Dienstag, 9. Februar 2016

Noch kein Auto

Montag, 08. Februar 2016. Redcliffe Marina. Dritter Fastentag. Auto noch nicht abholbereit. Radtour zur Redcliffe Jetty

Wir beginnen den Tag schon um 5 Uhr und laufen erst einmal unsere anderthalb Stunden auf unserer Standardrunde nach Westen. Christine fühlt sich nicht so fit, aber mir geht es deutlich besser, als gestern. Heute ist ein schöner Tag mit fast durchgehend blauem und fast wolkenfreiem Himmel. Außer uns sind um diese frühe Stunde schon jede Menge Jogger, Radfahrer und Walker unterwegs. Wir freuen uns an den vielen bunten Loris (Papageienart), die offenbar großes Gefallen an den kleinen, kugeligen Zapfen einer Pinienart finden und ein ziemliches Geschrei in den Ästen der Bäume veranstalten.

Im Laufe des Vormittags haben wir ein paar Telefonate mit Carlos, unserem Autoverkäufer. Für die behördliche Registrierung braucht er nun doch noch eine Kopie meines Reisepasses und ein weiteres Dokument von der Marina, dass unseren Aufenthaltsort zweifelsfrei bestätigt. Eine Rechnung reicht dann schließlich. Im Laufe des Tages stellt sich dann heraus, dass der versprochene Zweitschlüssel, das Service Logbuch und das Bedienungshandbuch nicht gefunden werden konnten. Also muss jetzt erst noch ein Zweitschlüssel angefertigt und das Manual angefordert werden. Wie lange das dauert, erfahren wir morgen.

Von vier bis sechs Uhr am Nachmittag radeln wir zur Redcliffe Jetty und spazieren bei tiefstehender Sonne am Strand entlang. Wir bedauern etwas, dass wir uns jetzt nicht in eines der netten Lokale setzen, einen Sundowner zu uns nehmen und anschließen zu Abend essen können. Das wäre jetzt eine schöne Stimmung dafür. Statt dessen radeln wir wieder zum Boot zurück und genießen einen Viertelliter Orangensaft.

 

Dienstag, 09. Februar 2016, Redcliffe Marina. Vierter Fastentag. Unser Auto bekommen wir auch heute noch nicht

Wieder die Walking Runde in der Früh. Diesmal haben wir die Kamera dabei und versuchen, ein paar Bilder von den bunten Papageien zu machen. Auch heute ist das Wetter sonnig, aber sogar noch windiger, als gestern. Es hat sicher Beaufort sechs. Die Temperaturen sind übrigens zwei Tage nach unserem Ankunftstag deutlich nach unten gegangen, tagsüber haben wir derzeit so um die 25 Grad. Am späten Nachmittag ist es wegen des starken Windes, der von schräg achtern aufs Boot bläst, zu frisch, um im Cockpit zu sitzen. Obwohl die Sonne noch scheint, verziehen wir uns also früh unter Deck.

Um Halb Elf fahren wir mit dem Bus zum Autohaus, um den Wagen abzuholen. Fast haben wir es schon erwartet, es gibt noch Komplikationen. Reserveschlüssel, das Service-Logbuch und Bedienungshandbuch fehlen immer noch. Den Job, einen Zweit-Schlüssel bei Toyota zu organisieren, wollen sie uns gerne selbst überlassen und uns die Kosten in Höhe von 130 Dollar erstatten. In dem Fall könnten wir den Wagen nämlich, frisch gewaschen und vollgetankt, gleich mitnehmen. Nee, darauf lassen wir uns nicht ein. Lieber warten wir noch einen Tag und lassen Carlos diesen lästigen Krempel selbst erledigen.

Wir gehen gegenüber ins Shopping Center, bummeln etwas, trinken in der Fressmeile einen frisch gepressten Orangensaft (rings um uns rum essen die Leute leckere Sachen wie Sushi, Pommes, Thai-Food, Eiscreme, aber wir sind ja auf Fasten-Diät), und wandern dann die sechs Kilometer zur Marina zurück, wo wir um 16 Uhr ankommen. Wir sind ziemlich erledigt und wegen des fehlenden Mittagsschlafs auch ganz schön müde.

