Donnerstag, 24. Oktober 2013

Anker-Action

Freitag, 18. Oktober 2013, Raiatea, Naonao, Anker-Action .

Nach ein paar Sonnenstrahlen am Morgen ist es den ganzen Tag bewölkt und hin und wieder regnet es. Die meiste Zeit sitzen wir im Cockpit und lesen. Ab Mittag sind wir wieder allein am Ankerplatz, denn der Charterkat macht sich auf die Socken. Am Nachmittag gehen wir vom Boot aus schnorcheln. Wunderschöne Korallenblöcke liegen in unserer unmittelbaren Umgebung, die nächsten nicht einmal 10 Meter hinter unserem Heck

Der Wind hat über Nacht auf Nord gedreht und springt am Nachmittag über West innerhalb von einer Stunde auf Süd. Wir sind kaum vom Schnorcheln zurück, als der Wind aufdreht und innerhalb von 15 Minuten bis auf 30 Knoten (Stärke 7) geht. Die Winddrehung hatten wir aufgrund des Wetterberichts erwartet, nicht aber die Windstärke. Vor Bug- und Heckanker liegt das Boot Richtung Ost. Der Südwind knallt also nun von Steuerbord fast vierkant aufs Schiff, d.h. es wirken enorme Kräfte auf die Anker, die sich, wie ich weiß, gut eingegraben haben und halten werden. Ich bin aber nicht so sicher, wieviel Zug die schwimmfähige blaue 16 mm Leine verkraftet, die das Boot am Heck mit dem Fortress verbindet. Auf der steht ganz schön Zing! Es ist mittlerweile fast dunkel und wenn wir noch eine Aktion setzen wollen, dann sollten wir das möglichst vor der Dunelheit machen, denn bei dem Regen und der Bewölkung nutzt uns der Fast-Vollmond auch nichts. Falls nämlich die Leine bricht, würden wir über den Buganker zu weit zur anderen Seite treiben, wo wir eventuell mit dem Ruder eine Grundberühung riskieren würden.

Nachdem wir eine Dreiviertelstunde zugewartet haben, in der die Wellen von dwars kommen und kräftig unter das Heck knallen, entschließe ich mich, die Leine des Heckankers von der Heckklampe auf die Bugklampe zu legen. Damit würde der Bug in den Wind schwingen und das Schiff vor zwei Bugankern liegen. Damit das passieren kann, muss erst noch ein Stopper auf die Leine und diese außerdem verlängert werden, damit sie bis nach vorn reicht. Den Stopper braucht es, damit ich damit über die Winsch die Kraft aufnehmen kann, um die Leine von der Klampe zu kriegen. Letztlich funktioniert das alles prima. Nach wie vor haben wir 40 bis 50 cm Wasser unterm Kiel. Wie zu erwarten, lässt der Wind, kaum dass wir mit der Aktion fertig sind, spürbar nach. Aber es regnet nun stärker und blitzt hin und wieder.

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Seit Gestern hat der Wind von Ost über Nord und West auf Süd gedreht. Um 17 Uhr bläst es mit 20 bis 30 Knoten fast quer aufs Schiff. Auf Heckanker und –leine kommt ein enormer Zug. Erstaunlich, wie gut der 7 kg leichte Alu-Fortress trägt. Bei 2,7 m Wassertiefe sind 25 m Leine draußen. Der Anker liegt dort, wo der Fender schwimmt. Da wir nicht wissen, wie lange der Spuk anhält, entscheiden wir uns, die Heckleine auf die Bugklampe zu legen

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Dazu muss erst mal ein Stopper auf die Leine gebracht werden, wozu ich auf die Leine turnen muss, denn der Stopper muss außerhalb des Schamfilschutzes sitzen

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Aktion beendet. Die (verlängerte) Heckleine ist nun zur Bugleine geworden

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Der Rocna (unser Hauptanker) liegt nun an Backbord, der Fortress an Steuerbord

Uturoa nach Naonao

Donnerstag, 17. Oktober 2013, Tahaa, von Uturoa nach Naonao (in den Süden)

Bevor wir ablegen, gehen die Mädels noch ein paar Lebensmittel einkaufen und ich statte der gestern entdeckten Chandlery Nautisport, einem Ableger des Hauptgeschäfts in Tahiti, einen Besuch ab. Ich will erfragen, ob sie eventuell bereit sind, für mich die Antifouling Farbe zu bestellen, die unter unser Schiff gemalt ist und mit der wir sehr zufrieden sind. Insgesamt ist der Unterwasseranstrich noch sehr gut, aber einige Stellen müssen ausgebessert werden, was natürlich idealerweise mit der Farbe erfolgt, die bereits verarbeitet ist. Das Zeug heißt Jotun Sea Quantum Ultra. Aber der Typ im Geschäft lehnt das rundheraus ab.

