

Von der morgendlichen, ruhigen Idylle verwandelt sich Palominos im Laufe des Nachmittags zu einem Rummelplatz geschäftigen Treibens. Immer mehr Motorboote kommen jetzt am Wochenende als Tagesausflügler hierher und ankern meistens dicht vorm Strand. Man scheint sich zu kennen, denn man legt sich offenbar gern ins Päckchen, d.h. wie die Heringe in der Dose dicht aneinander.

Aber in der Früh ist das alles noch anders. Als wir mit dem Dinghy nach Palominitos rüberfahren, sind wir die einzigen dort. Fast erinnert dieses kleine Eiland an die vielen Bilderwitze über einen Sandhaufen im Ozean mit einer einzigen Palme drauf. Nun, hier gibt es vier Palmen und ein paar Büsche. Aber sonst passt schon fast alles. Auch Palominos, der größeren Insel vor der wir liegen, statten wir nun einen Besuch ab. Anders, als wir im Segelführer gelesen haben, ist der Zutritt zu den Strandfacilities des Resorts nicht den Hotelgästen vorbehalten. Der Zutritt ist frei und man könnte sich sogar ein Badetuch nehmen und die Liegen belegen, von denen hier hunderte herumstehen; die meisten sind nicht besetzt.

Für Badefreuden ist jedenfalls ausreichend gesorgt: Alles wird angeboten, vom Katsegeln über Kanufahren bis Beachvolleyball oder sogar Reiten. Als wir am Abend noch einmal hinüberfahren und in der Bar einen Sundowner bestellen (auf Empfehlung der Bardame trinken wir einen Iguana, den Spezialcocktail des Hauses) erleben wir eine kleine Überraschung. Wir hatten nur Bargeld eingesteckt, aber als wir damit bezahlen wollen, laufen wir auf. Hier werden nämlich nur die Roomcards (Zimmerschlüssel) oder Kreditkarten akzeptiert. Während wir überlegen, ob wir die schon gemixten Drinks zurückgeben oder ich noch mal schnell zum Schiff fahren sollte um eine Kreditkarte zu holen, spricht die Bedienung mit ihrem Chef, was dazu führt, dass wir diesen Sundowner gratis bekommen. Kein Grund zur Beschwerde!

Das Schnorchelerlebnis am frühen Nachmittag gibt nichts her. Wir sind schon sehr verwöhnt, so dass uns das Riff in unserer Nähe nicht so viel zu bieten hat. Allerdings sehen wir, wie eine amerikanische Segelyacht ihre Ankerkette quer über den Korallenbock gezogen hat. Wir können regelrecht live miterleben, wie durch die Bewegung des Bootes die Kette über die Korallen gezogen wird und diese umknickt und abbricht. Also schwimmen wir hin und machen die Jungs darauf aufmerksam. Wir sind ziemlich aufgebracht und erklären ihnen unseren Ärger. Als Segler sollten wir unsere Umwelt erhalten und nicht zerstören. Und außerdem gibt es hier reichlich freie Moorings, also gar kein Grund, den Anker zu benutzen. Erstaunlicherweise bedankt sich die Crew bei uns für den Hinweis und geht anschließend sofort ankerauf. Wir verbuchen das als kleines Erfolgserlebnis, auch wenn wir nicht verstehen können, wie man so ungeschickt ankern kann. Die Korallen sind nämlich von der Wasseroberfläche aus gut zu sehen.

 

 031a muschel in cocusnuss

Am Strand von Palominitos finden wir diese kleine Conch und die halbe Cocusnuss

031b dinghy als liegestuhl auf palominiitos

Man kann tatsächlich ganz gut liegen so. Auf der Mini-Insel Palominitos sind wir ganz allein und auch am Strand von Palominos im Hintergrund ist um diese Zeit noch nicht viel los.

031c chr auf palominitos

Am Strand von Palominitos. Im Hintergrund ist Puerto Rico zu sehen. Die Hochhäuser auf dem unteren Bild stehen auf der kleinen Insel Cayo Obispo, unserem morgigen Ziel

031d chr am strand v palominitos

 

031e kats am stand von palominos

031f sonnenschirm vor palominitos

Palominitos unterm Sonnenschirm

031g zig powerboats am strand

Am Nachmittag liegen mehr als 30 kleine Powerboats vor dem Strand. Am Abend sind alle wieder weg

031h strand v palominos 

031i sundowner am strand

Als wir unseren Sundowner genießen, sind die Hotelgäste schon mit der letzten Fähre um 17 Uhr wieder verschwunden.