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Am Morgen sitzen überall in den Bäumen interessante Vögel, u.a. auch einige Papageienarten

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Die Loris sind jedenfalls die buntesten Papageien, die wir sehen

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Unsere Morgenstrecke bis nach Newport ist wunderschön. Auf dem Hinweg haben wir rechts das Meer, links einen Grünstreifen, auf dem hin und wieder Fitnessgeräte drapiert sind, und daneben an der Straße architektonisch interessante Einfamilienhäuser in Top-Lage

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Alle paar hundert Meter gibt es Erfrischungsstellen mit Wasser für Mensch und Tier

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Der insgesamt 15,3 km lange Weg führt fast immer direkt am Wasser entlang und  ist alle 100 m markiert

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Heute raffen wir uns auch noch zu einigen Übungen an diesen Geräten auf

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Montag, 8. Februar 2016

Radtour zur Redcliffe Jetty

Montag, 08. Februar 2016. Redcliffe Marina. Dritter Fastentag. Auto noch nicht abholbereit. Radtour zur Redcliffe Jetty

Wir beginnen den Tag schon um 5 Uhr und laufen erst einmal unsere anderthalb Stunden auf unserer Standardrunde nach Westen. Christine fühlt sich nicht so fit, aber mir geht es deutlich besser, als gestern. Heute ist ein schöner Tag mit fast durchgehend blauem und fast wolkenfreiem Himmel. Außer uns sind um diese frühe Stunde schon jede Menge Jogger, Radfahrer und Walker unterwegs. Wir freuen uns an den vielen bunten Loris (Papageienart), die offenbar großes Gefallen an den kleinen, kugeligen Zapfen einer Pinienart finden und ein ziemliches Geschrei in den Ästen der Bäume veranstalten.

Im Laufe des Vormittags haben wir ein paar Telefonate mit Carlos, unserem Autoverkäufer. Für die behördliche Registrierung braucht er nun doch noch eine Kopie meines Reisepasses und ein weiteres Dokument von der Marina, dass unseren Aufenthaltsort zweifelsfrei bestätigt. Eine Rechnung reicht dann schließlich. Im Laufe des Tages stellt sich dann heraus, dass der versprochene Zweitschlüssel, das Service Logbuch und das Bedienungshandbuch nicht gefunden werden konnten. Also muss jetzt erst noch ein Zweitschlüssel angefertigt und das Manual angefordert werden. Wie lange das dauert, erfahren wir morgen.

Von vier bis sechs Uhr am Nachmittag radeln wir zur Redcliffe Jetty und spazieren bei tiefstehender Sonne am Strand entlang. Wir bedauern etwas, dass wir uns jetzt nicht in eines der netten Lokale setzen, einen Sundowner zu uns nehmen und anschließen zu Abend essen können. Das wäre jetzt eine schöne Stimmung dafür. Statt dessen radeln wir wieder zum Boot zurück und genießen einen Viertelliter Orangensaft.

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Am Nachmittag radeln wir zur Redcliffe Jetty. Das ist dort, wo sonntags immer der Markt stattfindet. Auch die Bee Gees Meile ist hier ganz in der Nähe. Es bläst ein kräftiger Wind und auf dem Hinweg müssen wir uns ziemlich anstrengen und im kleinsten Gang fahren. Dafür geht es auf dem Rückweg leichter.

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Es ist so windig, dass die Kamera umfällt. Also muss ich sie mit einer Hand halten

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Am Ende der Jetty gibt es diesen kleinen Hafen, in dem nur wenige Boote längs zwischen den Pfählen festgemacht sind