Um 1020 werfen wir die Leinen los und machen uns auf den Weg Richtung Süden. Unser Ziel ist der Ankerplatz beim Motu Naonao. Hier waren wir zuletzt am 2. September zusammen mit Felice und African Affair. Wir segeln unter Genua bei 12 bis 18 Knoten Ostwind durch die Lagune und ankern um 1340 auf 2,70 m Wassertiefe. Sicherheitshalber bringen wir diesmal auch den Heckanker aus, allerdings ohne Kettenvorlauf. Bei dieser Wassertiefe reichen 25 m Leine aus, damit sich der Fortress eingräbt und trägt. Der Alu-Anker ist so leicht, dass ich ihn schwimmend ausbringen kann. Zunächst liegen wir ganz allein an diesem traumhafen Platz. Erst um 1730 kommt noch ein Charter-Kat, der sich weiter innen ein Plätzchen sucht.

Heute soll es zur Feier des Tages (was feiern wir eigentlich?) einen eisgekühlten Sundowner geben. Also kommt wieder meine Spezialtechnik zum Einsatz. Wasser in einen Plastikbeutel füllen und diesen direkt vor die Kühlrippen hängen. Dann den Thermostat von Stufe 2 auf 5 regeln. Nach 2,5 Stunden haben wir einen großen Block Eis, der von der Menge her einer Eiswürfelschale entspricht, die man zu Hause im Kühlschrank verwenden würde. Bis diese Menge Eis in den verschiedenen Drinks (Pastis mit Cola, Bacardi mit O-Saft) verarbeitet ist, sind wir alle halbwegs betrunken und die Sonne ist schön rot untergegangen.

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Riff innerhalb der Lagune auf der Ostseite von Raiatea

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Als wir ankommen, liegen wir einige Stunden ganz allein an diesem Ankerplatz. Erst später kommt ein Charterkat hinzu, der aber 100 Meter entfernt ankert

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Sundowner heute mal mit Eis

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Von Apu nach Uturoa

Mittwoch, 16. Oktober 2013, von Baie Apu (Tahaa) nach Uturoa (Raiatea)

Bevor wir uns auf den Weg machen, fahre ich mit dem Dinghy noch schnell zur Frieda hinüber. Wir hatten von ihnen gestern einen Daten-Stick mit 20 Gigabyte Sailing Guides bekommen und ihnen unsere 500 GB-Festplatte mit Filmen geliehen. Beide haben wir die kompletten Pakete kopiert und nun werden die Datenträger wieder zurückgetauscht. Die Frieda bleibt noch an der Mooring in Apu, wir wollen weiterziehen und haben vor, in einem kleinen Tiefwasserspot vor dem Außenriff vor Uturoa an eine Mooringboje zu gehen. Von dort könnten wir mit dem Dinghy die halbe Meile nach Uturoa fahren, um Bargeld am Automaten zu ziehen. Nach dem gestrigen Abend sind unsere Cash-Bestände nämlich ziemlich heruntergefahren.

Wir haben nur etwa 4 Meilen gegen den Wind zu motoren, der mit 20 Knoten bläst. Als wir dann an den drei freien Bojen südöstlich des Motus Aito ankommen, ist mir dieser Platz bei dem starken Wind aber nicht geheuer. Die Bojen liegen auf 32 m Wassertiefe, aber das Rifff liegt hufeisenförmig um diese Bojen herum und das gerade mal in einem Abstand von weniger als 100 Metern. Wenn da eine Mooringleine bricht, hilft auch kein Ankeralarm. Wir wären innerhalb von einer halben Minute auf den Korallen drauf und das Scenario ist mir zu riskant. Also fahren wir wieder zur Stadtpier in Uturoa, wo wir an der Mole festmachen, an der wir nun schon zweimal gewesen waren.