 

 

Freitag, 30. März 2012, von Isla Pineros nach Palominos

Das Gewitter in der Nacht hat sich dann doch noch ausgewachsen. Am späten Abend folgen die Blitze im Sekundentakt, die allerdings eher wie Wetterleuchten aussehen und nur in der Ferne von Donnergrollen begleitet sind. Trotzdem ist die Situation leicht gespenstisch. Vor dem Schlafengehen lenze ich noch etwa 40 Liter Wasser aus dem Beiboot.

Am Morgen ist wieder alles ruhig und auch für die kurzen 6 Meilen bis nach Palominos, einer Badeinsel 3,5 Meilen vor der Ostküste von Puerto Rico, haben wir halbwegs brauchbares Wetter. Kaum haben wir allerdings – als erstes Boot heute - an einer der 22 Moorings festgemacht, gehen Regen und Sturm schon wieder los. Der Regen bleibt uns einige Stunden erhalten. Tagsüber kommen ein paar Ausflugsboote und am Abend liegen außer uns noch 3 weitere Segler an den Moorings. Wir hoffen morgen auf besseres Wetter, um zumindest mal an den Strand zu gehen. Überall dürfen wir nicht hin, denn diese Insel ist in Privatbesitz und ein Teil ist an das Conquistador Resort vermietet, die auf PR keinen Strand haben und deshalb ihre Gäste per Fähre hierherkarren.

030a allein am ankerplatz vor isla pineros

In der Passaje Medio Mundo zwischen Puerto Rico und Isla Pinero liegt man sehr ruhig. Hier sind wir tatsächlich einmal ganz allein

030b squall mit regen vor palominos

“Au watt’n Schiet-Wetter, da bleib ich zu Haus!”

030c palominos u palominitos

Links die Insel Palominos mit Fähranleger, in der Mitte des Bildes das Mini-Eiland Palominitos

 

 

Donnerstag, 29. März 2012, von Esperanza nach Isla Pinero/Puerto Rico

Auf der Fahrt von Esperanza nach Puerto Rico geht es zunächst 6 Meilen an der Südküste von Vieques entlang, dann müssen wir südlich des Riffs bleiben, dass sich von Punta Arenas nordwestlich erstreckt, also einen kleinen Umweg fahren. Gerade als wir die Tonne, die das Riff an seiner Nordwestecke kennzeichnet, passieren und hoch an den Wind gehen müssen, kriegen wir einen Squall, der sich gewaschen hat, nämlich samt Regen und 25 Knoten Wind. Es baut sich sofort eine kurze, steile See auf, weil nun Wind gegen Strom steht. Das Schiff bolzt hart in die Wellen und wir sind froh, dass wir nach einer Dreiviertelstunde abfallen können. Wir steuern durch die Medio Mundo Passage zwischen Isla Pinero und Puerto Rico und ankern in dieser flachen Durchfahrt zwischen kleiner (IP) und großer Insel (PR). Der Wind kommt aus Osten, aber wegen des kenternden Stroms zeigt unser Bug ein paar Stunden lang nach Nordost, später dann nach Südost. Da wird der Anker damit beschäftigt sein, sich häufiger neu zu orientieren. Da er sich gut und schnell eingegraben hat, dürfte das in dem leicht bewachsenen Sandgrund aber kein Problem darstellen.

Erstaunlicherweise ist das Wasser hier sehr ruhig und wir liegen erstmals überhaupt mit der Gipsy IIII ganz allein am Ankerplatz. Hier ist wirklich gar nichts los, weit und breit nichts zu sehen außer Natur. Am Nachmittag fahren zwei Motorboote vorbei, die uns mit ihren Wellen mal kurz ins Schaukeln bringen und im Dunkeln bekommen wir dann noch kurz Besuch von einem Küstenwachboot, dass mit gelbem Blinklicht auftaucht und uns kurz beleuchtet. Aber sonst ist hier die pure Einsamkeit. Es regnet viel heute. Nur am Nachmittag haben wir zum Kaffee eine Stunde etwas Sonne an Deck. Die restliche Zeit verbringen wir im Schiff, was tagsüber sehr ungewohnt für uns ist.