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Sonntag, 7. Februar 2016

Fastentage

Samstag, 06. Februar 2016, Redciffe Marina, erster Fastentag

Weil wir auch gestern Abend wieder früh im Bett lagen, stehen wir schon um Halb sechs auf. Nach einer einstündigen Walking-Runde, bei der uns auf halber Strecke einsetzender Regen überrascht, kehren wir klatschnass an Bord zurück. Heiß-kalt-Dusche mit abrubbeln (wobei der Temperaturunterschied der Dusche im Marina-Gebäude zwischen Heiß und Kalt wahrscheinlich gerade mal 10 Grad ausmacht, das Wasser also weder richtig heiß noch richtig kalt wird), danach einen Dreiviertel-Liter Glaubersalz. Anschließend sollte man sich an diesem Tag nicht all zu weit von einer Toilette entfernen. Über den Tag verteilt soll man viel Tee trinken und noch mehr Wasser. Mittags etwas Gemüsebrühe, danach heiße Leberwickel und ein Mittagsschlaf. Am Abend noch ein Viertel Liter frisch gepresster Orangensaft. Nicht viele Kalorien heute. Sportliche Höchstleistungen könnten wir wohl kaum mehr erbringen. Für einen kleinen Spaziergang um die Spitze der Halbinsel vor unserer Marina langt die Energie aber noch.

Sonntag, 07. Februar 2016, Redcliffe Marina, zweiter Fastentag

Wieder sind wir um 0530 auf den Beinen, da wir am Vorabend schon um 20 Uhr in der Falle lagen. Ich packe die Yoga-Matte aus und beginne mit den Übungen auf dem Steg in der Nähe unseres Bootes. Aber irgendwie bin ich gehandicapt. Der Rücken schmerzt schon bei den „Fünf Tibetern“ und bei den folgenden Uttanasanas und Adho Mukha Svannasanas gebe ich auf. Irgendwie bin ich schon nach diesen 10 Minuten ziemlich erschöpft. Wir trinken erst mal einen Tee als Frühstück und begeben uns dann auf eine Walking Runde am Wasser entlang. Ich bin schlapp und müde und komme mir vor wie bei einer leichten Grippe. Für die Strecke, die wir sonst in einer Stunde laufen, brauchen wir heute jedenfalls fast anderthalb Stunden. Anschließend bin ich fix und fertig. Christine geht es deutlich besser, wenngleich auch sie die Umstellungen spürt, die der Körper gerade durchmacht.

Bei mir hält die Mattigkeit den ganzen Tag an. Auch die mittägliche, klare Gemüsesuppe kann daran nicht viel ändern. Zwei Stunden Mittagsschlaf mit Leberwickel. Anschließend hängen wir wieder auf dem Boot herum und lesen. Am späteren Nachmittag wollen wir uns dann doch noch mal aufraffen und fragen Marie-Luce und Didier, ob sie Lust auf einen weiteren Spaziergang haben. Zu Viert laufen wir dann in die südöstliche Richtung am Strand von Scarborough entlang. Ich fühle mich alles andere als topfit, aber es geht schon deutlich besser, als am Vormittag. Wahrscheinlich beginnt der Körper jetzt langsam zu begreifen, dass er sich seine Energie aus den eigenen Vorräten, sprich Fettpolstern, holen muss. Hätte ich ja nichts dagegen. Für mich besteht die Motivation zu dieser Fastenkur schließlich auch darin, ein paar Pfunde loszuwerden. Schließlich habe ich in den zwei Monaten zu Hause zwei Kilo zugenommen und mit 73,5 kg ein all-time-high Gewicht erreicht.

Als kulinarisches Highlight des Tages gibt es neben der Suppe am Mittag am Abend wieder ein Glas frisch gepressten Orangensaft. Sonst nur Wasser und Tee. Hunger verspürt man übrigens gar nicht, höchstens Appetit. Aber die Mahlzeiten als Event im Tagesablauf fehlen irgendwie schon.

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Spaziergang mit Marie-Luce und Didier am Strand vor Scarborough. Heute wechseln sich sonnige und bewölkte Stunden ab und es ist sehr windig.

Freitag, 5. Februar 2016

Autokauf

Freitag, 05. Februar 2016, Redcliffe Marina. Wir kaufen ein Auto

Tatsächlich schlafen wir bis 5 Uhr, immerhin. Nach einem etwas ungewöhnlichen Frühstück, bestehend aus einer Tasse Reis und etwas Apfekompott (zweiter Tag der Buchinger Fastenkur), wird das zweite Fahrrad ausgepackt. Um 9 Uhr sind wir unterwegs.