Am Nachmittag machen wir einen Stadtbummel, besorgen uns Geld am Automaten und holen uns am Abend 3 Pizzas vom La Cubana, das nur 50 Meter von uns entfernt ist. An Bord sitzen wir gemütlicher, als im Lokal.

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Autofähre an der Stadtpier von Uturoa. Diesen Schiffsnamen würde man andernorts wohl öfters mal buchstabieren müssen

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Die Privateer liegt 50 Meter neben uns und ist auf dem Weg von Neuseeland nach Hawai. Sie wollen in den nächsten Tagen aufbrechen und haben etwa 2300 Meilen vor sich.

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Erdofenessen

Dienstag, 15. Oktober 2013, Tahaa, Baie Apu, Tahitianischer Abend mit Essen aus dem Erdofen

Gegen 14 Uhr fahren wir mit dem Dinghy an Land um uns zu vergewissern, wo wir am Abend anlanden müssen für den Tahitianischen Abend mit Essen aus dem Erdofen, Musik und Tanzvorführung. Wir finden gleich die richtige Stelle, ziehen das Dinghy auf den Strand und schauen uns um. Der Erdofen ist schon angeworfen und das Essen bereits „aufgesetzt“, d.h. über dem Schwelfeuer und den heißen Steinen aufgeschichtet und oben mit Sand bedeckt.

Jeremy war gestern mit seiner Piroge bei uns am Boot gewesen und hatte uns über dieses Event heute Abend informiert. Er und seine Frau veranstalten das immer am Dienstag und so wundert es uns nicht, dass die 5 oder 6 noch freien Mooringbojen am späten Nachmittag allesamt von Charterbooten belegt werden. Die Chartergesellschaften empfehlen ihren Crews offenbar, diese Veranstaltung mitzunehmen. Da wir immer schon mal das traditionelle Erdofenessen probieren wollten, aber bisher noch keine Gelegenheit gefunden hatten, haben wir uns gestern angemeldet.

Am Nachmittag fahren wir von dort gleich zur Frieda hinüber, wo wir zu Kaffee und Kuchen eingeladen sind. Frank hat einen wirklich leckeren Apfelkuchen gezaubert und so verbringen wir wieder mal ein paar tolle Stunden auf einem anderen Fahrtenseglerboot, diesmal einer 30 Jahre alten Endeavor 42.

Es ist bereits dunkel, als wir uns zu unserer Abendveranstaltung auf den Weg machen. Die Aufdeckung der Erdofenspeisen wird publikumswirksam inszeniert und das Essen dann als Bufett hergerichtet. Die Zubereitung ist aufwendig und langwierig. Immerhin hat alles mehrere Stunden unter der Erde gegaart. Geschmacklich sind wir dann allerdings ziemlich enttäuscht. Am besten ist das Schweinefleisch, das zarter ist, als manches Spanferkel. Die verschiedenen anderen Kombinationen können unsere Geschmacksknospen aber nicht zum frohlocken bringen, und das nicht nur, weil naturgemäß alles etwas geräuchert schmeckt (was es ja auch ist). Trotzdem sind wir zufrieden, auch dieses traditionelle Essen jetzt einmal kennengelernt zu haben. Im Preis mit drin ist für jeden ein Pareo (Wickeltuch), dessen verschiedene Anwendungsmöglichkeiten vorgeführt werden, bevor die Tanzdarbietungen beginnen. Besonderer Witz des Abends: In der Schlange vorm Bufett spricht uns ein Amerikaner aus Chicago in ziemlich gutem Deutsch an. Er hat zwei Jahre in Lustenau (also nur ein paar Kilometer von unserem Wohnort entfernt) Eishockey gespielt und kennt sich in unserer Heimat ganz gut aus. Die Welt ist ein Dorf.