Am Abend gönnen wir uns gleich zwei Tatorte aus unserem Fundus, während es draußen wie aus Kübeln schüttet, pfeift, und hin und wieder auch mal blitzt. Einen Laptop, das iPhone, Satellitentelefon, Handfunkgeräte, externe Festplatte und ein paar andere Kleinigkeiten verstauen wir vorsichtshalber mal im Backofen und im Schnellkochtopf, die als Faradayscher Käfig hoffentlich auch bei einem Blitzeinschlag sicherstellen, dass die darin aufbewahrte Elektronik intakt bleibt.

 

 

 

Mittwoch, 28. März 2012, Esperanza, Strandwanderung Sunbay

In der "Werkstatt" liegt immer noch die reflektierende Folie, die ich von zu Hause mitgebracht hatte, um die Dachluken besser gegen den Sonnenlichteinfall zu schützen. Weil die Montage aber zeitaufwendig ist und wenig Wind und Sonne erfordert, sind wir bisher nicht dazu gekommen. Today is the day. Dauert doch alles in allem fast zwei Stunden, bis die Folie schließlich sauber auf dem Salonluk klebt. 90 Prozent des Lichts wird nun reflektiert, an Helligkeit werden nur 10 Prozent eingebüßt. Hoffen wir mal, dass die ganze Geschichte dauerhaft ist und sich nicht zu schnell unter dem Einfluss von UV-Strahlung und Salzwasser wieder ablöst. Sollte helfen, angenehmere Temperaturen in der Kajüte zu erzielen.

Dann endlich der lang geplante, lange Marsch am Strand der Sunbay. 3,5 km hin und wieder retour. Da es etwas bewölkt ist, sind kaum Menschen am Strand. Unter Palmen versteckt, liegt ein Campingplatz, der offenbar gut genutzt ist.

Nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf an Deck machen wir uns um halb fünf wieder auf den Weg. Erstes Ziel ist der Yachtclub, offfenbar die einzige Kneipe hier mit Internet-Zugang. Endlich mal wieder emails lesen und den blog aktualisieren. Am Ankerplatz haben wir leider keine Internetverbindung. Um 19 Uhr haben wir einen Tisch im Quenepo reserviert, einem Edel-Restaurant in Esperanza. Ausgesprochen gemütliche Atmosphäre, sehr nette und kompetente Bedienung, ausgezeichnetes Essen. In Österreich würde man sagen: Zwei Hauben Niveau. Preise in Dollar etwas niedriger, als sie in Österreich in Euro wären – also relativ günstig. Wir sind begeistert und anschließend auch gut gesättigt.

 

028a a salonluke mit folie bezogen

Bis die reflektierende Klebefolie sauber angebracht ist, sind schnell mal 2 Stunden vergangen

027b ankergrund seegras

Glasklares Wasser am Ankerplatz. Hier ist es 4 Meter tief und man könnte (jedenfalls wie hier, bei Windstille) von Deck aus die Grashalme am Grund zählen

028a campingplatz sunbay

Campingplatz am Strand von Sunbay, der schönen, großen Badebucht neben Esperanza

028b luftbar in sunbay

Da hat jemand seine schwimmende Strandbar geparkt

028c coconuts fuer 1 dollar

Cocusnuss für 1 Dollar, mit Rum 3 Dollar. Am Vormittag scheint es uns allerdings zu früh für Alkohol und so genießen wir lieber Natur pur

 

028d sunbay beach

Ewig langer Sandstrand. Die Sunbay östlich von Esperanza ist heute nur schwach besucht

028e chr mit coconut

Frische Cocusmilch schmeckt einfach klasse!

 028g coconut ernte

Hier werden wir Zeuge, wie die Nüsse vom Baum geholt werden. Eine lange Stange mit Haken – dann ein Ruck, und die Nuss kommt runter. Achtung: Kopf einziehen!

028h chr leert coconut

Mit einem von der Außenseite der Cocosnuss abgeschlagenen Spachtels lässt sich die weiche Copra gut herausschälen

028i van mit kajaks

Unser Van, mit dem wir gestern zur Mosquito Bay gefahren sind, steht auch heute wieder zur Abfahrt bereit

028j quenepo restaurant

Das beste Restaurant am Ort, vermutlich sogar das beste in Vieques: Das Quenepo bietet ausgezeichnete Qualität bei akzeptablen Preisen und perfektem Service

028k bananas

Das Bananas ist ein etwas bodenständigeres Restaurant. Hier haben wir vorgestern zu Mittag gegessen

028l yacht club

Im Yachtclub gibt es gratis WLAN. Dafür trinken wir zwei schöne Cocktails

028m r mit laptop im yachtclub

028n chr im quenepo

Im Quenepo speisen wir ganz vorzüglich