Unser erster Stop im Kippa Ring Shopping Center dient dazu, Fahrradhelme zu kaufen. Von Didier haben wir gehört, dass die hier verpflichtend sind. Etwas ärgerlich, so ein Ding immer tragen zu müssen, ganz zu schweigen davon, dass sie an Bord wieder Stauraum kosten bzw. irgendwo in der Gegend herumliegen. Weil wir die Helme als lästige Pflicht ansehen, begnügen wir uns mit einem Billigmodell für 8 Dollar.

Gleich gegenüber vom Einkaufszentrum entdecken wir einen Autohändler, der Marken wie Jeep, Chrysler, Alfa Romeo und VW verkauft. Auch eine Gebrauchtwagenabteilung gibt es hier. Wir haben uns entschieden, für unseren längeren Aufenthalt hier einen PKW zu kaufen und folgen damit dem Vorbild von Nelly und Peter (Alua), die das auch so gemacht hatten. Zum Einen hat man damit ein passendes Vehikel für kürzere Trips von unserem Liegeplatz aus. Andererseits lässt sich damit auch das Land erkunden. Zwar kann man in einem Auto im Golf-Format nicht schlafen, aber das wollen wir diesmal auch nicht, sondern während unserer Rundreise in günstigen Hotels oder Backpacker Lodges übernachten. Auf dem Platz des Händlers stehen sogar ein paar Golfs, aber sie sind uns zu teuer. Außerdem ist die Marke VW hier längst nicht so verbreitet, wie asiatische Modelle. Schließlich sehen wir uns einen Toyota Corolla an, der als Auto der Woche prominent gekennzeichnet ist. 6 Jahre alt, nur 33.000 Kilometer gelaufen. Benziner mit Automatik, Klima, Tempomat. 12 Monate Garantie. Wir machen eine Probefahrt. Guter Eindruck. Wir handeln den „Schnäppchenpreis“ noch um 1500 Dollar runter und kaufen ein Auto mit guter Ausstattung für einen 4-stelligen Euro-Betrag. Da kann der Verlust nach einem Jahr nicht allzu groß sein, wenn wir die Karre wieder verkaufen. Wir erledigen den Papierkram. Am Montag können wir den Wagen abholen.

So emotionslos habe ich noch nie im Leben ein Auto gekauft. Geleitet rein von praktischen Erwägungen. Der Wagen erfüllt seinen Zweck. Die Preis-Leistungs-Relation scheint gut zu sein. Zu Hause würden wir so ein Auto sicher niemals kaufen.

Um 13 Uhr sind wir wieder an Bord. Noch eine Portion Reis mit Apfelkompott. Mittagsschlaf (diesmal nur 3 Stunden). Als wir um 18 Uhr wieder aufstehen, regnet und pfeift es. Den Abend verbringen wir an Bord unter Deck, denn draußen ist es zu ungemütlich.

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Man muss sie tragen beim Radfahren. Deshalb kaufen wir heute zwei Fahrradhelme

Donnerstag, 4. Februar 2016

Leckage, die zweite …

Donnerstag, 04. Februar 2016. Redcliffe Marina. Auch heute sind wir noch mit den Leckagen von Diesel und Wasser beschäftigt.

Ich habe gerade das Posting von gestern fertig gemacht und ins Netz hochgeladen, als ich einen Dieselgeruch wahrnehme. Es ist mittlerweile eine Stunde vor Mitternacht. Ich öffne das Bodenbrett über dem Dieseltank und muss zu meinem großen Ärger feststellen, dass wir offenbar doch nicht genügend Diesel aus dem Schlauch abgesaugt haben, denn es rinnt schon wieder. Und zwar vermutlich schon seit einigen Stunden, denn nun sind die Pfützen unter dem Tank schon deutlich größer und blöderweise ist auch schon ein halber Liter unter den Wassertank in der nächsten Abteilung gelaufen. So ein Mist! Christine schläft mittlerweile schon den Schlaf der Gerechten. Weiteres Absaugen kommt jetzt nicht in Frage, zumal der Schlauch nicht lang genug wäre.