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Das ist der Erdofen. Unter diesem Sandhaufen gart um 14 Uhr schon unser Essen, dass wir heute Abend hier vorgesetzt bekommen werden

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Auch bei Regen würden wir hier unser Essen trocken einnehmen können. Aber wir haben Glück. Am Abend ist schönes Wetter

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Der Abend wird durch Fackeln und tahitianische Musik stimmungsvoll gestaltet

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Der Chef. Jeremy ist Organisator, Sänger, Gitarrenspieler, Trommler, Handwerker. Den Unterstand (siehe Bild weiter oben) hat er selbst in 2 monatiger Arbeit aufgebaut

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Das Essen wird aus dem Erdofen geholt. Nachdem der Sand weggeschaufelt und die Plastikfolie entfernt ist, kommen die traditionelleren Verpackungen (verschiedenes Blattwerk) zum Vorschein

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Die verschiedenen Speisen werden in geflochtenen Palmblattkörben, ausgelegt mit Alufolie, gegaart

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Sieht gut aus, dieser Fisch, ist aber sehr trocken, wie sich herausstellt. Auch die anderen Speisen, mit Ausnahme des superzarten Schweinefleischs, treffen nicht so unseren Geschmack

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Die Großmutter, rechts im Bild, ist die Oberköchin

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Charles aus Chicago hat mal für zwei Jahre in Vorarlberg Eishockey gespielt und freut sich, seine Kenntnisse über unsere Heimat zum Besten geben zu können

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Die Tanzshows sind immer wieder klasse. Ein Wahnsinn, wie die Mädels mit dem Hintern wackeln können.

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Loredana will nicht aufs Bild, sondern lieber fotografieren. Also “müssen” wir mit den Tänzern und Musikern posieren

Dienstag, 15. Oktober 2013

Wiedersehen mit Frieda

Montag, 14. Oktober 2013, Tahaa, von Tapuamu nach Apu, Wiedersehen mit der Frieda

Um Zehn gehen wir ankerauf und begeben uns auf den Weg zur Bucht Apu, 6 sm insgesamt. Unterwegs machen wir einen Abstecher in die Bucht Hurepiti, die landschaftlich sehr schön, aber zum ankern zu tief ist. Auf der Südseite gibt es viele schöne Häuser der eher gehobenen Kategorie mit gepflegten Gärten und eigenen Anlegestegen. Auf der Nordseite scheinen die einfacheren Leute zu wohnen.

Um 12 Uhr legen wir uns an eine Mooring der Perlfarm in der Apu Bucht. Hier sind wir nun auch bereits zum dritten Mal. Unsere Hauptmotivation für diesen Platz ist das hier frei verfügbare und schnelle Internet. Kaum, dass wir festgemacht haben, sehen wir einen anderen Fahrtensegler ankommen (die Fahrtenseglerboote unterscheidet man gleich anhand einer Reihe von Details von den Charterschiffen), der mir beim Näherkommen irgendwie bekannt vorkommt. Und richtig. Es handelt sich um die Frieda mit Evi und Frank, die unmittelbar an der Boje hinter uns festmachen. Die beiden haben wir in Galapagos kennengelernt. Über gemeinsame Bekannte waren wir auch schon informiert, dass die Frieda ebenfalls in der Cyclone Season hier in den Societies bleibt.

Wir laden die beiden gleich auf Kaffee/Bier ein und kurze Zeit später sitzen wir alle gemütlich bei uns im Cockpit und haben wieder mal viel zu erzählen. Nun hören wir aus erster Hand auch die Story von der holländischen Viscus (deren Besatzung wir in Hiva Oa kennengelernt hatten), die in Fakarava aufgrund einer gerissenen Spleißverbindung von Ankerleine zu Kette auf ein Riff getrieben ist, als die Eigner gerade auf einem anderen Boot waren. Frank hat an den Rettungsversuchen mitgewirkt, die letztlich aber erfolglos blieben und einen Totalschaden der C-Yacht nicht verhindern konnten.

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Die Frieda macht unmittelbar hinter uns an einer Mooringboje in der Bucht Apu fest

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Anschließend sind Evi und Frank zu Kaffee und Bier bei uns an Bord

Kirche in Tiva, Chez Louise

Sonntag, 13. Oktober 2013, Tahaa, Baie Tapuamu, Kirche in Tiva, Restaurant Chez Louise

Wir denken uns, dass der Gottesdienst in der Kirche in Tiva wahrscheinlich um 9 Uhr beginnen wird. Danach richtet sich unser heutiges Aktionsprogramm. Sieben Uhr aufstehen, Früstück, Abmarsch um Acht mit dem Beiboot. Das lassen wir im kleinen Hafen, tanken noch Super für den Außenborder und laufen dann los, die Straße entlang Richtung Süden.