Also Küchenrolle. Das ist an Bord so ein Hilfsmittel, von dem man gar nicht genug auf Lager haben kann, I can tell you. Zunächst stopfe ich reichlich Papier um den Auslauf und mache mich dann daran, den Diesel vom Boden aufzusaugen. Gar nicht so einfach, denn man kommt nicht unter die Tanks, sondern nur dicht daneben. Immer wieder neues Papier, das vollgesogene kommt in den Abfalleimer. Die Küchenrollen schwinden dahin, 3 oder 4 habe ich schon verbraucht. Aber oben am Flansch suppt es immer noch weiter raus. Mittlerweile ist es Halb eins und ich stinke nach Diesel. Die Papierpackungen am Flansch und unmittelbar darunter am Boden müssen jedenfalls öfter gewechselt werden, wenn sich nicht wieder alles in der Bilge verteilen soll. Ich stelle mir also den Wecker auf 2 Uhr und in diesen anderthalb-Stunden-Intervallen stehe ich immer wieder auf, um das vollgesogene Papier zu wechseln. Um sechs Uhr ist die Nacht dann eh schon wieder rum. Ich habe das Gefühl, höchstens eine Stunde echten Schlaf gehabt zu haben.

Nach einem Obstfrühstück baue ich eines der Fahrräder zusammen und fahre zur Chandlery, um einen längeren Schlauch zu kaufen, damit wir von Oberdeck noch mehr Diesel aus dem Tank absaugen können. Zunächst mal muss so viel abgepumpt werden, dass die undichte Dichtung freiliegt. Mittlerweile ist auch klar, warum diese ihrer Funktion nicht mehr gerecht wird. Ich hatte sie selbst vor etwa einem Jahr aus 4 mm Flachgummi zugeschnitten. Durch den Kontakt mit dem Diesel und/oder den hohen Temperaturen hat sich das Gummi jedoch ausgedehnt, so dass der Innendurchmesser nicht mehr 55 mm beträgt, sondern wahrscheinlich 70 mm und deshalb jetzt einfach zu groß ist. Mit dem langen Schlauch ist es kein Problem, 20 Liter abzusaugen und in einen Kanister zu füllen. Nur mühsam und langwierig, denn der Schlauchdurchmesser ist klein. Um 10 Uhr sind wir mit dem Job durch. Was für später bleibt, ist der Einbau einer neuen Dichtung. Mal sehen, ob ich hier irgendwo eine passende bekomme, die sich nicht wieder auflöst.

Die nächste Aufgabe ist die leckende Mischbatterie an der Spüle. Ich baue das Ding aus, packe es mir in den Rucksack und radle zu Bunnings, einem großen Baumarkt am Rand der Stadt. Laut Google Maps 7,5 km. Kein Problem eigentlich, aber heute regnet es. Nur leicht angenässt erreiche ich den Baumarkt und bekomme dort auch, was ich brauche. Als ich wieder rauskomme, schüttet es wie aus Kübeln. Ich warte eine Viertelstunde, bis der Regen etwas nachlässt und mache mich dann auf den Rückweg. Ziemlich durchnässt bin ich um 1330 wieder an Bord. Eine halbe Stunde später sitzt die neue Mischbatterie an Ort und Stelle. Ausnahmsweise mal eine Arbeit, die ohne besondere Komplikationen über die Bühne geht.

Christine liegt schon seit mittags in der Koje und nun lege ich mich auch hin. Als ich wieder wach werde, ist es 20 Uhr. 6 Stunden geratzt. Oh Jetlag! Ich könnte glatt weiterpennen, aber dann ist die Nacht vermutlich schon in ein paar Stunden zu Ende. Also stehen wir gemeinsam auf und verputzen noch eine Obstration. Irgendwann geht es dann wieder in die Koje. Bin gespannt, wie lange wir in dieser Nacht schlafen werden.

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In der Nacht wechsle ich alle anderthalb Stunden die sich schnell vorllsaugenden Papierpackungen am Flansch und am Schiffsboden unmittelbar darunter, damit sich der auslaufende Diesel nicht zu weit im Schiff verteilt

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Am Morgen saugen wir dann noch zwanzig Liter Diesel von Deck aus dem Tank. Mit dem neuen, längeren Schlauch geht das nun problemlos, auch wenn es lange dauert.

Diesel- und Wasserleckagen

Mittwoch, 03. Februar 2016. Redcliffe Marina, Scarborough. Zwei technische Ärgernisse (Leckagen an Dieseltank und Mischbatterie) und Wiedersehen mit den Hana Itis

Um sechs Uhr haben wir ausgeschlafen, Christine nach etwa 19 Stunden (mit kleinen Unterbrechungen) und mir haben die 9 Stunden auch gereicht. Weil wir so müde waren, haben uns die 30 Grad im Boot nicht einmal viel ausgemacht.

Nach dem Frühstück räumen wir unsere Reisetaschen aus und verstauen auch die während unserer Abwesenheit in Vakuumsäcken verpackten Klamotten wieder in den Kleiderschränken. Als ich dann routinemäßig mal unter das Bodenbrett schaue, das den Dieseltank abdeckt, entdecke ich eine Leckage an der Stelle, wo der Treibstoffschlauch, der den Einfüllstutzen an Deck mit dem Tank verbindet, angeflanscht ist. Der Diesel rinnt munter am Tank runter in die Bilge. Es steht dort eine kleine Pfütze. Ich weiß, dass ich beim Auffüllen des Tanks vor unserer Abreise den Sprit bis Deckhöhe, also bis zum Überlaufen, aufgefüllt habe. Bei dem dicken Durchmesser und der Länge von fast 4 Metern stehen im Schlauch etwa 10 Liter Diesel. So viel ist noch längst nicht ausgelaufen. Also kann das Problem nur brandneu sein, erklärlich eigentlich nur dadurch, dass die extreme Hitze von gestern die Gummidichtung dazu veranlasst hat, ihrer Aufgabe untreu zu werden. Da muss sofort was getan werden, denn sonst fließen die kompletten 10 Liter in die Bilge und diese Menge verteilt sich dann im ganzen Schiff und nicht nur auf den begrenzten Bereich, der es jetzt noch ist. Also: Alles stehen und liegen lassen und ran an den Job.

Als erstes mal den Diesel aufnehmen, der schon rausgelaufen ist. Mit einem Lappen aufsaugen und diesen dann in einem Eimer auswringen. Sind vielleicht 0,7 Liter, oder so. Riecht super, übrigens, besonders an den Händen. Dann müssen die 10 Liter von Deck aus abgesaugt werden. Das geht mit der Vorrichtung (Pumpe mit Behälter), die ich sonst immer zum Absaugen des Motoröls verwende. Mist, irgendwie ist der dünne Metall-Schlauch verstopft. Es fließt jedenfalls nichts durch. Also gilt es, einen neuen Schlauch zu finden und an den Kugelcontainer zu montieren. Glücklicherweise weiß ich, wo ich suchen muss. Nach 10 Minuten Bastelei kann es losgehen. Meine Rechnung hinsichtlich der 10 Liter passt ziemlich exakt, jedenfalls wird der Kanister randvoll (also waren es wahrscheinlich 11 Liter, die ich abgesaugt habe, denn es geht ja immer etwas mehr rein, als die Nennmenge). Anschließend wieder alles trocken wischen, Geräte mit heißem Wasser und viel Pril ausspülen. Nach einer guten Stunde ist alles wieder OK.

Kurz danach entdecken wir eine weitere Pfütze. Diesmal nicht Diesel, sondern Wasser. Auch nicht in der Bilge, sondern an der Spüle. Die Mischbatterie, die ich erst vor etwa einem Jahr in Nadi (Fiji) gekauft und installiert hatte, leckt. Und zwar am drehbaren Auslauf. Man kann das Wasser regelrecht fließen sehen. Es verteilt sich über die Arbeitsplatte und wenn man es nicht aufhält, fließt es zwischen irgendwelchen Ritzen des kleinen Süllrandes außen am furnierten Holz herunter. Das kann auch nicht so bleiben. Aber eine Reserve-Mischbatterie ist nicht an Bord. Also behelfen wir uns mit Lappen und stellen die Wasserpumpe ab (die den Druck im Bordsystem erzeugt), wenn wir von Bord gehen.

Dank der netten Erstversorgung von Marie-Luce und Didier hatten wir heute Morgen sogar etwas Feines zum Frühstücken an Bord, aber wir müssen nun doch einkaufen gehen. Da die Fahrräder noch verstaut sind, nehmen wir den Bus. Schon an der Haltestelle sind wir schweißgebadet, denn auch heute ist es wieder ziemlich heiß und schwül. Es wird kein Großeinkauf, denn wir haben uns zu einer Fastenkur entschlossen. So kaufen wir nur Kräutertees, Gemüsebrühe, Obst für morgen und jede Menge Mineralwasser ein. Die Zeit, zum Baumarkt zu fahren, um eine neue Mischbatterie zu kaufen, haben wir heute nicht. Das muss bis morgen warten.