Christine und ich sind diesen Weg schon mal hinuntergegangen, aber heute müssen wir etwas weiter laufen. Unser timing ist insofern gut, dass wir um 9 tatsächlich vor der Kirche stehen. Das timing ist dennoch schlecht, weil der Gottesdienst erst um 1030 beginnt. Also wandern wir noch etwas weiter, bis zur tief einschneidenden Bucht Hurepiti, bevor wir wieder umkehren.

Dieser Gottesdienst hat mal wieder einige Besonderheiten auf Lager: Erstens beginnt er 5 Minuten zu früh mit dem Einzug des Chores, dessen Gesang schon von der Straße her zu hören ist. Zweitens wird dieser Gottesdienst von Laien, einem „Vorsitzenden“ und zwei weiblichen „Beisitzern“, die dort vorne am Altar wirklich thronen wie die Richter in einem Gerichtssaal, durchgeführt. Drittens gibt es zwei lange Predigten, wovon die erste von einer der beiden Beisitzerinnen, einer älteren Dame, und die zweite von einem Herrn aus dem „Publikum“, beide wortgewaltig, gehalten werden. Viertens spielt sich auch sonst allerlei ab, wie z.B. der Säugling, der – nur mit einer Pampers bekleidet - irgendwann in der Mitte der Veranstaltung zu seiner Mutter gebracht wird. Der Gesang ist wieder mal wunderschön und das ist ja auch der Grund, weshalb wir überhaupt hergekommen sind.

Einen anderen Sinn hat unsere morgendliche Wanderung auch noch: Wir wollen abchecken, ob es das Restaurant „Chez Luise“ tatsächlich gibt, von dem wir in einem Segelführer gelesen haben. Ja, gibt es. Nach der Kirche kehren wir dort ein und trinken etwas. Vor dem Restaurant gibt es eine kleine Betonpier, an der wir mit dem Boot anlegen könnten, wozu wir auch eingeladen werden. Ich habe aber etwas Bedenken wegen des Schwells von vorbeifahrenden Schiffen, denn die Betonsohle, gegen die unsere Fender drücken würden, ist etwas dünn und könnte dazu führen, dass wir den einen oder anderen killen würden. Also werden wir mit dem Dinghy hinfahren. Das Bier und das Wasser sollen wir nicht jetzt, sondern heute Abend in einem Abwasch mit dem Dinner bezahlen.

Um 13 Uhr sind wir wieder an Bord zurück, mit 10 Kilometern in den Knochen und Blasen an den Füßen (Loredana hatte keine „Wanderschuhe“ an). Nach einem Mittagssnack halten wir ausgiebig Siesta. Um 1800 besteigen wir wieder das Dinghy und fahren direkt zum „Chez Louise“. In 15 Minuten haben wir die 1,5 Meilen zurückgelegt und kommen sogar trocken an, weil das Wasser spiegelglatt ist. Louise erwartet uns schon und begrüßt uns herzlich. Wir sind die einzigen Gäste heute Abend und unser Essen steht 10 Minuten, nachdem wir angekommen sind, auf dem Tisch. Es gibt keine Speisekarte und heute Mittag hatte die Dame des Hauses eh schon angekündigt, was aufgetischt wird. Da waren wir allerdings noch der Meinung, es handele sich bei dem aufgezählten local food um Alternativen. Jetzt kriegen wir alles auf den Tisch. Lobster, Thunfisch, Poisson Cru mit Salat, Shrimps in Currysauce, Reis und Baguette. Alles wird höchst dekorativ in halbierten Bambusstangen serviert und ist ein Genuss und überaus reichlich. Wir hatten nicht nach dem Preis gefragt, sind allerdings nicht allzu überrascht, dass pro Person 44 Euro für das Essen auf der Rechnung stehen. Ein Achtel Wein für 8,50 Euro wirkt dagegen relativ teuer. Als Abschiedsgeschenk bekommen wir eine geflochtene Palmwedeltasche, gefüllt mit Bananen und Mangos. Um halb Acht sitzen wir wieder im Dinghy und düsen über das vom Halbmond erleuchtete Wasser nach Hause.