Am Abend gehen wir mit Marie-Luce und Didier zu Sundowner und Dinner in den Morton Bay Boat Club, das Restaurant des hiesigen Segelvereins direkt zwischen den drei Marinas hier im Hafenbecken. Wir freuen uns, die Beiden guter Dinge wiederzusehen und verbringen ein paar schöne und unterhaltsame Stunden mit Berichten über das jeweils Erlebte.

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“Old” Mr. Bull. Ein interessantes Nummernschild, gesehen vor dem Morton Bay Boat Club

Dienstag, 2. Februar 2016

Back to Brisbane

Sonntag, 31. Januar bis Dienstag, 02. Februar 2016. Rückreise nach Brisbane

Kein schöner Tag zum Reisen, heute. Es regnet viel. So gesehen aber auch - zumindest, was das Wetter angeht – Verhältnisse, die jetzt nicht unbedingt dazu motivieren, noch länger zu Hause bleiben zu wollen. Jedenfalls, was mich angeht. Christine überkommt wie immer beim Abschied von der Heimat etwas Wehmut und sie möchte am liebsten da bleiben. Dass sie beim letzten Mal genau so empfunden hatte, ist ihr selbst schon wieder entfallen. Nur ich kann mich gut daran erinnern, dass diese Gefühle sozusagen „systemimmanent“ sind.

Von Irmgard werden wir zum Flughafen nach Zürich gefahren. Unser Vogel soll um 2145 fliegen. Eingecheckt haben wir schon online und so müssen wir nun 3 Stunden vor take-off nur noch die Koffer abgeben. Blöderweise konnte ich beim Check-in nichts an den Sitzzuordnungen für den 14-Stunden-Flug von Dubai nach Sydney ändern. Trotz gemeinsamer Buchung sitzen wir in unterschiedlichen Reihen, und zwar in 33 und 87, einmal im Mittelblock (innen natürlich), einmal am Fenster. Auch die Check-in-Lady in Zürich-Kloten kann daran nichts ändern.

Mit etwas Verspätung geht es los, aber wir landen pünktlich in Dubai nach 6 Stunden. Weil es dort bereits 3 Stunden später ist, gibt es auch schon Tageslicht. Geschlafen haben wir auf dem Flug nicht viel, dafür einige neue Filme angeschaut. Die Ausstattung des Emirates A 380 Airbus ist jedenfalls hinsichtlich des Entertainment-Systems um Einiges besser als beim gleichen Flugzeugtyp von Quantas. Größerer Bildschirm, bessere Menüführung, bessere Info über den aktuellen Flug, USB- und 230 V-Steckdosen an jedem bzw. jedem zweiten Sitz. Auch die Verpflegung ist deutlich gschmackiger, umfangreicher, appetitlicher. Und es gibt Metallbesteck. In Dubai können wir während des 3-stündigen Aufenthalts unsere Sitzplätze für den langen Flug nach Sydney zumindest noch so reorganisieren, dass wir nebeneinander sitzen. Einen Gangplatz bekommen wir aber nicht, sondern hocken in der letzten Reihe (Reihe 88) in der Mitte eines Viererblocks. In der Economyklasse sind in einer Reihe 10 Personen untergebracht. In diesem fast zur Gänze ausgelasteten Vogel werden also wohl an die 800 Leute transportiert. Die Sitze sind jedenfalls gut und trotz der Enge gehen dank einiger Filmchen und zwei Stunden Schlaf auch diese 14 Stunden irgendwie rum.

In Sydney wird es gerade hell und wir haben die zweite Flug-Nacht hinter uns. Wir müssen lange auf unser Gepäck warten. Bis 800 Koffer auf dem Laufband liegen dauert es halt eine Weile. Ganz am Schluss, es ist bereits eine Stunde nach der Landung, kommt dann endlich Christines lila Reisetasche, aber mein 27-Kilo-Bag will sich nicht zeigen. Schließlich kommt eine Lady vorbei und fragt nach meinem Namen. Ja, mein Gepäckstück sei dort drüben an einem anderen Band. Dort, wo die schweren und unhandlichen Sachen landen. Der Zoll lässt uns dann ohne Sperenzchen passieren und wir müssen unser Gepäck wieder neu einchecken für den Inlandsflug nach Brisbane. Wieder Quantas. Eine große A 330 mit viel freien Plätzen. Also suchen wir uns einen Fensterplatz an Backbord und haben so bei Start und Landung bei schönstem Sonnenschein einen wunderbaren Blick auf Sydney und Brisbane. Christine kriegt davon nicht viel mit, weil sie mittlerweile hundskaputt und todmüde ist, was man ihrem blassen Gesicht auch deutlich ansieht. Ich ziehe mir noch einen Film rein, denn interessanterweise gibt es ein Entertainment-Programm auch auf diesem einstündigen Inlandsflug. Pfiffige Lösung übrigens: Die Sitzplätze sind mit iPad-Minis ausgestattet, dazu gibt es Kopfhörer. Die Videoübertragung erfolgt drahtlos auf die Geräte. Die Bild- und Tonqualität ist sogar besser, als auf den eingebauten Geräten im A 380.

Pünktliche Landung in Brisbane. Auf das Gepäck brauchen wir diesmal nicht lange zu warten und bald sitzen wir im Taxi. Um 1045 sind wir auf dem Boot, dessen Deck erstaunlich sauber aussieht. Wird wohl an den gewaltigen Gewittern und Regengüssen der letzten Tage liegen. Mittlerweile ist es bewölkt, aber es hat schwüle 34 Grad. Der heißeste Tag in dieser Woche, wie der Wetterbericht sagt. Als wir das Boot aufschließen, werden wir freudig überrascht. Marie-Luce und Didier haben uns ein Willkommenspaket auf den Tisch gestellt, bestehend aus einem Obstkorb, kalten Getränken in einer Kühlbox und etwas Brot. Das ist ja wirklich toll, denn Lebensmittel haben wir schließlich noch nicht an Bord. Herzlichen Dank, Euch Beiden.

Christine ist so müde, dass sie sich umgehend aufs Bett haut und in Nullkommanichts eingeschlafen ist. Auch ich könnte ein Mützchen Schlaf vertragen, aber es warten noch ein paar Aufgaben, die ich nicht aufschieben will. Als erstes Sprayhood und Bimini aufziehen, damit wir trockenen Fußes rein- und rauskommen, wenn es regnet. Dann Strom- und Wasser anschließen und ein weiteres Dutzend kleinerer Jobs. Ruckzuck sind 4 Stunden vergangen. Dann lege ich mich auch für 2 Stunden hin, und zwar ins Cockpit, nur in Badehose. Trotzdem ist mir heiß, denn es weht kaum ein Lüftchen. Um 17 Uhr raffe ich mich wieder auf, um noch ein paar Dinge bei Tageslicht zu erledigen, wie z.B. die Kojen beziehen. Christine rollt sich dabei von einem Bett ins andere und schläft dann gleich weiter. Dann die Frage: Soll ich mich jetzt noch an den PC setzen und schreiben? Oder lieber ab in die Falle? Erledigt ist erledigt, denke ich und mache mich an die Arbeit. Jetzt ist es 20 Uhr, dunkel, ein paar Regentropfen klopfen aufs Kajütdach. Blöd, muss ich die Dachluken schließen. Noch 32 Grad im Schiff.

Wir sind gut angekommen, das Boot schwimmt auch noch. Morgen ist es zwei Grad kälter und dann werden wir sehen, dass wir den Rest erledigen, wie Koffer auspacken und die anderen Kleinigkeiten, die dazu gehören, die Gipsy wieder in einen bewohnbaren Zustand zu versetzen.

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Nach dem Start in Sydney haben wir einen schönen Blick auf die Stadt

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Als wir in Brisbane ankommen, ist schon eine leichte Bewölkung aufgezogen

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An Bord werden wir durch ein Begrüßungspaket von Marie-Luce und Didier freudig überrascht.