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Die Kirche von Tiva. Der Sonntagsgottesdienst beginnt um 10 Uhr 30 mit dem Einzug des singenden Chores

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Auf dem Weg von Tapuamu nach Tiva gibt es wieder einige schöne Fotomotive

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Auf dem Hinweg liegt die Sau noch im Trockenen, als wir auf dem Rückweg wieder vorbeikommen, hat sie sich ins Wasser gelegt

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Sehr schöner Garten vor dem Chez Louise

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Bei Louise sitzt man direkt am Wasser. Rechts die kleine Pier, an der Gäste festmachen und auch übernachten können. Hier legen wir am Abend mit dem Dinghy an

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Kleiner Hund links, Tiger rechts

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Da hält jemand Mittagsschlaf auf dem hochgezogenen Boot. Bora Bora im Hintergrund

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Dinner im “Chez Louise”. Die Dame des Hauses erwartet uns schon und begrüßt uns sehr herzlich, bereits auf der Pier

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18 Uhr 30: Die Sonne ist untergegangen, die Bakenbeleuchtung schon eingeschaltet. 15 Minuten später ist es stockdunkel. Wir sind heute Abend die einzigen Gäste

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Das Essen wird serviert, kaum dass wir 10 Minuten da sind und zwar in äußerst dekorativer Form in aufgeschnittenen Bambusstöcken. Alles schmeckt hervorragend

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Als Abschiedsgeschenk bekommen wir noch diesen kleinen Obstkorb mit Bananen und Mangos

Coral Garden vor Tautau

Samstag, 12. Oktober 2013, Tahaa, von Motu Mahaea zum Coral Garden vor Tautau (Schnorcheln) und dann weiter nach Tapuamu

0920 Ankerauf unter Segeln. Heute bläst ein kräftiger Wind mit 15 bis 25 Knoten aus Ost. Unter Genua segeln wir an der Ostseite Tahaas nach Norden. Im Nordosten der Lagune schauen wir uns einen Ankerplatz im Lee von Vahine (auf der Karte: Tuuahine) an. Dieser ist uns aber zu korallig und deshalb segeln wir weiter, immer entgegen dem Uhrzeigersinn um Tahaa herum, bis auf die andere Seite, wo wir schließlich mittags im Luv der Hotelinsel Tautau ankern.

Wir brauchen zwei Versuche, denn beim ersten Mal kommen wir mit dem Heck zu weit ins Flache. Beim zweiten Go werfen wir den Anker in 9 Meter tiefes Wasser. Beim anschließenden Schnorchelgang muss ich aber besorgt feststellen, dass unser Rocna mitten in eine große Korallenfläche gefallen ist, die wir bei dem bedeckten Himmel nicht sehen konnten. Die Kette hakt an mehreren Stellen unter den Blöcken und der Anker selbst ist richtig ins Gestein eingefahren. Ich tauche runter und ruckele mal richtig am Anker. Glück gehabt. Er sitzt zwar fest, lässt sich aber doch bewegen.

Egal, nun liegen wir hier, wenn auch nicht ganz ruhig, denn der Wind hat doch eine kleine Welle aufgebaut, die die Gipsy ganz schön schaukeln lässt. Aber wir wollen ja auch nur zum Schnorcheln in den Korallengarten zwischen Tautau und der Nachbarinsel. Wir waren zwar schon mal hier, aber damals sind wir wohl nicht ganz an der richtigen Stelle geschwommen. Wir parken das Dinghy wieder am selben Platz wie beim letzten Mal, eiern dann aber ganz vorsichtig (barfuß auf Korallenbrösel, das zwickt ganz übel an den Sohlen) über das kleine Motu bis hinüber zur Westseite, bevor wir ins Wasser gehen. Und das hat sich jetzt wirklich gelohnt. Superschöne Korallen soweit das Auge blickt, klares Wasser und Unmengen von Fischen. Wir sind diesmal ganz allein hier und obwohl niemand anfüttert, kommen die Fische dicht zu uns und erwarten offenbar, dass sie etwas bekommen. Eine Linse kriegen sie, nämlich die des Fotoapparats. Und die auch nur zu sehen.

Eine gute Stunde später sind wir wieder an Bord und gehen Ankerauf. Die Kette braucht etwas, bis sie sich jeweils von den Korallen loshakt, aber schließlich kriegen wir den Anker doch an Deck, ohne dass ich nochmal tauchen und eine Tripleine anbringen muss. Um 1420 ankern wir in der Bucht Topuamu auf 23 m, nun schon zum dritten Mal.

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Ankerplatz für zwei Stunden vor dem Motu Tautau